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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1962
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09:44 11.09.2018
Am 12. Dezember 1962 wird der Film „Der Schatz im Silbersee“ nach Karl May uraufgeführt. Er macht Pierre Brice (l.) und Lex Barker zu Publikumslieblingen. Quelle: dpa
Dresden

Nach vier Jahren Bauzeit wird die neue Webergasse übergeben. Die Architekten Wolfgang Hänsch, Gerd Dettmar und Werner Wunderwald haben sie als Ladenstraße im rechtwinkligen Zick-Zack mit zahlreichen pavillonartigen Geschäften, einem Dienstleistungskomplex und rechtwinkligen Pflanzbeeten neu angelegt. Am Ende der Passage stehen das Kinderkaufhaus und die Gaststätte „Wallterrasse“ mit Restaurants, einem Eis-Café und einer Aussichtsterrasse.

Quelle: Rudolf Scheibe

Am 14. April öffnet auf der Ernst-Thämann-Straße (heute Wilsdruffer Straße) das Spezialitätenrestaurant „Szeged“. Im Erdgeschoss befindet sich eine Espresso-Bar, in der 1. Etage ein Restaurant mit 180 Plätzen, in dem ungarische Küche serviert wird. Beide Etagen sind durch eine elegante, gedrehte Treppe verbunden – zusammen mit den bunten Glasfenstern ist sie ein toller Blickfang.

In Dresden wird aber nicht nur gebaut, sondern auch abgerissen. So wird trotz großer Proteste im Juli auf Beschluss der Partei- und Staatsführung mit dem Abbruch der im Krieg beschädigten Sophienkirche begonnen. Sie entstand 1351 und ist 1962 die einzige in ihrer Grundsubstanz erhaltene gotische Kirche der Stadt. Ihr Abriss führt zu zahlreichen Protestaktionen. Gegen den Abbruch wenden sich neben Denkmalschützern wie Fritz Löffler, Heinrich Magirius und Hans Nadler auch bekannte Architekten, darunter Leopold Wiel und Heinrich Rettig und viele Dresdner Bürger – leider vergeblich. Am Vorabend des 1. Mai 1963 fallen die letzten Reste der ältesten Kirche in Dresdens Innenstadt. Später wird an dieser Stelle eine Großgaststätte errichtet.

Trotz großer Proteste beginnt im Juli auf Beschluss der Partei- und Staatsführung der Abbruch der im Krieg beschädigten Sophienkirche. Quelle: Christian Jentsch

Der Ministerrat beschließt im August den Abriss des Güntzbades. Das Bad, am Rathenauplatz direkt an der Brückenauffahrt der Carolabrücke gelegen, war bei den Angriffen 1945 schwer beschädigt worden. Der Abbruch der Ruine dauert bis 1964 und kostet rund 1,1 Millionen Mark.

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Vom 28 bis 30. September finden im Heinz-Steyer-Stadion die XIII. Deutschen Leichtathletikmeisterschaften statt. Insgesamt werden 32 Titel vergeben, um die sich 650 Männer und Frauen bewerben.

Am 2. Oktober wird die Poliklinik Niedersedlitz in der Sachsenwerkstraße eröffnet. Es ist der erste Funktionsneubau für Polikliniken in Dresden. Der Bau kostet 2,6 Mio DM und ist mit zwölf Fachabteilungen sehr modern eingerichtet

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Der Deutschlandfunk nimmt seinen regulären Sendebetrieb auf.

3. bis 17. Januar: Das sechsteilige Fernsehspiel „Das Halstuch“ von Francis Durbridge schafft es an den Sendetagen, das öffentliche Leben in der Bundesrepublik praktisch lahmzulegen. Theater, Kinos, Volkshochschulen finden kein Publikum, sogar Nachtschichten in Fabriken müssen ausfallen, weil die Nation vor den Fernsehgeräten sitzt. Zwei Tage vor Ausstrahlung der letzten Folge sorgt der Berliner Kabarettist Wolfgang Neuss für einen Skandal, weil er in einer Zeitungsannonce den Namen des Mörders verrät.

4. Januar: In New Yorker U-Bahn verkehrt erstmals der „Times Square-Grand Central Shuttle“, eine automatische gesteuerte U-Bahn ohne Fahrer.

16. bis 17. Februar: Sturmflut an der Nordsee: Über die deutsche Nordseeküste bricht die schwerste Sturmflut seit über 100 Jahren herein. Bei dieser Sturmflut kommen allein in Hamburg 315 Menschen ums Leben. An der gesamten Nordseeküste sind es 240 Tote.

16. April: Georges Pompidou wird Premierminister Frankreichs.

1. Juni: In der sowjetischen Stadt Nowotscherkassk kommt es zu einem zwei Tage dauernden Aufstand, der am Folgetag mit Gewalt niedergeschlagen wird. Arbeiter hatten gegen Preiserhöhungen und Lohnsenkungen protestiert.

