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Lokales Vom Aufzug für die Brühlsche Terrasse profitiert vor allem der Freistaat
Dresden Lokales Vom Aufzug für die Brühlsche Terrasse profitiert vor allem der Freistaat
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08:44 13.06.2017
Der Aufzug soll im Turm des Ständehauses errichtet werden.  Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

 Die Mittel stehen bereit, die Planungen sind weit vorangeschritten: „Derzeit wird die bauliche Detailplanung erstellt“, erklärte Petra Brommer, Sprecherin des Staatsbetriebs Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB), auf Anfrage der DNN. „Der Baubeginn wäre ab viertes Quartal 2017 möglich.“ Dann könnte in das Ständehaus ein Aufzug eingebaut werden, der den barrierefreien Zugang zur Brühlschen Terrasse ermöglicht. Freistaat Sachsen und Landeshauptstadt Dresden haben sich über die Finanzierung geeinigt. Beide Seiten stellen jeweils 500 000 Euro zur Verfügung.

Zwar sind Brühlsche Terrasse und Ständehaus Immobilien des Freistaats Sachsen, aber genutzt werde der Aufzug von den Touristen, von denen die Landeshauptstadt Dresden in erster Linie profitiert, rechtfertigte das Land die geforderte Kostenbeteiligung der Stadt. Kritiker des Finanzierungsmodells meinen aber, Finanzminister Georg Unland (CDU) ziehe die Stadt gewaltig über den Tisch. Der Freistaat habe deutlich mehr Vorteile von einem Aufzug im Ständehaus. Denn das Gebäude, in dem das Oberlandesgericht (OLG) und das Landesamt für Denkmalpflege untergebracht sind, erhalte endlich eine behindertengerechte Erschließung, die diesen Namen auch verdient.

„Das Ständehaus ist bereits behindertengerecht erschlossen. Der Aufzug würde dies optimieren“, räumte Brommer ein. Über den Haupteingang kommen Rollstuhlfahrer nicht ins Ständehaus. Sie müsse sich an die Hinterfront begeben und in die Tiefgarage gelangen, um den Aufzug des Gebäudes nutzen zu können. Wird der Aufzug zur Brühlschen Terrasse gebaut, könnten Behinderte den Seiteneingang nutzen, um barrierefrei ins Gebäude zu gelangen. Ein eindeutiger Vorteil für den Freistaat als Besitzer der Immobilie, den die Landeshauptstadt mitfinanzieren wird.

Damit der Aufzug hinter dem Seiteneingang eingebaut werden kann, sind umfangreiche Umbauten im Gebäude erforderlich. Unter anderem muss die Sicherheitsschleuse des Gerichtes an den Haupteingang verlegt werden. Auch das verteuert die Baukosten. Zum Vergleich: Ein Aufzug außerhalb des Ständehauses würde nach vorsichtigen Schätzungen nur rund 400 000 Euro kosten. Allerdings könnte es erhebliche Probleme mit dem Denkmalschutz in diesem sensiblen Bereich geben.

„Aber für einen Aufzug im Gebäude müsste es Hinweisschilder geben, damit er von den Nutzern gefunden wird. Auch diese müssten an denkmalgeschützten Fassaden angebracht werden“, gibt Dietrich Ewers, der frühere Leiter des Ortsamtes Altstadt, zu bedenken. Der Sozialdemokrat setzt sich für einen Außenaufzug ein. Er sieht Probleme, den Aufzug Tag und Nacht zu betrieben, wenn er im Gebäude errichtet wird.

Diese Probleme gibt es laut Brommer nicht. „Der Aufzug soll im 24-Stunden-Betrieb öffentlich nutzbar sein und damit unabhängig von den Geschäftszeiten des OLG.“ Laut DNN-Informationen könnte der Aufzug so programmiert werden, dass er außerhalb der Geschäftszeiten des Gerichtes nicht im Gebäude hält. Zudem ist das OLG rund um die Uhr bewacht.

Während die Finanzierung der Investitionskosten geklärt ist, bleibt laut Brommer noch offen, wer die geschätzten Betriebskosten in Höhe von 40 000 Euro pro Jahr tragen wird. „Dieser Punkt befindet sich derzeit in Abstimmung. Eine belastbare Aussage kann daher noch nicht getroffen werden“, so die SIB-Sprecherin. Klar dürfte sein, dass Unland auch hier die Hand aufhalten wird, um die Stadt für eine Aufgabe des Freistaats zur Kasse zu bitten.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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