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Dresden prüft die frühere Sanierung des Rathauses

TLG-Coup Dresden prüft die frühere Sanierung des Rathauses

Nach dem Konzept ist vor dem Konzept: Kaum hat Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) seine Strategie für die Unterbringung der Stadtverwaltung in die Gremien des Stadtrats eingebracht, da muss er sie schon wieder über den Haufen werfen.

Muss dringend weiter saniert werden: Das Dresdner Rathaus.

Quelle: Archiv DNN

Dresden. Nach dem Konzept ist vor dem Konzept: Kaum hat Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) seine Strategie für die Unterbringung der Stadtverwaltung in die Gremien des Stadtrats eingebracht, da muss er sie schon wieder über den Haufen werfen. Wobei es sich gewissermaßen um einen Fall von selbst verursachtem Elend handelt: Das Amt für Hochbau und Immobilien aus dem Geschäftsbereich von Schmidt-Lamontain verhandelte in den vergangenen Monaten intensiv mit der Treuhand Liegenschaftsgesellschaft (TLG). Mit dem Ergebnis, das Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) und der TLG-Vorstand bald einen neuen Mietvertrag für das Bürohaus Grunaer Straße/St. Petersburger Straße abschließen werden.

Eigentlich hatte die TLG vor, das stark sanierungsbedürftige Gebäude abzureißen und plante schon für einen Neubau. Mitte 2019 sollte die Verwaltung mit ihren Ämtern ausziehen. Die Stadtverwaltung hätte 16.000 Quadratmeter Bürofläche und Arbeitsplätze für 650 Personen verloren. Hätte, weil die TLG vom Abriss Abstand nimmt und die Stadt bis 2025 in dem Gebäude bleiben kann. Wie sich der Immobilienmarkt bis dahin Dresden entwickelt, lässt sich schwer vorhersagen – vielleicht hat das Gebäude in seiner jetzigen Form durchaus noch eine Zukunft.

„Wir prüfen gerade, wie wir die Beschlussvorschläge für den Stadtrat und die Zeitketten an die neuen Rahmenbedingungen anpassen“, erklärte Schmidt-Lamontain auf Anfrage der DNN. Das Gesamtkonzept sei hochkomplex und die einzelnen Bausteine müssten eng aufeinander abgestimmt werden.

Erschwerend kommt hinzu, dass das Neue Rathaus am Dr.-Külz-Ring dringend sanierungsbedürftig ist. Ämter mit hohem Publikumsverkehr sollen in Ersatzbüros ausziehen, weil ortsunkundige Besucher im Brandfall gefährdet seien. Nicht jedes Amt ist glücklich mit den vorgeschlagenen Alternativen – so soll der Eigenbetrieb Kindertagesstätten nach Klotzsche verlagert werden. „Wir prüfen gerade, was die neue Situation für die einzelnen Bausteine bedeutet“, kündigte Schmidt-Lamontain an, dass wieder Bewegung in die Sache kommen könnte. Auf die vorübergehenden Umzüge von einigen Ämtern werde die Verwaltung aber nicht verzichten können. „Wir sind in der Feinjustierung.“

Wegen der Kündigung des Mietervertrags im ehemaligen Robotron-Gebäude wurde die eigentlich ab 2019 vorgesehene Rathaus-Sanierung auf 2024 verschoben. 650 Mitarbeiter aus dem Rathaus brauchen im Sanierungsfall neue Büros. Flächen für insgesamt 1300 Arbeitsplätze seien auf dem angespannten Immobilienmarkt nicht zu haben, wurde diese Entscheidung begründet. Jetzt beschäftigt sich die Verwaltung wieder mit der Möglichkeit, das Rathaus doch früher zu sanieren.

2024 könnte allerdings das neue Verwaltungszentrum auf dem Ferdinandplatz fertig sein und als Interimsunterkunft zur Verfügung stehen. Fest steht bisher nur, dass die Stadt dank des TLG-Coups auf Bürocontainer an der Cockerwiese und der Gasanstaltstraße als Auslagerungsunterkünfte verzichten kann. Was rund 18 Millionen Euro spart. Alles weitere bleibt zunächst offen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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