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Lokales Dresden macht gegen Dürre mobil: „Gießt unsere Bäume!“
Dresden Lokales Dresden macht gegen Dürre mobil: „Gießt unsere Bäume!“
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10:52 07.07.2018
Von der Hitze vertrocknetes Laub am Elbufer. Quelle: Dietrich Flechtner
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Dresden

Mit schlappen Ästen und braunen Blättern leiden Dresdens 50 000 Bäume an Straßen und Plätzen besonders unter der aktuellen Dürreperiode. „Wir freuen uns deswegen, wenn die Dresdner mithelfen, diese Bäume zu gießen“, ruft Umweltbürgermeisterin Eva Jähnigen (Die Grünen) zum Wässern auf.

Wer Dresdens Bäume vor absterbenden Blättern retten will, sollte in den frühen Morgen- oder den Abendstunden zum Wassereimer greifen. Am besten sei es, zwei Eimer Wasser pro Baum in die Gießöffnungen in den Baumscheiben zu schütten, rät die Umweltbürgermeisterin.

Auch mit Trinkwasser wird gegossen

Auch die Stadt ist für die Rettung der Bäume vor dem Austrocknen unterwegs. Die Gärtner des Regiebetriebes Zentrale Technische Dienste und vom Amt für Stadtgrün beauftragte Firmen sind deshalb in diesen Tagen fast ausschließlich mit dem Wässern von Bäumen, Kübeln und Rabatten beschäftigt.

Im Zweischichtsystem kümmern sich aktuell rund 30 Mitarbeiter um die etwa 2000 besonders gefährdeten Bäume der Landeshauptstadt. Mit Wasserwagen werden die grünen Riesen und Blumen mit Brauchwasser, Gießwasser aus Standrohren der Drewag und auch Trinkwasser versorgt.

Das Wärmebild zeigt, wo es in Dresden aktuell besonders heißt ist (rot). Auffällig: Um Einkaufszentren, wie den Elbepark (Nordwesten) ist es besonders heiß. Ein Grund sind Klimaanlagen, die viel Wärme nach außen abgeben. Quelle: dresden.de

Viel zu wenig Regen – und wenn dann unwetterartig

Seit Wochen hat es in Dresden zu wenig geregnet. Im Juni kamen nur 67 Prozent der sonst üblichen Regenmengen an. Im Mai wurde nicht einmal die Hälfte des langjährigen Niederschlagsmittel zwischen 1961 und 1990 erreicht. Wenn es doch regnete, dann waren es häufig unwetterartige Starkregengüsse. Zusammen mit den hohen Temperaturen können besonders die Bäume nachhaltige Schäden erleiden.

Dabei sind sie es, die an heißen Sommertagen Schatten spenden und über ihre Blätter Feuchtigkeit verdunsten – die wiederum als natürliche Kühlung für die Stadt funktioniert.

Bei Hitze lauert die Gefahr durch Ozon

Wir Menschen drohen zwar nicht zu verdursten, dafür bringt die Hitze eine ander Gefahr für uns mit: Die Ozonwerte erhöhen sich, wenn Hitze, Sonneneinstrahlung und andere Faktoren, wie Autoabgase zusammen kommen. „In Dresden hatten wir lange keine anhaltenden Ozonepisoden mehr“, sagt Karin Bernhardt vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Ökologie.

Gefährlich wird es, wenn die Ozonbelastung die 180 Mikrogrammschwelle überschreitet, wie Ende der Woche in Leipzig. Für Dresden sieht Bernhardt angesichts der Wetterlage und weniger Verkehr am Wochenende keine aktuelle Ozon-Gefahrenlage.

Von Tomke Giedigkeit

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