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Lokales Dresden muss weiter für Guthaben bei Banken zahlen
Dresden Lokales Dresden muss weiter für Guthaben bei Banken zahlen
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10:04 30.08.2018
Symbolfoto. Quelle: dpa
Dresden

In den USA wettert Präsident Donald Trump gerade über den Chef der amerikanischen Notenbank „Fed“. Die unabhängige Fed ist ins Visier des verärgerten Mannes geraten, weil sie weitere Zinserhöhungen noch in diesem Jahr in Aussicht gestellt hat. In Europa würde sich das vielleicht mancher wünschen. Bei der Europäischen Zentralbank (EZB) rechnen Experten mit Zinsschritten aber frühestens im kommenden Jahr.

Zinserhöhungen frühestens 2019

Damit bleibt es auf absehbare Zeit bei der aktuellen Null-Zins-Situation. Das macht zwar Kredite billig, bedeutet auf der anderen Seite aber, dass es für Geldanlagen auch kaum Zinsen gibt. Bei kurzfristig auf Bankkonten geparktem Geld muss heute sogar draufgezahlt werden. Diese Negativzinsen, die offiziell Verwahrentgelte heißen, belasten zunehmend auch die öffentlichen Haushalte – also die Finanzen in Kommunen und beim Land. Auch Dresden ist betroffen: Im gesamten Jahr 2017 musste die Stadt Verwahrentgelte in Höhe von 2326,56 Euro bei verschiedenen Kreditinstituten entrichten, teilte der Geschäftsbereich von Finanzbürgermeister Peter Lames (SPD) auf DNN-Anfrage mit.

Die Europäische Zentralbank wollte mit den Niedrigzinsen die Wirtschaft im Euro-Raum ankurbeln. Billiges Geld sollte und soll die Konjunktur in Schwung bringen und halten. Zinserhöhungen erwarten Experten frühestens in einem Jahr. Zunächst würde die EZB dann ein Ende der Strafzinsen für Banken anstreben. Diese müssen derzeit 0,4 Prozent Zinsen zahlen, wenn sie dort Geld parken. In normalen Zeiten erhalten Banken Zinsen von der Notenbank für dort hinterlegtes Geld. Banken und Sparkassen versuchen inzwischen, die Kosten für angelegtes Geld an ihre Kunden weiterzugeben. Betroffen sind davon vor allem Firmenkunden, die meist ab einem bestimmten Sockelbetrag zahlen müssen.

Bei einer Großstadt wie Dresden gehen täglich erhebliche Geldsummen ein – beispielsweise aus Steuer- und Gebührenzahlungen oder staatlichen Fördermitteln – und ebenso werden täglich erhebliche Beträge ausgezahlt. Das betrifft unter anderem Steuererstattungen, kommunale Fördermittel, Bezüge und Gehälter der Beschäftigten oder Sozialleistungen. In der Regel bewege sich diese Liquidität im zweistelligen Millionenbereich, hieß es in der Vergangenheit in der Stadt.

Sachsen zahlte 6,3 Millionen Euro

Mit einer geschickten Steuerung der Geldströme will die Stadt die Zahlung von Verwahrentgelten für diese Beträge möglichst klein halten. Mit „negativen Zinsen“ sei man natürlich nie zufrieden, hieß es in der Verwaltung, „auch wenn es uns bisher gelungen ist die Verwahrentgelte sehr niedrig zu halten“. Dies werde einerseits durch längerfristige Geldanlagen ermöglicht und zum anderen erfolge in der Stadtkasse eine „gut funktionierende kurzfristige Finanzdisposition“.

In diesem Jahr sind bislang Negativzinsen von 2296,60 angefallen. Da fehlen noch 30 Euro am Wert des gesamten Vorjahres. Eine Darstellung, welche Kontostände dem zugrunde lagen, sei nicht möglich, hieß es. Andererseits kommt die Stadt noch relativ günstig davon. Sie hat im Vorjahr 772 010 Euro Zinseinnahmen mit längerfristigen Anlagen erreicht.

Beim Freistaat schlägt die Nullzins-Politik ebenfalls zu Buche. In diesem Jahr (erstes Halbjahr) mussten nach Zahlen aus dem Finanzministerium bereits 2,8 Millionen Euro Negativzinsen gezahlt werden. 2017 waren es insgesamt sogar 6,3 Millionen.

Auch die Mitarbeiter von Finanzminister Matthias Haß (CDU) versuchen, allzu hohe Bestände auf den Konten zu vermeiden, um die zu zahlenden Negativzinsen so gering wie möglich zu halten. Ein Ausweichen auf Banken mit höheren Zinssätzen, aber geringerer Bonität oder auf Geldanlagen im Ausland oder Fremdwährungen sei allerdings „aufgrund der damit verbundenen Risiken ausgeschlossen“.

Von Ingolf Pleil

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