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Dresden positioniert sich als Standort für die vernetzte Zukunft

Aufbruch zur Industrie 4.0 Dresden positioniert sich als Standort für die vernetzte Zukunft

Das klingt zwar ein bisschen nach zweckoptimistischen Blubberbläschen, hat inzwischen aber wirklich ein Fundament: Viele Dresdner Unternehmen und Institute haben überregional beachtete Wettbewerbsvorsprünge für Technologien aufgebaut, die gebraucht werden, um die voll automatisierte und vernetzte Fabrik der Zukunft möglich zu machen.

Werben für den Hightech-Standort Dresden: Benjamin Abraham (Systema), Elena Lopez (Fraunhofer-IWS), Peter Klingenburg (MMS), Robert Franke (Amt für Wirtschaftsförderung), Bettina Bunge (DMG) und Gerd Teepe (Globalfoundries) (v. l. n. r.)
 

Quelle: Heiko Weckbrodt

Dresden.  In der Dresdner Hightech-Branche macht sich wieder „Aufbruchstimmung“ breit – und Globalfoundries-Manager Gerd Teepe ist nicht der einzige, der solch optimistische Worte führt. Denn ganz abgesehen von neuen Förderzusagen aus Berlin – zum Beispiel für die Forschungsfabrik Mikroelektronik – haben Wirtschaft und Wissenschaft zu einem neuen Selbstbild gefunden. Dresden präsentiert sich künftig als DER deutsche Standort für die Basistechnologien für das Internet der Dinge (englisch: IoT).

Denn hier werden nicht nur Computerchips hergestellt, sondern intelligente Systeme mit Sensorik, Software und dergleichen mehr an Bord. Und diese „Smart Systems“ aus Dresden könnten der gesamten deutschen Industrie entscheidende Produktivitäts-Vorteile im internationalen Wettbewerb verschaffen. Die Hannovermesse ab dem 24. April soll für dieses neues Image eine Art Testdurchlauf sein. „Keine andere Region in Europa vereint eine solch umfassende Technologie-Kompetenz, um industriespezifische ‚Internet der Dinge’-Lösungen zu realisieren“, betonte Wirtschaftsamtsleiter Robert Franke im Vorfeld der Messe.

Eilt mit der Virtual-Reality-Brille der vernetzten Zukunft entgegen

Eilt mit der Virtual-Reality-Brille der vernetzten Zukunft entgegen: Wer im Internet der Dinge unterwegs ist, kommt an Dresden nicht vorbei, meint Wirtschaftsförderer Robert Franke.

Quelle: Heiko Weckbrodt

Das klingt zwar ein bisschen nach zweckoptimistischen Blubberbläschen, hat inzwischen aber wirklich ein Fundament: Viele Dresdner Unternehmen und Institute haben überregional beachtete Wettbewerbsvorsprünge für Technologien aufgebaut, die gebraucht werden, um die voll automatisierte und vernetzte Fabrik der Zukunft („Industrie 4.0“) möglich zu machen. Beispiele (Auswahl):

 : Dresden hat mit der TU, der HTW, den Fraunhofer-, Planck-, Helmholtz- und Leibniz sowie weiteren Instituten eine sehr breite Forschungslandschaft, die bundesweit einzigartig ist. Wichtige Schwerpunkte sind neue Werkstoffe, neuartige Industrie-3D-Drucker („additiv-generative Fertigung“), der Mobilfunk der 5. Generation (5G), neue Pfade der Nanoelektronik ( vor allem im TU-Exzellenzzentrum cfaed), neuronale Netze und weitere IoT und „Industrie 4.0“-Entwicklungen.

 : Globalfoundries ist mit seiner FD-SOI-Technologie auf Chips spezialisiert, die sehr wenig Strom verbrauchen – besonders wichtig für Systems, die ohne Akkus auskommen und Energie aus der Umwelt „ernten“. Die Infineon-Fabriken sind in der Automobilelektronik stark und das X-Fab-Werk in Klotzsche auf Systeme mit digitalen und analogen Komponenten.

 : Einerseits arbeiten größere Unternehmen wie die Telekom-Tochter MMS, Comarch und Saxonia Systems in Dresden an IoT- und Industrie-4.0-Lösungen. Andererseits haben sich auch viele kleine Software-Schmieden in diesem Segment als „Hidden Champions“, als wenig bekannte Marktführer etabliert – auch als Tester und Zulieferer für autonom navigierende Autos.

 : In Dresden ist ein kleines, aber feines Cluster aus Automatisierungs-Experten gewachsen. Dazu gehören Xenon, HAP, AIS und Systema, die sich besonders darauf spezialisiert haben, Chip-Fabriken mit Robotern, Transportsystemen und besonderer Software nachzuautomatisieren. Dieses Expertise gilt als Kernzutat für die „Industrie 4.0“ – und ist nun auch in anderen, nicht unbedingt hochtechnologischen Fabriken gefragt. „Diese Konzepte werden jetzt auch auf ganz normale Produkte wie zum Beispiel Schuhe übertragen“, sagt Systema-Manager Benjamin Abraham. Auf der Hannovermesse werde das Unternehmen zeigen, wie ein Schuhhersteller damit die gesamte Wertschöpfungskette digitalisieren konnte: Vom Kundenwunsch im Laden über die Einzelanfertigung in der Fabrik bis hin zum Schuh am Fuß des Käufers.

Die Liste Dresdner Firmen und Institute, die Technologien rund um „Industrie 4.0“, „Internet der Dinge“, Elektromobilität und „Automomes Fahren“ eng miteinander verknüpfen, ließe sich noch lange fortsetzen. Allerdings hat der Standort auch ein Problem: Zwar arbeiten viele Hightech-Firmen und Institute an IoT-Themen. Doch von potenziellen Kunden international wahrgenommen werden eben nur richtig große Anbieter – und von denen gibt es in Dresden nur ganz wenige. Abhilfe soll da der „Smart Systems Hub“, den die sächsische Landesregierung in Dresden etablieren will und für den sie auch Bundesfördermittel beantragt hat: Er soll als zentrale Schnittstelle für bisher verstreute IoT-Aktivitäten dienen und die gesamte Forschungs- und Hochtechnologieszene in Dresden „auf eine neue Stufe stellen“, wie Wirtschaftsförderer Franke hofft. „IoT-Anwender aus der ganzen Welt werden an Dresden nicht mehr vorbei kommen.“

Von Heiko Weckbrodt

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