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Dresden soll Kinderbüro und wieder einen Kinderbeauftragten erhalten

Verwaltung Dresden soll Kinderbüro und wieder einen Kinderbeauftragten erhalten

Kinder und Jugendliche sollen in Dresden mehr Einfluss auf Verwaltung und Politik erhalten. Dazu haben das Kulturbüro Dresden sowie der Stadtjugendring Dresden ein Rahmenkonzept entwickelt. Ein erster richtungsweisender Beschluss dazu wird am heutigen Donnerstag im Jugendhilfeausschuss erwartet.

Kinder und Jugendliche sollen in Dresden mehr Einfluss auf Verwaltung und Politik in Dresden erhalten.

Quelle: Vladimir Zaplakhov

Dresden. Kinder und Jugendliche sollen in Dresden mehr Einfluss auf die Verwaltung und die Politik erhalten. „Wir müssen unsere Kinder und Jugendlichen stärker auf dem Weg einer Demokratie mitnehmen, um Politikverdrossenheit und das Gefühl des ,Ausgegrenzt-seins’ zu verhindern“, heißt es in einem Rahmenkonzept, das Peggy Stockhowe vom Kulturbüro Dresden und Julia Franke vom Stadtjugendring Dresden entwickelt haben.

Zu den Kernpunkten des Konzeptes gehört ein Kinder- und Jugendbüro, das mit knapp fünf Stellen ausgestattet und außerhalb der Verwaltung angesiedelt werden sollte. Die Autoren empfehlen dafür eine freie Trägerschaft. Dieses Büro soll unter anderem Projekte und Angebote entwickeln, in denen sich Kinder und Jugendliche mit ihren Ideen bei Entscheidungen in der Stadt einbringen können. Die Arbeit sollte sich auf Stadtteile beziehen oder noch kleinteiliger sein, empfiehlt Stockhowe. Außerdem soll das Büro auch Multiplikatoren bei der Arbeit mit Beteiligungsprojekten für Kinder und Jugendliche unterstützen. Zudem sollen Kinder und Jugendliche im Jugendhilfeausschuss ein echtes Mandat erhalten, auch diese Vertreter sollen durch das Büro begleitet werden. Für Kleinprojekte soll es einen Kinder- und Jugendförderfonds geben, für den die Konzeptautoren einen Finanzausstattung von 10000 Euro empfehlen, 20000 Euro sollten in einen speziellen Demokratieförderfonds aufgenommen werden.

Doch auch innerhalb der Verwaltung sollen Veränderungen eintreten. Mit einem Kinderbeauftragten könnten die Ämter schrittweise für die Berücksichtigung von Kinderinteressen gewonnen werden. „Dabei geht es nicht darum, dass es in der Verwaltung dann immer heißt, das kann ja der Kinderbeauftragte machen“, erklärte Stockhowe. Vielmehr soll der Kinderbeauftragte so in die Verwaltung hineinwirken, dass die Mitarbeiter von sich aus bei Entscheidungen auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen achten.

Damit würde ein Posten wiederbelebt, für den es vor Jahren schon zwei Anläufe gab, die aber nach kurzer Zeit gescheitert sind. Mancher erinnert sich heute, dass die Funktion seinerzeit zum Verhandlungspaket gehörte, als den Linken den Woba-Verkauf schmackhaft gemacht werden sollte. Letztlich fehlte aber wohl der Wille, dieses Amt mit Leben zu erfüllen. So gibt es den Kinderbeauftragten zwar auf dem Papier, besetzt ist er aber nicht.

Die Autoren des Konzepts zielen auf Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr, weil ab da über das Wahlrecht Einflussmöglichkeiten auf politische Prozesse in der Stadt bestehen. Ausdrücklich müsse es darum gehen, die Wünsche der Kinder zu ergründen und nicht die der Eltern. „Diese haben häufig einen ganz anderen Blick auf die Wünsche ihrer Kinder“, erklärt Stockhowe. Ihrer Erfahrung nach „freuen sich Kinder, wenn sie nach ihren Vorstellung gefragt werden und bringen Dinge ein, an die wir Erwachsenen nicht gedacht haben“.

Der Jugendhilfeausschuss soll heute erste richtungsweisende Entscheidungen fällen. Folgt er der Empfehlung aus dem Unterausschuss Planung soll das Kinder- und Jugendbüro zum 1. Juni 2017 eingerichtet werden, dafür sollen jährlich 100000 Euro aus den Mitteln der Jugendhilfeförderung bereitgestellt werden. Der Oberbürgermeister wird beauftragt, bis 30. Juni 2017 den Posten des Kinderbeauftragten neu zu besetzen. Dann soll bis 30. Juni 2018 unter Federführung des Beauftragten ein Konzept vom Stadtrat beschlossen werden, wie die Vorschläge aus dem Kulturbüro und dem Stadtjugendring umgesetzt werden. Gleichzeitig sollen sich die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses selbstverpflichten, um Mandatsträger unter 27 Jahren für den Jugendhilfeausschuss zu werden.

Von Ingolf Pleil

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