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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1993
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1993
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07:58 27.12.2018
Jahrzehnte prägte der Trümmerhaufen der Frauenkirche das Dresdner Zentrum. Anfang 1993 starten die Vorbereitungen zum Wiederaufbau des Gotteshauses. Quelle: dpa/Matthias Hiekel
Dresden

Im Januar wird mit den Vorbereitungsarbeiten für den Wiederaufbau der Frauenkirchen begonnen. Damit die Kirche wie vorgesehen unter Verwendung möglichst vieler originaler Bauteile aufgebaut werden kann, kann die Ruine nicht einfach beräumt werden. Vielmehr musst sie archäologisch gesichtet und enttrümmert werden.

Ab 4. Januar wird Stein für Stein abgetragen und ein millimetergenaues, dreidimensionales und steingerechtes Auf­maß aller Ruinenteile erstellt. Bereits während der Enttrümmerung wurden die Katakomben unter dem Trümmerberg vermessen. Alle noch brauchbaren Trümmersteine werden katalogisiert und eingelagert. Aus der Lage im Trümmerberg und mit teilweise extra für diese Aufgabe erstellten Computerprogrammen kann bei vielen Steinen der ursprüngliche Platz im Gemäuer festgestellt werden.

22. März: Die Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca stirbt im Alter von 91 Jahren in Dresden.

24. April: Sabine Ball – auch die Mutter Teresa von Dresden genannt – eröffnet auf der Martin-Luther-Straße das „Café Stoffwechsel“ – eine Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche in der Dresdner Neustadt. Dort gibt es Kuchen, Brötchen und den preiswertesten Kaffee der Stadt. Im Laden nebenan kann man billige Kleidung kaufen. Das Café ist die Keimzelle des Vereins „Stoffwechsel e. V.“.

125 Jahre DNN

Alle Artikel der DNN-Serie finden Sie im Special!

9. Mai: Das Stadtradio „Radio Dresden“ geht auf Sendung.

30. Juni: In Dresden erfolgt die Grundsteinlegung für das Hotel „Taschenbergpalais“.

1. Juli: Die alten vierstelligen Postleitzahlen werden bundesweit vereinheitlicht und sind fortan fünfstellig. Dresden und der Großteil Sachsens bekommen als erste Zahl eine Null.

1. Oktober: Die TU Dresden erhält den Status „Universitas litterarum“ und gilt unter an­derem durch Gründung der Juristischen und Medizinischen Fakultät damit fortan als Volluniversität.

3. Oktober: Eröffnung des „Theaters in der Fabrik“: Der komplett schwarze Theaterraum befindet sich in einer alten Maschinenhalle des VEB Kupplungs- und Triebwerkbau an der Tharandter Straße. Die ans Staatsschauspiel Dresden angegliederte Experimentierbühne mit 100 Plätzen existierte bis Sommer 2004.

24. Dezember: Wolfgang Roeder, der Kopf des erfolgreichen Dresdner Quartetts „Die Vier Brummers“, stirbt.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Die Tschechoslowakei wird aufgelöst, Tschechien und die Slowakei entstehen.

1. Januar: Der europäische Binnenmarkt tritt in Kraft.

3. Januar: In Moskau unterschreiben George H. W. Bush für die USA und Boris Jelzin für die Russische Föderation den START-II-Vertrag zur Deaktivierung aller landgestützten Interkontinentalraketen mit Mehrfachsprengköpfen.

3. Januar: Der deutsche Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Jürgen Möllemann (FDP) tritt als Folge der „Briefbogen-Affäre“ zurück.

Erich Honecker wird wegen gesundheitlicher Probleme aus der Haft entlassen. Quelle: dpa

13. Januar: Erich Honecker verlässt als freier Mann das Gericht. Der Prozess ge­gen ihn wegen der Toten an der Mauer wurde wegen der schweren gesundheitlichen Probleme Honeckers abgebrochen. Der Prozess hatte im November 1992 be­gonnen. Honecker hatte Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof eingelegt. Nach insgesamt 169 Tagen wird er aus der Untersuchungshaft entlassen, was Proteste von Opfern des DDR-Regimes nach sich zieht. Honecker fliegt unmittelbar darauf nach Santiago de Chile zu Frau und Tochter Sonja.

4. April: Aus der Justizvollzugsanstalt Schwalmstadt wird ein Häftling von seinem Freund mit Hilfe eines aus einer Ka­serne entwendeten Fuchs-Panzers, der vier Gefängnistore durchbricht, herausgeholt.

13. Januar: In Paris beginnt die Unterzeichnung der Chemiewaffenkonvention.

20. Januar: Bill Clinton wird Nachfolger von George H. W. Bush als US-amerikanischer Präsident.

Der zu den Demokraten zählende Bill Clinton legt wird am 20. Januar in Washington als 42. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Quelle: dpa-Bildfunkdatenbank

26. Februar: Bei einem Bombenanschlag auf das World Trade Center in New York City werden sechs Menschen getötet und über 1000 verletzt. Die Explosion in der Tiefgarage des WTC ist der erste is­lamistische Terroranschlag, der sich auf dem Staatsgebiet der Vereinigten Staaten ereignet.

