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Dresden und die geschmäcklerische Kulissenarchitektur

Ausstellung zum Tag der Architektur im Kulturpalast eröffnet Dresden und die geschmäcklerische Kulissenarchitektur

Dresden blickt baukulturell in den Rückspiegel, ist nicht im Barock verhaftet, aber auch in der Gegenwart nicht angekommen. Architekt Stephan Schütz hat den Kulturpalast saniert und wirbt mit provokanten Thesen für den Tag der Architektur. Am Donnerstag wurde in Dresden eine Ausstellung eröffnet.

Werbung für den Tag der Architektur im Kulturpalast.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  Dresden? Geprägt von geschmäcklerischer Kulissenarchitektur. Das Stadtbild weder im Barock verhaftet noch richtig in der Gegenwart angekommen. „Diese neobarocken Fassaden vor Stahlbetonbauten, diese Wohn- und Geschäftshäuser am Neumarkt – ich halte das für ein Armutszeugnis unserer Zeit. Ich finde es sehr schade, dass eine Stadt baukulturell so sehr in den Rückspiegel schaut und meint, den Barock zurückholen zu können. Jede Zeit muss ihre eigene Architektursprache finden.“

Der das sagt, ist Architekt, wohnt nicht in Dresden und hat gerade erst den Kulturpalast saniert. „Dass dieses Gebäude erhalten bleibt, werden viele als Menetekel empfinden“, ist sich Stephan Schütz sicher. Er bedauere es zutiefst, dass der Blick aus dem Kulturpalast zur Frauenkirche bald von einem „barocken Schätzchen“ verstellt werde. Der Kulturpalast – das sei ein Beispiel für gute Architektur. „Gute Architektur kann sich wandeln und lässt sich immer wieder neu denken“, meint Schütz. Und setzt noch einen drauf: „In der Stadt muss es Dinge geben, die sich reiben. Das ist der Unterschied zum Dorf.“

Positionen, die in Dresden nicht mehrheitsfähig sind und die sich trefflich diskutieren lassen. Am 24. und 25. Juni zum Tag der Architektur besteht dazu Gelegenheit, wie Alf Furkert, Präsident der Architektenkammer Sachsen, ankündigte. Der Kulturpalast ist ein Gebäude, das zur Besichtigung offen steht, das Kraftwerk Mitte als zweiter großer Dresdner Kulturneubau natürlich auch. Aber es sind nicht nur die Flaggschiffe wie die Elbflorenzarena, das Quartier VII.2 am Neumarkt oder der Neubau des Instituts für Physik. Auch viele mittlere und kleinere Vorhaben wie Wohnhäuser oder die Schulgartenhäuser der 122. Grundschule in Prohlis können besichtigt werden.

Über 40 Objekte in Dresden und Umgebung stehen am 24. und 25. Juni offen, erklärte Thomas Grill, Vorsitzender der Kammergruppe Dresden in der Architektenkammer Sachsen. „Leider müssen wir uns immer mit dem Elbhangfest auseinandersetzen, aber der Tag der Architektur wird bundesweit veranstaltet. Wir bieten viele Veranstaltungen am Vormittag an, damit für die Interessenten die Möglichkeit besteht, den Tag beim Fest ausklingen zu lassen.“

Erstmals stellt die Architektenkammer die zur Besichtigung stehenden Objekte in einer Ausstellung vor, die am Donnerstag eröffnet wurde. Im Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast können Interessenten sich in einer Art „Schilderwald“ ein Bild darüber machen, welche Bauwerke ihre Pforten offen halten. Ruairi O’ Brien, der die Ausstellung mit konzipiert hat, erklärt das Prinzip: „Wir wollten etwas entwickeln, das mobil und flexibel ist. Wir wollen die Gebäude wie in einer Art Schaufenster der Öffentlichkeit vorstellen.“ Man überlege bereits, wo die Ausstellung nach dem Tag der Architekten präsentiert werden soll.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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