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Dresden sucht Ideen für das Königsufer

Stadt lobt städtebaulichen Wettbewerb aus Dresden sucht Ideen für das Königsufer

Königsufer und Neustädter Markt – auf diesen exponierten Flächen ist noch eine städtebauliche Entwicklung möglich. Über das Wie sollen sich Architekten Gedanken machen. Die Bürger dürfen aber ein gehöriges Wörtchen bei der Gestaltung mitreden.

An der Augustusbrücke entsteht das Narrenhäusl.

Quelle: Marie Zoe Vanherpe

Dresden. Wenige Plätze liegen so exponiert wie der Neustädter Markt und das Königsufer. Der Stadtrat hat 2016 die Aufstellung eines Bebauungsplanes und einen offenen Wettbewerb beschlossen. Laut Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) soll im Herbst 2018 das Wettbewerbsergebnis vorliegen. Auf dem Weg dahin will die Stadt die Dresdnerinnen und Dresdner sehr engmaschig einbeziehen. Das plant die Stadtverwaltung:

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Königsufer und Neustädter Markt – auf diesen exponierten Flächen ist noch eine städtebauliche Entwicklung möglich. Über das Wie sollen sich Architekten Gedanken machen. Die Bürger dürfen aber ein gehöriges Wörtchen bei der Gestaltung mitreden.

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Wie soll der Wettbewerb ablaufen?

Der Dresdner Architekt Matthias Horst wurde mit der Durchführung beauftragt. „Wir planen einen internationalen, offenen zweiphasigen städtebaulichen und freiraumplanerischen Ideenwettbewerb“, erklärte er. In Phase 1 könnten sich alle interessierten Architekturbüros bewerben und Pläne vorlegen. Er rechnet mit etwa 50 Interessenten. „Früher wären es vielleicht 500 gewesen. Aber wegen der Konjunktur überlegen sich die Büros sehr genau, an welchen Wettbewerben sie sich beteiligen“, so Horst. In Phase 2 werde das Bewerberfeld eingegrenzt auf sechs bis zehn Teilnehmer. Aus den vertieften Entwürfen geht dann der Wettbewerbssieger hervor.

Wie können sich die Bürger einbringen?

Schmidt-Lamontain kündigte Informationsveranstaltungen und Workshops an. Die Einwohner könnten schon die Fragestellung des Wettbewerbs mit beeinflussen, die Ergebnisse der ersten Phase könnten öffentlich ausgestellt werden, noch bevor das Preisgericht tagt. „Dann könnten die Bürger mit Klebezetteln ihre Meinungen zum Ausdruck bringen“, stellt sich der Baubürgermeister vor. Nach der Auswahl der Teilnehmer für Phase 2 soll es wieder eine große öffentliche Gesprächsrunde unter Beteiligung des Stadtrates geben.

Welche Fragestellungen sollen in dem Wettbewerb beantwortet werden?

Die Stadtverwaltung hat die Architekten Thomas Will und Siegbert Langner von Hatzfeldt gebeten, die Fragestellung auszuarbeiten. Will sieht die Aufgabe, die städtebauliche Entwicklung am Königsufer zur Flusslandschaft hin kleinteilig zu gestalten, zum Neustädter Markt hingegen so, dass der Platz eine Fassung erhält, sich der Stadtraum schließt. Langner von Hatzfeldt erklärte, dass das Gebiet vom Blockhaus und der Dreikönigskirche dominiert werde. Für die Höhe der künftigen Uferbebauung sei das gewaltige Dach der Kirche entscheidend. Die neuen Gebäude dürften die Blickbeziehungen nicht stören. Beide Architekten beschäftigen sich mit der vierspurigen Großen Meißner Straße. „Der Verkehr muss gezähmt werden“, findet Will.

Was geschieht mit dem Siegerentwurf?

Der Wettbewerb wird ohne Realisierungsabsicht ausgelobt. Das Ergebnis soll in einen Bebauungsplan einfließen. Es handelt sich um einen städtebaulichen Entwurf und nicht um die Frage, ob moderne, neoklassizistische oder barocke Fassaden errichtet werden. Die Flächen befinden sich im Besitz des Freistaats, der Stadt und von privaten Eigentümern. Diese erhalten Vorgaben, die sie dann mit gewissen Freiheiten umsetzen können.

Welche Rolle spielt das vom Stadtrat beschlossene Narrenhäusl?

„Das Narrenhäusl ist gesetzt“, erklärte Schmidt-Lamontain. Die Stadt hat den Wiederaufbau ausgeschrieben, in wenigen Wochen ende die Ausschreibungsfrist und die Angebote würden ausgewertet. Alle Wettbewerbsteilnehmer müssten das Gebäude am Kopf der Augustusbrücke in ihre Überlegungen einbeziehen.

Wann wird am Königsufer und am Neustädter Markt gebaut?

Das hängt von den Besitzern der Grundstücke ab, so der Baubürgermeister. Diese werden am Verfahren beteiligt und erhalten Sitze in der Jury. „Ihre Absichten sind höchst unterschiedlich, das muss man diskutieren.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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