30. April: Die Tennisspielerin Monica Seles wird bei einem Turnier in Hamburg bei einem Attentat schwer verletzt. Der psychisch gestörte Günter Parche, ein Fan ihrer stärksten Kontrahentin Steffi Graf, sticht Seles beim Seitenwechsel in den Rücken.

25. Mai: Franz Steinkühler tritt als Vorsitzender der Gewerkschaft IG Metall zu­rück. Er war er in Verdacht geraten, als Aufsichtsratsmitglied der Daimler Benz AG Insidergeschäfte getätigt zu ha­ben.

26. Mai: Der Deutsche Bundestag be­schließt den Asylkompromiss – eine Neuregelung des Asylrechts.

29. Mai: In Solingen sterben fünf türkische Frauen und Mädchen bei einem von Neonazis verübten Brandanschlag. Die Frauen kommen in den Flammen ihres Hauses um oder sterben beim Sprung aus dem Fenster. Weitere Familienmitglieder erleiden zum Teil schwere Verletzungen. Die Polizei nimmt vier Täter im Alter zwischen 16 und 23 Jahren fest.

14. Juni bis 25. Juni: In Wien findet die UN-Weltkonferenz über Menschenrechte statt.

23. Juni: In Lausanne wird das von Juan Antonio Samaranch initiierte Olympische Museum eröffnet.

27. Juni: Bei einem GSG-9-Einsatz auf dem Bahnhof im mecklenburgischen Bad Kleinen wird die RAF-Terroristin Birgit Hogefeld festgenommen, der Polizist Mi­chael Newrzella wird von dem Terroristen Wolfgang Grams erschossen. Grams be­geht danach Suizid.

1. Juli: Beschäftigte des Kalibergwerks Bischofferode im Eichsfeld treten in den Hungerstreik um ihre Grube zu retten. Hunderte Menschen solidarisieren sich mit ihnen – allerdings vergeblich. Alle der insgesamt 700 Kalikumpel verlieren durch die Schließung ihre Arbeitsplätze.

Mit einem Hungerstreik wollen Kalikumpeln aus dem nordthüringischen Bischofferode ihre Jobs retten. Die Aktion bleibt ohne Erfolg. Quelle: dpa

1. September: In der Bundesrepublik wird der Besitz und die Besitzverschaffung von Kinderpornografie strafbar.

13. September: Yitzhak Rabin und Yasser Arafat unterzeichnen die Prinzipienerklärung über die vorübergehende Selbstverwaltung.

21. September: Beginn der Verfassungskrise in Russland. Präsident Boris Jelzin verletzt in seinem Bestreben, seine Macht zu festigen und Reformen durchzusetzen, die Verfassung, lässt per Dekret den gesetzgebenden Kongress der Volksdeputierten sowie dessen Obersten Sowjet auflösen und kündigt Neuwahlen an. Der Volksdeputiertenkongress weist Jelzins Dekret zurück und entscheidet, Jelzin vom Amt zu entheben. Einige Tage später kommt es in Moskau zu öffentlichen Protesten gegen Jelzins Regierung.

3. Oktober: Präsident Boris Jelzin lässt das russische Parlament beschießen.

5. Oktober: Der bewaffnete Widerstand gegen Jelzin bricht in sich zusammen. Der zehn Tage andauernde Konflikt fordert 187 Todesopfer, knapp 500 Menschen werden verletzt.

14. Oktober: In Phnom Penh (Kambodscha) muss die Bundeswehr ihr erstes To­desopfer bei einem UN-Auslandseinsatz be­klagen.

1. November: Der Vertrag von Maastricht tritt in Kraft: Aus der Europäischen Gemeinschaft (EG) wird die Europäische Union (EU).

5. Dezember: Der Wiener Bürgermeister Helmut Zilk wird bei einem Briefbombenattentat verletzt.

30. Dezember: Israel und der Heilige Stuhl beschließen die Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

1993 gibt es ein Jahrhunderthochwasser an Rhein und Mosel, sichert sich Alain Prost seinen vierten Formel-1-Weltmeistertitel und beendet zugleich seine Formel-1-Karriere. Mariah Carey veröffentlicht mit „Music Box“ das erfolgreichste Al­bum des Jahres.

Geboren werden unter anderem die Schauspieler Daniela Bobadilla, Debby Ryan, die Fußballer Paul Pogba und Julian Draxler, die Musiker Liam Payne und Niall Horan sowie Angus T. Jones, der „Half Man“ aus „Two and a Half Men“.

Gestorben sind 1993 unter anderem der Ballett-Tänzer Rudolf Nurejew, der Regisseur Federico Fellini, die Schauspieler Audrey Hepburn, Raymond Burr und River Phoenix, der Fußballer Bobby Moore, Rennfahrer James Hunt und der Musiker Frank Zappa.

Von Monika Löffler

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Ja!, sagt Dankwart Guratzsch, seiner Geburtsstadt, die er 1957 verließ, aufs Engste verbunden. Hier sollte am 13. Februar 2020, dem 75. Jahrestag der Zerstörung, der Startschuss für den Bau eines solchen Museums fallen. Einen Wunschstandort hat er auch schon.

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Nach den Schlemmereien der vergangenen Tage tut ein wenig Bewegung ganz gut. Und beim Schlendern durch den Dresdner Zoo gibt es dabei auch noch Einiges zu sehen.

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