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Lokales Dresden und Versorger bearbeiten Anfragen von Telekommunikationsunternehmen zentral
Dresden Lokales Dresden und Versorger bearbeiten Anfragen von Telekommunikationsunternehmen zentral
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16:54 13.07.2017
Kabel trifft Kanal. Viele Rechtsfragen sind noch ungeklärt, finden die städtischen Versorgungsunternehmen.  Quelle: Stadtentwässerung Dresden
Dresden

Die Telekom plant, ein neues Wohngebiet in Strehlen mit Glasfaserkabel anzuschließen. Für den Breitbandausbau muss das Unternehmen eine Straße unterqueren. Es fragt bei der Drewag Netz GmbH an, ob Infrastruktur vorhanden ist, die für das neue Kabel genutzt werden kann. „Früher hätten wir die Anfrage bejaht, weil tatsächlich ein Stahlrohr unter der Straße liegt“, erklärte Rüdiger Jost von der Dresden Netz GbR. Doch heute bearbeiten die Landeshauptstadt Dresden und die Betreiber der städtischen Infrastruktur für Elektrizität, Gas, Fernwärme und Abwasser solche Anfragen koordiniert. So stellte sich heraus, dass die Verkehrsbetriebe demnächst auf der Straße ihre Gleise erneuern werden.

„Wir wären einen Vertrag mit der Telekom eingegangen, den wir schon nach wenigen Monaten nicht hätten erfüllen können“, so Jost. Im Zuge des Gleisbaus muss das Stahlrohr ausgebaut werden. Stattdessen hat die Telekom eine eigene Lösung gefunden, die Straße zu unterqueren und das Wohngebiet mit schnellem Internet zu versorgen.

„Es ist notwendig, dass wir die Anfragen koordinieren“, erklärte Lars Seiffert, Vorstand der Dresdner Verkehrsbetriebe. „Wir können gemeinsam nach der besten technischen Variante suchen und unnötige Bauarbeiten vermeiden“, sieht Ralf Strothteicher, Prokurist der Stadtentwässerung, einen Vorteil. Finden sich Leerrohre, muss die Telekom Straßen nicht aufgraben, sondern kann mit städtischen Unternehmen kooperieren.

Am Donnerstag unterzeichneten Straßen- und Tiefbauamtsleiter Reinhard Koettnitz für die Landeshauptstadt, Gunda Röstel, Geschäftsführerin der Stadtentwässerung, Seiffert, Jost und Frank Otto, Geschäftsführer der Drewag Netz GmbH, den Vertrag für die Kooperation bei Anfragen von Telekommunikationsunternehmen. Hintergrund ist das Gesetz zur Erleichterung des Ausbaus digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze, das der Bundestag im vergangenen Jahr verabschiedet hat und das die kommunalen Versorger zur Zusammenarbeit mit den Telekommunikationsunternehmen verpflichtet. „Wir begrüßen den Ausbau digitaler Hochgeschwindigkeitsnetze und möchten unseren Beitrag dazu leisten“, erklärte Röstel. Aber: Mehrere Fragen seien nicht geklärt.

2016 seien bei der Stadtentwässerung fünf Leitungsschäden registriert worden, die bei Erdarbeiten entstanden seien. „Unsere Kanäle wurden mit Erdraketen angeschossen“, so Röstel. Die Dunkelziffer liege höher, im Gegensatz zu einer Gasleitung falle ein Leck im Abwasserkanal nicht so schnell auf. „Wir werden Probleme bekommen, den Verursacher später in Haftung zu nehmen.“ Es bestünde auch die Gefahr, dass die Mitnutzung vorhandener Medienkanäle zu Betriebsstörungen und bei unsachgemäßer Ausführung zu erheblichen Schäden führen könne, so Röstel. „Hier hoffen wir, dass der Gesetzgeber nachbessert und die handwerklichen Fehler des Gesetzes behebt.“ Das treffe auch für den Schutz sensibler Daten der sogenannten kritischen Infrastruktur zu.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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