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Dresden und Berlin bei Mieten gleichauf

Dresden und Berlin bei Mieten gleichauf

Michael Kiefer, der Chefanalyst von "Immobilienscout 24", hatte gestern eine gute und eine schlechte Nachricht für die Dresdner. Die gute ist, dass sich die Mieten, die in den vergangenen Jahren stark gestiegen sind, langsam beruhigen.

Die schlechte, dass die klassischen mittleren Lagen zunehmend aussterben, während das Gefälle zwischen den extrem teuren und extrem billigen Vierteln wächst. Die DNN beantworten wichtige Fragen zum Thema.

m Wie haben sich die Mieten in Dresden entwickelt?

Die Analysten von "Immobilien-scout 24" haben Tausende Dresdner Angebote auf ihrem Internetportal verglichen und eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 6,50 Euro pro Quadratmeter errechnet. "Das ist deutlich über dem Bundesdurchschnitt, mittlerweile hat Dresden ein ähnlich hohes Niveau wie Berlin erreicht", betont Kiefer. Innerhalb eines Jahres seien die Mieten bei Neuverträgen um 4,6 Prozent nach oben geklettert.

m Welche Stadtteile sind gefragt, welche nicht?

Die größten Steigerungen verzeichnet "Immobilienscout 24" im Gebiet der Inneren Altstadt (+6,3 Prozent), in Blasewitz (+5,8 Prozent), in Gorbitz-Nord/Neu-Omsewitz (+5,7 Prozent) sowie in der Pirnaischen und der Leipziger Vorstadt (jeweils +5,3 Prozent). Mit Durchschnittsmieten von fast zehn Euro pro Quadratmeter ist die Innere Altstadt auch Dresdens teuerstes Viertel, gefolgt von Loschwitz und Wachwitz (8,60 Euro), Blasewitz (7,60 Euro) und Striesen-Ost (7,30 Euro). Die Stadtteile mit den niedrigsten Mieten sind dagegen Gorbitz (4,90 Euro bis 5,30 Euro), Großzschachwitz (4,90 Euro) und Prohlis-Süd (5,30 Euro).

m Kann sich der Otto-Normal-Verbraucher überhaupt noch eine schöne Wohnung in Dresden leisten?

Das hängt natürlich immer von den individuellen Ansprüchen ab, aber klar ist: "Innenstadtnahes Wohnen wird für viele Dresdner in Zukunft nicht mehr bezahlbar sein", so Michael Kiefers düstere Prognose. Der so genannte Paris-Effekt, also dass die Menschen immer mehr an den Stadtrand gedrängt werden, erreiche auch bei uns zunehmend den Mittelstand. "An dieser Entwicklung trägt die Kommunalpolitik eine Mitschuld", sagt Kiefer. "Wenn die Stadt ihre Grundstücke meistbietend an Investoren verkauft, schießen natürlich die Baukosten in die Höhe und in Folge des knappen Angebots auch die Mieten bzw. Kaufpreise."

m Wenn in Dresden neu gebaut wird, entstehen oft Eigentumswohnungen. Gibt es dafür so viel Bedarf?

"Die zunehmende Inflationsangst gekoppelt mit den aktuell niedrigen Zinsen hat das Interesse an Wohneigentum in den vergangenen Jahren beflügelt", meint Kiefer. In Reick und der Friedrichstadt sind die Kaufpreise innerhalb der vergangenen zwölf Monate regelrecht explodiert. Steigerungen von 13,6 und 13 Prozent hat "Immobilienscout 24" für diese Stadtteile registriert. Reick zählt mittlerweile sogar zu den teuersten Eigentumsstandorten in Dresden mit durchschnittlichen Quadratmeterpreisen von 2057 Euro.

Absoluter Spitzenreiter ist allerdings wie bei den Mieten die Innere Altstadt mit fast 2500 Euro. Das Beispiel Schützenplatz, der immer mehr bebaut wird, zeigt, dass es genügend (Neu)-Dresdner gibt, die bereit sind, so viel Geld für eine Eigentumswohnung auf den Tisch zu legen. Denn die Käufer sind in der Regel Selbstnutzer und kaum noch klassische Kapitalanleger wie unmittelbar nach der Wende.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.09.2013

Christoph Stephan

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