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Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1957
Dresden Lokales Dresden und die Welt im Jahr 1957
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08:02 16.08.2018
Stillleben vor der Frauenkirche: An vielen Stellen in der zerstörten und mit Gras und Unkraut überwachsenen Innenstadt weideten Schafe. Quelle: Archiv/Deutsche Fotothek/SLUB
Dresden

Am 23. März wird im Lingnerschloss der „Dresdner Klub“ („Klub der Intelligenz“) eröffnet. Als Gründungspräsident und Klubvorsitzender wird der Physiker Manfred von Ardenne berufen. Vorausgegangen war ein entsprechender Beschluss von der DDR-Regierung, derartige Begegnungsstätten in allen 16 Bezirken zu schaffen. Als Treffpunkt namhafter Wissenschaftler, Ingenieure, Ärzte, Pädagogen, Künstler und Kulturschaffender erfreut sich der Dresdner Klub großer Beliebtheit, nicht zuletzt wegen der exzellenten Küche.

Am 30. April wird der Teilabschnitt zwischen Postplatz und Altmarkt der erneuerten Ernst-Thälmann-Straße fertig. Am 1. Mai findet dort erstmals die Mai-Demonstration statt.

1957 öffnet auch das „Italienische Dörfchen“ wieder seine Pforten. Die Gaststätte am Theaterplatz wurde zwischen 1912 und 1913 von Hans Erlwein erbaut, brannte 1945 aus und wurde von dem Architekten Gerhard Guder wiederaufgebaut. Der Name „Italienisches Dörfchen“ geht vermutlich auf die aus Italien stammenden Handwerker und Künstler zurück, die der italienische Architekt Gaetano Chiaveri zum Aufbau der Katholische Hofkirche nach Dresden geholt hatte und die nahe der Baustelle ihre Quartiere hatten.

Dresden erlebt einen heißen Sommer: Am 7. Juli wird in der Elbestadt durch die Klima- und Forschungsstation Tharandt eine Höchsttemperatur von 37 °C gemessen.

Ein Regentief mit Starkregen verursachte am 22. und 23. Juli schwere Überschwemmungen im Gottleubatal. Gebäude, aber auch Brücken und Bahngleise auf der Strecke Pirna–Gottleuba werden beschädigt. Erst im August kann der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Der Schaden beläuft sich auf 7,4 Millionen Mark. Auch die Bühne und der Zuschauerraum der Felsenbühne Rathen werden durch Unwetter verwüstet.

125 Jahre DNN

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Im Schlosspark Pillnitz wird eine um 1800 für den Hofstaat gebaute Prunkgondel (Tritonengondel) aufgestellt. Bis 1935 befand sie sich im Stallhof des Dresdner Schlosses. Sie ist eine von drei von dem Schiffszimmerermeister Johann Christoph Pätzold gebauten Gondeln, mit denen Gondolieri die Höflinge zwischen der Dresdner Altstadt und Schloss Pillnitz hin- und herfuhren. Die große Treppe am Wasserpallais war so angelegt, dass die Gondeln bequem anlegen konnten.

Am 30. Juli werden die Arbeiter-Wohnungsbau-Genossenschaft (AWG) „IG Örtliche Wirtschaft“ und die AWG des „staatlichen und genossenschaftlichen Handelns“, später AWG Fortschritt, heute WGJ, gegründet.

In Altenberg wird das Bergbaumuseum gegründet. Es widmet sich der Geschichte des traditionellen Zinnerzbergbaus in der Erzgebirgsregion.

Am 16. Dezember wird der Atomreaktor Rossendorf in Betrieb genommen. Er ist der erste Kernreaktor der DDR und nach dem Forschungsreaktor München, der nur sechs Wochen vorher in Betrieb genommen worden war, der zweite in Gesamtdeutschland. Der Forschungs- reaktor ist die erste von drei kerntechnischen Anlagen am Zentralinstitut für Kernforschung in Rossendorf. Er wird nach über 33-jährigem Betrieb 1991 abgeschaltet.

Deutschland, Europa und die Welt

1. Januar: Der durch den Vertrag von Luxemburg ermöglichte Beitritt des Saarlandes zur Bundesrepublik Deutschland wird wirksam.

1. Januar: In der DDR tritt eine neue Straßenverkehrsordnung in Kraft.

1. Januar: Im Pariser Louvre wirft ein Besucher einen Stein auf das Bild der Mona Lisa. Leonardo da Vincis Bild wird leicht beschädigt.

Auch mit dem amerikanischen Filmproduzenten Mike Todd war Liz Taylor von 1957 bis 1958 verheiratet. Quelle: dpa

1. Januar: Die Rentenreform tritt in Kraft. Die Rentenversicherung wurde zu einem auf dem Generationenvertrag beruhenden lohnbezogenen und beitragsbezogenen Versicherungssystem ausgebaut.

