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Lokales Dresden startet kommunalen Wohnungsbau
Dresden Lokales Dresden startet kommunalen Wohnungsbau
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07:37 12.09.2018
Am 19. September ist erster Spatenstich für dieses Gebäude an der Ulmenstraße. Quelle: Stesad GmbH
Dresden

Exakt ein Jahr nach der Gründung der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft Wohnen in Dresden GmbH & Co. KG (WiD) wird es am 19. September den ersten Spatenstich für kommunale Wohnungen geben: Auf einem Grundstück an der Ulmenstraße in Leuben wird die WiD ein Mehrfamilienhaus mit 22 Sozialwohnungen errichten. Die Gesellschaft hat die Baufirmen für das Vorhaben gebunden und rechnet mit einer Übergabe der Wohnungen im Herbst 2019.

Wie WiD-Geschäftsführer Steffen Jäckel den DNN mitteilte, soll in diesem Jahr auch der Bau von 48 Sozialwohnungen am Nickerner Weg beginnen. Die Finanzierung des Vorhabens sei gesichert, die WiD habe die Bauaufträge im Juni und Juli ausgeschrieben. „Wir rechnen mit einem Baubeginn im November“, erklärte Jäckel.

Städtebauliche Akzente haben wenig Platz

Einen kleinen Rückschlag habe es beim dritten für dieses Jahr geplanten Vorhaben in der Alemannenstraße gegeben. Hier sollen in für Striesen typischen Stadtvillen 35 Sozialwohnungen entstehen. Laut dem WiD-Geschäftsführer hatten die Baukostenberechnungen des vorliegenden Entwurfes aber den vorgeschrieben Rahmen überschritten. „Deshalb mussten wir noch einmal umplanen.“ Dafür seien die Planungen für Wohngebäude mit 26 Sozialwohnungen auf der Kipsdorfer Straße und 50 Wohneinheiten auf der Bulgakowstraße weit vorangeschritten. „Hier werden wir als nächstes die Fördermittelanträge stellen“, kündigt Jäckel an. In den Ortsbeiräten Plauen, Leuben und Blasewitz werden in den nächsten Wochen die Bauprojekte vorgestellt.

Steffen Jäckel Quelle: Anja Schneider

Laut Förderprogramm des Freistaates dürfen die Baukosten bei Neubau 2200 Euro pro Quadratmeter nicht überschreiten. „Das Thema städtebauliche Akzente setzen passt nicht in die Systematik der Fördermittel“, stellt Jäckel trocken fest, „wir müssen uns disziplinieren und werden keine Leitbauten für Wohngebäude herstellen können. Dennoch legt die WiD in allen Planungen großen Wert auf eine ortstypische Eingliederung der neuen WiD-Häuser. Wir bauen keine Häuser von der Stange.“

Dieses Postulat gelte auch für das geplante Hochhaus auf der Florian-Geyer-Straße. Dort habe der Gewinner des Wettbewerbs eine elegante, aber kostenintensive Konstruktion vorgeschlagen. „Das Wettbewerbsergebnis aus der Vorentwurfsplanung nehmen wir als Grundlage für die weiteren Fachplanungen. Die WiD kann Wohnhäuser nur dann errichten, wenn sowohl die Anforderungen an die Bebauung, an die Grundrisse der Wohnungen, aber auch an die Förderkulisse passen.“

Die WiD bemühe sich nach Kräften, Kosten zu sparen und verwende für ihre Vorhaben die moderne BIM-Methodik, bei der bei der Planung dreidimensionale Modelle verwendet werden, die laut Jäckel zu genauen Planungen und verlässlichen Kostenprognosen führen würden. Allerdings sei das Vergaberecht noch nicht auf BIM vorbereitet. „Hier muss der Gesetzgeber handeln, damit wir die Vorteile von BIM nicht verspielen.“

Carsharing und Fahrradparkplätze

Während er beim Thema Städtebau wegen des vorgeschriebenen Finanzenrahmens Probleme sieht, bekennt sich Jäckel zu hohen ökologischen Ansprüchen. „Ökologisch ist jeder Quadratmeter, den wir nicht bauen“, erklärt er, das Verhältnis von Nebenflächen zu Wohnfläche werde optimiert. „Wir bauen zunächst einmal für einkommensschwache Haushalte. Funktionale Wohnungen werden aber immer marktfähig sein“, ist sich der WiD-Geschäftsführer sicher.

„Unsere künftigen Mieter besitzen seltener ein eigenes Auto. Es wäre unwirtschaftlich, pro Wohnung einen Parkplatz zu errichten“, findet Jäckel. 0,6 soll der Faktor betragen, dafür will die WiD viele Fahrradabstellplätze errichten. Und die Gesellschaft arbeite mit einem großen Car-Sharing-Anbieter zusammen. Für bestimmte Zwecke könnten die Bewohner so unkompliziert ein Auto mieten.

Für die Gestaltung der Mülltonnenstellplätze schweben Jäckel begrünte Ränder vor, für die Pflege der Außenanlagen will er die Mieter in die Verantwortung nehmen. „Wir wollen, dass eine gewisse Gemeinschaft entsteht und die Bewohner eine Verbindung zur Immobilie aufbauen können.“

Die Internetseite der WiD ist längst am Netz, die ersten Interessenten würden bereits anrufen und sich nach freien Wohnungen erkundigen. Bis das Unternehmen Angebote unterbreiten kann, wird es noch etwas dauern: 777 Sozialwohnungen stehen bis 2021 auf dem Papier. Wie es danach weiter geht, kann Jäckel noch nicht sagen. „Das hängt davon ab, in welcher Form im Freistaat der soziale Wohnungsbau gefördert wird.“ Er gehe davon aus, dass an der Objektförderung festgehalten wird, weil anders kein zusätzlicher Wohnraum in diesem Preissegment dauerhaft angeboten werden könne.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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