17. Juni: Brasilien gewinnt mit 3:1 gegen die Tschechoslowakei die Fußball-WM in Chile. Deutschland scheidet im Viertelfinale nach einer 0:1-Niederlage gegen Jugoslawien aus.

21. Juni: Im Münchner Stadtteil Schwabing kommt es zu den „Schwabinger Krawallen“. Die Auseinandersetzungen zwischen Jugendlichen und der Polizei werden als Synonyme einer neuen rebellischen Jugendkultur und Vorbote der Studentenbewegung gesehen.

12. Juli: Die Rolling Stones (Brian Jones, Mick Jagger und Keith Richards) haben ihren ersten Auftritt im „Marquee Club“ in London. Dieses Datum gilt als Gründungsdatum der britischen Band.

In der Nacht vom 4. auf den 5. August stirbt Hollywood-Göttin Marylin Monroe in Los Angeles. Als man ihren unbekleideten Leichnam in ihrem Bett findet, hält hielt sie einen Telefonhörer in der Hand. Die Todesursache wird durch eine richterlich angeordnete Autopsie festgestellt. Laut Obduktionsberichten war die Todesursache eine Überdosis des Barbiturats „Nembutal“ in Verbindung mit einem Schlafmittel. Über ihren Tod gibt es viele Spekulationen und Verschwörungstheorien, die sogar bis zu einer Beteiligung von Präsident John F. Kennedy reichen.

8. August: Die Deutschen Gebhard Weigele und Johann Sulzberger melden das erste Patent über eine Waschanlage für Kraftfahrzeuge an. Zwei Bürsten umfahren in diesem System das in einer Waschhalle stehende Auto.

9. September: Charles de Gaulle hält in Ludwigsburg auf Deutsch seine „Rede an die deutsche Jugend“. Sie gilt als ein Meilenstein in den deutsch-französischen Beziehungen und als ein entscheidender Schritt auf dem Weg zum deutsch-französischen Freundschaftsvertrag

11. September: The Beatles nehmen ihre erste Single „Love Me Do“ auf.

5. November: „James Bond – 007 jagt Dr. No“ nach der gleichnamigen Romanvorlage von Ian Fleming wird in London uraufgeführt. Es ist der erste Film der James-Bond-Reihe. Die beiden Hauptdarsteller Sean Connery und Ursula Andress schaffen damit jeweils ihren internationalen Durchbruch.

Di Quelle: dpa

14. November: Kaiser Haile Selassie I. löst die Föderation mit Eritrea und annektiert diese als 14. Provinz von Äthiopien.

30. November: Im Zusammenhang mit der „Spiegel-Affäre“ erklärt Franz Josef Strauß seinen Rücktritt vom Amt des deutschen Verteidigungsministers.

Vom 14. bis 28. Oktober bringt die Kuba-Krise die Welt fast an den Rand eines dritten Weltkrieges – der Kalte Krieg erreicht eine neue Dimension. Die Krise zwischen den USA und der Sowjetunion entwickelt sich aus der Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba und US-amerikanischer Mittelstreckenraketen auf einem NATO-Stützpunkt in der Türkei. Während des Schiffstransports der sowjetischen Atomwaffen und Soldaten nach Kuba droht die amerikanische Regierung ebenfalls mit dem Einsatz von Atomwaffen. Erst nach langen Diskussionen und Verhandlungen gibt es in letzter Minute eine Einigung. Am 27. Oktober gerät ein sowjetisches Atom-U-Boot während der Seeblockade unter Beschuss von US-amerikanischen Zerstörern. Einer der Offiziere, Wassili Alexandrowitsch Archipow, weigert sich, ohne weiteren Befehl aus Moskau Atombomben-Torpedos abfeuern zu lassen und verhindert damit vielleicht einen Atomkrieg.

9. Dezember: Premiere des Films „Lawrence von Arabien“ in London.

14. Dezember: In der DDR entsteht die staatliche Handelsorganisation Intershop, deren Kundenkreis Ausländer sein sollen, an die Waren gegen konvertierbare Währungen verkauft werden.

12. Dezember: In Stuttgart wird der Film „Der Schatz im Silbersee“ nach Karl May uraufgeführt. Er macht Pierre Brice und Lex Barker zu Publikumslieblingen.

Geboren werden 1962 unter anderem die Musiker Axl Rose, Jon Bon Jovi und Campino, die Schauspieler Jody Foster, Demi Moore, Christine Neubauer, Jim Carrey und Tom Cruise, der Boxer Evander Holyfield, Sänger Max Raabe und der Lyriker Durs Grünbein.

Gestorben sind unter anderem der Maler und Grafiker Josef Hegenbarth, die Schriftsteller Hermann Hesse und William Faulkner, der Physiker und Nobelpreisträger Niels Bohr, Schauspieler Charles Laughton und „Casablanca“-Regisseur Michael Curtiz.

Von Monika Löffler

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