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Lokales Dresden plant den großen Wurf
Dresden Lokales Dresden plant den großen Wurf
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17:44 12.12.2017
Für den Bau von Gewerbehallen fehlt in Dresden schlicht der Platz.  Quelle: dpa
Dresden

 Die Landeshauptstadt Dresden plant, auf Acker- und Waldflächen an den Autobahnen 4 und 13 auf Hellerauer Flur ein „Gewerbegebiet Flughafen“ zu erschließen. Für den Ankauf von 204 556 Quadratmeter Land sollen 8,81 Millionen Euro aus dem Haushalt zur Verfügung gestellt werden.

Die Stadt kann sich die ungeplante Ausgabe leisten, da die Gewerbesteuereinnahmen gegenwärtig auf Rekordniveau liegen. Die Verwaltung spricht von „erheblichen Mehrerträgen“. Außerdem fließt das Geld zurück in die Stadtkasse, wenn die Flächen erschlossen und an ansiedlungswillige Unternehmen verkauft sind. Schließlich beteiligt sich das Amt für Wirtschaftsförderung mit eigenen Mitteln am Ankauf, so dass 7,45 Millionen Euro aus Steuermehreinnahmen verwendet werden müssten – vorausgesetzt, der Stadtrat stimmt zu.

Die Verwaltung begründet ihre Pläne mit regelmäßig wiederkehrenden Anfragen von gewerblichen Investoren, die sich im Dresdner Norden ansiedeln wollen. Die Nähe zu Autobahn und Flughafen seien gefragte Standortfaktoren. Die Flächen zwischen Volkersdorfer Weg und Hermann-Reichelt-Straße seien wahrscheinlich das letzte große zusammenhängende Grundstück in Dresden, auf dem mehrere Ansiedlungen mit einem Bedarf ab zehn Hektar aufwärts realisiert werden könnten.

Seit mehreren Monaten seien umfangreiche Abstimmungen mit den beteiligten Fachämtern und Behörden geführt worden. Alle Ämter würden die gewerbliche Entwicklungsabsicht unterstützen, so die Verwaltung. Nun sollen die nächsten Planungsschritte eingeleitet und die standortspezifischen Besonderheiten näher untersucht werden.

Das „Gewerbegebiet Flughafen“ ist nicht Gegenstand des Fachkonzepts zur kurz- und mittelfristigen Gewerbeflächenentwicklung, mit dem sich am Donnerstag der Stadtrat befasst. Darin wird festgestellt, dass der Gesamtumfang des Gewerbeflächenpools deutlich zu klein ist. Ab einer Flächengröße von fünf Hektar könne Dresden Interessenten keine Grundstücke in kommunalen Gewerbegebieten anbieten, heißt es in einer Präsentation des Amtes für Wirtschaftsförderung. Die kommunalen Gewerbegebiete seien zu 85 Prozent ausgelastet, größere Reserven gebe es nur noch im interkommunalen Gewerbegebiet Dresden-Heidenau in Sporbitz.

Der Ausschuss für Wirtschaftsförderung empfiehlt dem Stadtrat, das Konzept zu bestätigen, aber dabei die Abstimmungsergebnisse in den Ortsbeiräten zu berücksichtigen. „Größtes Problem ist es, dass die Stadt in Größenordnungen über Grundstücke verfügt, die ihr gar nicht gehören“, erklärte Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen. Das Konzept komme angesichts der hohen Auslastung und Zeiträumen von drei bis fünf Jahren, in denen neue Gewerbeflächen entwickelt werden könnten, eindeutig zu spät.

Schulze wünscht sich aus, dass künftig bei dem Verkauf von Gewerbeflächen nicht nur der Verkaufspreis eine Rolle spielen soll, sondern auch die Zahl der entstehenden Arbeitsplätze und Fragen der Nachhaltigkeit. „Wir sollten verstärkt auf Unternehmen setzen, die mit Dresden verwurzelt sind und langfristig in der Stadt bleiben“, empfiehlt der Grünen-Stadtrat.

Kristin Sturm, wirtschaftspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, erklärte, sie unterstütze die Bestrebungen der Wirtschaftsförderer, mehr Gewerbeflächen anzubieten. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer seien einer der wichtigsten Anker im städtischen Haushalt. „Arbeitsplätze generieren Wohlstand und Wirtschaftswachstum, auf denen schlussendlich die Lebensqualität vieler Menschen beruht“, so Sturm.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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