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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1958
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1958
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08:00 18.08.2018
Der Prototyp der „152", dem ersten eigenentwickelten Passagierstrahlflugzeug der DDR, wird auf dem Flughafen Dresden den Massen präsentiert. Quelle: Archiv/dpa
Dresden

An der teilweise stark zerstörten Borsbergstraße werden die Bauarbeiten für ein neues Wohngebiet abgeschlossen. Der Bau dieser Gebäude stellt zugleich den „Beginn der Großblockweise“ in Dresden dar. Seit 1955 waren hier nach Plänen der Architekten Wolfgang Hänsch, Gottfried Kintzer und Gerd Dettmar zahlreiche Neubauten errichtet worden und eine moderne Wohn- und Geschäftsstraße entstanden. Zwischen den Wohnblöcken befinden sich große Innenhöfe mit Grünanlagen und Spielplätzen. Ein Jahr später, im September 1959, wird auch das bei den Dresdnern sehr beliebte „Café Borsberg“ eröffnet.

Herbert Gute wird der neue Oberbürgermeister von Dresden. Im Amt hat er mit verschiedenen Problemen zu kämpfen, unter anderem mit der mangelnden Produktivität der Dresdner Wirtschaft und dem Wohnungsmangel. Er machte sich mit seinem Arbeitsstil und seiner Selbstkritik Feinde in der eigenen Partei. Als er 1960 erkrankte, wurde seine Absetzung vom Zentralkomitee (ZK) vorangetrieben. Am 14. Juni 1961 enthob man ihn des Amtes.

Am Abend des 25. Juni nehmen neun US-Soldaten unfreiwillig Quartier im damaligen Gästehaus der NVA in Dresden-Klotzsche. Sie werden für mehrere Wochen interniert und von einer Wachmannschaft rund um die Uhr bewacht. Grund war ein „Hubschrauber-Zwischenfall“ – die Männer waren mit ihrem US-Hubschrauber in den Luftraum der DDR eingeflogen. Der Vorfall beschäftigt Politiker und Diplomaten beider Länder. Eigentlich eine kuriose Geschichte, die im „Kalten Krieg“ allerdings nicht lustig war.

Der US-Hubschrauber ist mit neun Besatzungsmitgliedern unterwegs von Frankfurt am Main zu einem Truppenübungsplatz in der Oberpfalz. Wegen eines starken Gewitters verliert der Pilot die Orientierung und kann auch keine Funkverbindung zu den Bodenstationen mehr herstellen. Die Soldaten landen zunächst auf einem Feld bei Gera, wo ihnen ein Bauer erklärt, dass sie sich auf DDR-Gebiet befinden. Eine zweite Landung erfolgt dann bei Crimmitschau, wo man einen Pkw-Fahrer nach dem kürzesten Weg in den Westen fragt. Nach einem erneuten Start muss der Hubschrauber wegen Treibstoffmangels in der Nähe vom vogtländischen Lengenfeld notlanden, die Männer werden festgenommen. Am 19. Juli, 43 Tage nach ihrer unfreiwilligen Landung und zahlreichen Verhandlungen, können sie die DDR verlassen

125 Jahre DNN

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15. August: Gründung der Produktionsgenossenschaft für angewandte „Kunst am Bau“ durch junge Künstler. Unter dem Dach der Genossenschaft entsteht ein einzigartiges Experimentierfeld für baugebundene Entwicklungen wie Strukturwände, Formsteinsysteme, Spielplatzgeräte und spezielle Verfahren zur Oberflächenbeschichtung von Beton.

Am 2. Oktober bekommt der Dresdner Zoo eine neue Attraktion: Max, das Leistenkrokodil. Das Tier war 1956 oder 1957 im Berliner Tierpark geschlüpft und kommt mit einer Länge von 60 Zentimetern nach Dresden. Mit zunehmender Körpergröße wird Max zum Besucherliebling und zum populärsten Zoobewohner. Er erreicht die stattliche Länge von fast fünf Metern und ein Gewicht von etwa 430 Kilogramm und ist damit das größte Leistenkrokodil in einem europäischen Zoo. Anfang Mai 2015 verschlechterte sich sein Gesundheitszustand deutlich, am 6. Juli findet man Max tot in seinem Gehege.

Am 28. November treffen die Schätze des „Grünen Gewölbes“ wieder in Dresden ein und werden bei einem Festakt vom Botschafter der UdSSR übergeben. Die Übergabe markiert den Höhepunkt der Rückführung von Dresdner Kunstschätzen aus der Sowjetunion. Da das Dresdner Schloss, ursprünglich Standort der Kunstwerke, zerstört ist, wird das „Grüne Gewölbe“ von 1959 bis Anfang 2004 im Albertinum präsentiert.

Im Dezember absolviert das in Dresden gebaute Passagierflugzeug „152“ seinen etwa 25 Minuten langen „Jungfernflug“. Die „152“, gelegentlich auch nach ihrem Konstrukteur Brunolf Baade als „Baade 152“ bezeichnet, ist das erste in den 1950er-Jahren entwickelte deutsche Passagierflugzeug mit Turbinenluftstrahltriebwerken und das wichtigste Projekt des Flugzeugbaus in der DDR. Gefertigt wird es vom „VEB Flugzeugwerke Dresden (FWD)“.

