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Dresden soll Helmut Kohl die Ehrenbürgerwürde verleihen

Gesellschaft Historischer Neumarkt fordert Dresden soll Helmut Kohl die Ehrenbürgerwürde verleihen

Der am Freitag verstorbene Altkanzler Helmut Kohl hat seine wichtigste Rede in Dresden gehalten. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden fordert die postume Verleihung der Ehrenbürgerwürde an Helmut Kohl. Die Stadtverwaltung erteilte diesem Ansinnen eine eindeutige Absage.

Helmut Kohl 1989 in Dresden.

Quelle: Wolfgang Kumm

Dresden. Die Gesellschaft Historischer Neumarkt Dresden (GHND) hat vorgeschlagen, den am Freitag verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl auf Grund seiner Verdienste, die eng mit dem Schicksal von Dresden verbunden seien, die Ehrenbürgerschaft postum zu verleihen. Sollte dafür eine Satzungsänderung erforderlich sein, so GHND-Vorstandsvorsitzender Torsten Kulke, solle der Stadtrat diese Änderung beschließen.

Dresden und Helmut Kohl – das sei schon seit den 1970-er Jahren eine ganz besondere Beziehung gewesen, erklärte Kulke. Der noch junge Kohl sei nach Dresden gereist und habe eine in Teilen zerstörte Stadt erlebt, die ihn nachhaltig beeindruckt habe. Auch als Bundeskanzler sei Helmut Kohl privat nach Dresden gereist. Am 19. Dezember 1989 habe der Bundeskanzler seine wohl wichtigste Rede vor der Ruine der Frauenkirche gehalten. Später habe Kohls Engagement dem Wiederaufbau der Frauenkirche gegolten, für den er sich persönlich und auch mit finanziellen Mitteln eingesetzt habe. „Ohne sein geschicktes Agieren, seine Tatkraft in dieser geschichtlichen Stunde 1989 wäre weder der Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche durchführbar noch des sie umgebenden Neumarktes in der heutigen Qualität denkbar gewesen.“

Die Verleihung der Ehrenbürgerschaft wird durch eine Satzung geregelt. Darin heißt es: „Die Landeshauptstadt Dresden kann an lebende Personen das Ehrenbürgerrecht (Ehrenbürgerschaft) oder die Ehrenmedaille der Stadt Dresden verleihen.“ Seit 1989 wurde nur drei Persönlichkeiten die Ehrenbürgerwürde verliehen: dem Denkmalschützer Hans Nadler, dem Pfarrer Christof Ziemer und dem Frauenkirchen-Baudirektor Eberhard Burger.

Kai Schulz, Pressesprecher der Landeshauptstadt Dresden, erklärte auf Anfrage der DNN: „Der Oberbürgermeister wird mit der Bürgermeisterin für Kultur, die auch für die Erinnerungskultur zuständig ist, beraten, in welcher Art und Weise Dresden Helmut Kohl gedenken wird. Die Ehrenbürgerschaft ist postum nicht möglich und sinnvoll.“

Einfacher wäre es, eine Straße oder einen Platz nach Helmut Kohl zu benennen. Der Stadtrat entscheidet nach Auskunft der Verwaltung über neue Namen für Straßen und Plätze. Im Amt für Geodaten und Kataster gibt es eine Arbeitsgruppe Straßennamen, die über meist von Ortsbeiräten oder Ortschaftsräten eingebrachte Vorschläge berät. Schulz erklärte, dass sich die Stadt auch hier in Zurückhaltung üben werde: „Ein Wettrennen um die erste Platz- oder Straßenbenennung werden wir nicht mitmachen.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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