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Lokales Dresden steht im Stau – Autobahnbaustelle sorgt für Verkehrschaos
Dresden Lokales Dresden steht im Stau – Autobahnbaustelle sorgt für Verkehrschaos
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09:28 24.04.2018
Ein Klassiker unter den Staufallen: Vom Schillerplatz staut es sich während der Hauptverkehrszeit bis auf die Goetheallee zurück. Quelle: Anja Schneider
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Dresden

 48 Minuten Fahrzeit für gerade einmal 13 Kilometer. Durchschnittsgeschwindigkeit: 16 Stundenkilometer – Autofahrer sind in Dresden derzeit nicht zu beneiden. Wo es früher mit im Schnitt um die 25 Km/h für Großstadtverkehr relativ zügig voran ging, muss jetzt Geduld bewiesen werden. Beispiel Montagmorgen: Auf vielen klassischen Pendlerrouten wie der Leipziger Straße, Tharandter Straße, Königsbrücker Straße, Pillnitzer Landstraße und Washingtonstraße dauert es laut Verkehrsfunk etwa eine halbe Stunde länger als gewohnt. Dazu staut es sich auf den Autobahnen 4 und 17. Vieles deutet darauf hin, dass das in diesem Jahr nicht die Ausnahme, sondern die Regel ist. DNN beleuchten Dresdens schlimmste Staufallen.

Autobahn 4

Die Bauarbeiter haben noch gar nicht richtig die Arbeit zwischen der Auffahrt Altstadt und der Raststätte Dresdner Tor aufgenommen, da staut es sich schon. Sie sollen bis Ende Oktober für rund 8,7 Millionen Euro die verschlissene Betonfahrbahn durch Asphalt ersetzen. Zwar sei die Lage nicht schlimmer als bei der Sanierung des Abschnitts Wilder Mann bis Altstadt im vergangenen Jahr, sagt Isabel Siebert, Sprecherin des Landesamts für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Lange Staus wie am Montagmorgen in Fahrtrichtung Chemnitz sprechen allerdings eine andere Sprache. Die Polizei spricht von einem erhöhtem Unfallaufkommen durch das Baugeschehen, konkrete Zahlen dafür gibt es jedoch noch nicht.

Am Stauende auf der Autobahn 4 bei Wilsdruff musste am Montagvormittag ein Lkw bremsen. Der nachfahrende Lasterfahrer bemerkte das zu spät und fuhr auf. Es gab zwei Verletzte und eine Vollsperrung der A 4 in Richtung Dresden. Quelle: Roland Halkasch

Da auch das Autobahnkreuz Dresden-West in der Baustrecke liegt, gibt es auch auf A 17 Auswirkungen. Dort richtete die Polizei am Montag eine sogenannte Blockabfertigung ein, die verhindern soll, dass sich Autos vom Autobahnkreuz bis in die Tunnel der A 17 zurückstauen. „Wir müssen davon ausgehen, dass ein solches Eingreifen in den Spitzenverkehrszeiten auch wiederholt notwendig werden kann, solange wir auf der A 4 die Baustelle haben“, sagt Siebert. Wenn dann noch, wie Montagvormittag, ein Auffahrunfall für die Vollsperrung einer Fahrtrichtung führt, herrschen auf Autobahn und allen Umleitungsstrecken Verkehrschaos und Staus. Immerhin einen Trost hat Lasuv-Sprecherin Siebert: Wenn die Baustelleneinrichtung mit verengten Fahrbahnen und Temposchildern erst einmal eine Weile steht, ziehe Routine ein. „Dann wird entsprechend mehr Fahrtzeit eingeplant und besonnener die bauzeitliche Verkehrsführung durchquert“, hofft sie.

Autobahn 13

Besser wäre das, denn auch auf der A 13 wird zwischen Marsdorf und Schönborn auf 10,2 Kilometern die Fahrbahn erneuert. Die etwa 4,9 Millionen Euro teuren Arbeiten sollen bis Ende September dauern. Auch dort gelten Fahrbahnverengung und Tempo 80. Anders als auf der A 4 hat das jedoch noch nicht zu kilometerlangen Staus geführt.

Pillnitzer Landstraße

Die Sanierungsarbeiten an einer Stützmauer auf Höhe der Calberlastraße haben schon für Unmut gesorgt. Der Ortsverein Loschwitz-Wachwitz hält sie für unverhältnismäßig. Die halbseitige Sperrung der Fahrbahn, die das bis Dezember geplante Vorhaben nötig macht, hat die Pillnitzer Landstraße jedenfalls zum „Nadelöhr“ gemacht, wie Falk Lösch, Sprecher der Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) sagt. Dort stehen neben vielen Autos auch die Busse der Linie 63 regelmäßig im Stau. Für die Betroffenen gibt es eine schlechte Nachricht: Von Juni bis Dezember will die Stadt auch eine Stützmauer an der Wachwitzer Bergstraße sanieren. Die Wachwitzer Bergstraße muss deshalb zeitweise voll, die Pillnitzer Landstraße halbseitig gesperrt werden.

Leipziger Straße

Auf Höhe des Alten Schlachthofs unterqueren die Stadtwerke Drewag derzeit in 2,50 Meter Tiefe die Leipziger Straße mit einer neuen Fernwärmeleitung. Die Baugruben, die die Straße auf beiden Seiten verschmälern, sollen Ende August, Anfang September verschwinden, sagt Drewag-Sprecherin Gerlind Ostmann. Und mit ihnen die Ampeln, die an der Stelle gerade im Berufsverkehr für Staus sorgen. Sie sind dafür gedacht, die gemeinsam von Autos und Straßenbahnen genutzten Gleise für durchfahrende Trams freizuhalten. Ein System, das nach anfänglichen Problemen nun ganz gut funktioniere, wie es von den DVB heißt. Die benachbarte Erfurter Straße, wo die Drewag ebenfalls eine Fernwärmeleitung verlegt, ist übrigens bis Mitte Juli gesperrt.

Kesselsdorfer Straße

In Löbtau beginnen im Mai so langsam die Arbeiten an der neuen Zentralhaltestelle auf der Kesselsdorfer Straße. Zunächst wird für rund 2,6 Millionen Euro im Umfeld gebaut, vor allem auf der Wernerstraße. Dort soll dann der Verkehr fließen, wenn ab 2019 auf der „Kesselsdorfer“ für Autos kein Durchkommen mehr ist. Die Arbeiten werden nicht ohne Auswirkungen auf den Verkehr im dicht besiedelten Stadtteil bleiben.

Und sonst?

Da gibt es die „Klassiker“, wenn man die Verkehrsprofis von den DVB fragt, etwa den Schillerplatz in Blasewitz oder die Stauffenbergallee. Derzeit bereiten ebenso Flügelwegbrücke und Washingtonstraße Probleme, worunter Busse der Linien 70 und 80 leiden. Die Strecke gilt als Alternative zur Autobahn, ist also von der dortigen Baustelle betroffen. Für spürbare Nadelstiche wird zudem das Fahrbahnsanierungsprogramm der Stadt sorgen, das kurzzeitig die Vollsperrung, wie derzeit auf der Chemnitzer Straße, oder teilweise Sperrung, wie bis vorige Woche auf dem Terrassenufer, nötig macht. Auf der Liste für dieses Jahr stehen viele Straßen mit hoher Bedeutung für den Verkehr, etwa die Hansastraße, Königsbrücker Landstraße, Washingtonstraße, Dohnaer Straße, Meißner Landstraße, Radeburger Straße und die Bodenbacher Straße.

Von Uwe Hofmann

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