Deutschland, Europa und die Welt

2. Januar: In Flensburg wird die deutsche Verkehrssünderkartei eingerichtet.

2. Januar: In Berlin beginnt das Bundeskartellamt mit seiner Arbeit.

8. Januar: Bobby Fischer gewinnt als Vierzehnjähriger die United States Chess Championship und ist damit der jüngste Schachmeister in den USA sowie – bis 1991 – weltweit.

15. Januar: Uraufführung der deutschen Filmkomödie „Das Wirtshaus im Spessart“ von Kurt Hoffmann

1. Februar: Ägypten und Syrien schließen sich zur Vereinigten Arabischen Republik zusammen. Die Union zerbricht 1961.

3. Februar: Belgien, Niederlande und Luxemburg schließen den Benelux-Vertrag zur Errichtung einer Wirtschaftsgemeinschaft.

6. Februar: Beim Absturz eines Flugzeuges kurz nach dem Start vom Flughafen München-Riem kommen insgesamt 23 Menschen ums Leben, darunter acht Spieler der Fußballmannschaft des englischen Fußballmeisters Manchester United.

Der verletzte Bobby Charlton liegt in seinem Krankenzimmer in München. Der englische Fußballer von Manchester United gehört zu den Überlebenden der Flugzeugkatastrophe. Quelle: Archiv/dpa

9. Februar: Bei der Alpinen Skiweltmeisterschaft in Bad Gastein feiert der Rennläufer Toni Sailer seinen letzten großen Triumph. Er wird Weltmeister in der Abfahrt, im Riesenslalom sowie der Kombination. Im vierten Wettbewerb der Herren, dem Slalom, wird Sailer Zweiter.

14. Februar: Die beiden Königreiche Jordanien und Irak schließen sich kurzzeitig zur Arabischen Föderation zusammen.

23. Februar: Der britische Künstler Gerald Holtom entwirft als Friedenszeichen das CND-Symbol (Peace-Zeichen). Es soll den Londoner Ostermarsch optisch unterstützen.

15. April: In Stuttgart ereignet sich mit der Entführung von Joachim Göhner das erste Kidnapping in der BRD. Der Täter erdrosselt den Siebenjährigen, fordert jedoch vom Vater Lösegeld.

Am 17. April wird in Brüssel die Weltausstellung „Expo 58“ eröffnet. Das offizielle Motto lautete „Technik im Dienste des Menschen. Fortschritt der Menschheit durch Fortschritt der Technik.“ Es ist die erste Weltausstellung nach Ende des Zweiten Weltkrieges – ihr Wahrzeichen ist das „Atomium“.

26. April: Die Berliner Kongresshalle wird als Geschenk von der Benjamin-Franklin-Stiftung an die Stadt übergeben.

28. Mai: In der DDR werden die Lebensmittelkarten abgeschafft. Für Butter, Kondensmilch und besondere Fleischsorten, zum Beispiel Leber, gibt es allerdings noch immer Kundenkarten.

1. Juni: Charles de Gaulle wird französischer Ministerpräsident mit Sondervollmachten zur Niederschlagung des Aufstandes in Algerien.

16. Juni: Die Führer des Ungarischen Volksaufstands, unter ihnen der frühere Ministerpräsident Imre Nagy und der frühere Verteidigungsminister Pál Maléter, werden – nach einem vorausgegangenen Schauprozess – in einem Budapester Gefängnis hingerichtet.

29. Juni: Gastgeber Schweden unterliegt im Finale der Fußball-WM mit 2:5 gegen Brasilien. Der 17-jährige Pelé erzielt dabei zwei Tore.

1. Juli: In der BRD tritt das Gleichstellungsgesetz in Kraft, wonach Frauen fortan einen Beruf auch ohne die Zustimmung des Ehemannes ausüben dürfen.

29. Juli: Gründung der NASA, der amerikanischen Raumfahrtbehörde

8. September: Gründung der Interflug, der staatlichen Fluggesellschaft der DDR

1. Oktober: Im Rahmen der Ableistung seines Wehrdienstes trifft Rock’n’Roll-Sänger Elvis Presley bei der stationierten US-Armee in der BRD ein.

8. Oktober: In Stockholm wird vom Arzt Åke Senning einem Menschen der erste Herzschrittmacher eingepflanzt.

23. Oktober: Im französischen Magazin „Spirou“ veröffentlicht der Zeichner Peyo erstmals einen Comic mit den „Schlümpfen“ in einer Nebenrolle.

Geboren werden 1958 unter anderem Fürst Albert II. von Monaco, die Musiker Marie Fredriksson, Kate Bush, Michael Jackson, Prince, Nik Kershaw, die Zehnkämpfer Daley Thompson und Jürgen Hingsen, die Sängerin und Schauspielerin Madonna, die Schauspieler Sharon Stone, Andie MacDowell, Michelle Pfeiffer, Alec Baldwin, die Fernsehmoderatorinnen Birgit Schrowange und Margarethe Schreinemakers, Comedian Ingolf Lück und die Sprinterin Marlies Göhr.

Gestorben sind unter anderem der Maler Hans Grundig, Papst Pius XII., die Schriftsteller Michail Soschtschenko, Johannes R. Becher und Lion Feuchtwanger und der Physiker und Nobelpreisträger Wolfgang Pauli.

Von Monika Löffler

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