2. Januar: Bei einer Unglückswelle von insgesamt acht Flugzeugabstürzen in den USA, Frankreich und Italien sterben vom 1. auf den 2. Januar 39 Menschen, 70 werden verletzt.

3. Januar: Die US-amerikanische „Hamilton Watch Company“ bietet die erste elektrisch angetriebene Armbanduhr an.

6. Februar: In Portugal wird Männern das Schwimmen in Badehosen erlaubt, nachdem vorher nur Badeanzüge zugelassen waren. Zweiteilige Badeanzüge für Frauen bleiben weiterhin verboten.

18. Februar: Beginn der Schauprozesse in Budapest gegen Beteiligte am Volksaufstand in Ungarn vom Oktober 1956

8. März: In München hat der Film „Der Untertan“ des Regisseurs Wolfgang Staudte nach dem gleichnamigen Roman von Heinrich Mann Premiere.

25. März: Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) – dazu gehören Belgien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande und die Bundesrepublik Deutschland.

13. April: Welturaufführung des Films „Die zwölf Geschworenen“

21. Mai: Durch das Bundesverfassungsgericht wird festgestellt, dass West-Berlin ein Land der Bundesrepublik ist und deshalb dort auch das Grundgesetz gilt.

18. Juni: Verkündung des Gesetzes über die Gleichberechtigung von Mann und Frau auf dem Gebiet des bürgerlichen Rechts in der BRD.

26. August: Die Sowjetunion gibt den ersten Start einer Interkontinentalrakete bekannt.

1. September: In der Bundesrepublik Deutschland wird gesetzlich für alle Fahrzeuge innerhalb von Ortschaften das Tempolimit von 50 km/h verbindlich.

2. September: In Little Rock, Arkansas, lässt der Gouverneur Nationalgardisten aufmarschieren, um neun schwarzen Schülern, aus Gründen der Rassentrennung, den Zutritt zur örtlichen Schule zu verwehren. US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower entsendet zwei Wochen später Soldaten der US-Luftlandedivision nach Little Rock, um den Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen.

21. September: 80 Seeleute sterben beim Untergang der „Pamir“.

24. September: Die Schlacht von Algier endet mit einem militärischen Sieg Frankreichs.

29. September: Nukleare Havarie in der kerntechnischen Anlage „Majak“ in der Sowjetunion.

3. Oktober: Willy Brandt wird als Nachfolger des verstorbenen Otto Suhr zum Regierenden Bürgermeister von Berlin gewählt.

4. Oktober: Die Sowjetunion startet vom Weltraumbahnhof Baikonur aus den kugelförmigen Satelliten „Sputnik“ und löst dadurch im Westen den so genannten „Sputnikschock“ aus.

27. Oktober: Gründung des Bundes der Vertriebenen in Deutschland

1. November: Die Frankfurter Prostituierte Rosemarie Nitribitt wird ermordet in ihrer Wohnung aufgefunden. Dem Callgirl werden Beziehungen zu Prominenten in Wirtschaft und Politik nachgesagt.

3. November: Mit „Sputnik 2“ fliegt die russische Hündin „Laika“ in den Erdorbit.

11. Dezember: Die DDR bestraft von nun an ungesetzliches Verlassen ihres Territoriums als Republikflucht.

1957 veröffentlicht Max Frisch seinen Roman „Homo Faber“, wird beim VEB Sachsenring die Nullserie des „Trabant P50“ gebaut, begegnen sich auf einem Kirchenfest in Liverpool zum ersten Mal John Lennon und Paul McCartney, wird das Musical „West Side Story“ in New York uraufgeführt und findet dort die erste deutsch-amerikanische „Steubenparade“ statt und in England kommt der Kriegsfilm „The Bridge on the River Kwai“ (Die Brücke am Kwai) in die Kinos, dessen Filmmusik weltweit zum Ohrwurm wird.

Geboren werden 1957 unter anderem die Journalistin Sabine Christiansen, der Regisseur Oliver Hirschbiegel, die Musiker Gloria Estefan, Falco, Matthias Reim und Jon Moss, der Kabarettist und Moderator Harald Schmidt, die Leichtathletin Marita Koch, Komiker Tom Gerhardt, die Schauspieler Melanie Griffith, Daniel Day-Lewis, Christopher Lambert und Ulrich Tukur, die Fußballer Klaus Augenthaler und Preben Elkjær Larsen, der Komponist Hans Zimmer, der Koch Johann Lafer und der Dresdner Bariton Olaf Bär.

Quelle: LVZ/dpa

Gestorben sind unter anderen der Modeschöpfer Christian Dior, die Schauspieler Oliver Hardy, Humphrey Bogart und Erich Ponto, der Dresdner Stadtbaurat Paul Wolf, die Sängerin Claire Waldoff, die Regisseure Max Ophüls und Erich von Stroheim, der Maler Diego Rivera, der Arzt und Schriftsteller Alfred Döblin und der Komponist Jean Sibelius.

Von Monika Löffler

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