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Dresden ist auf der Suche nach Gewerbeflächen

Grundstücke werden knapp Dresden ist auf der Suche nach Gewerbeflächen

Platz für Wohnungen, Schulen, Sportstätten, Grünflächen, Büros – aber auch für Gewerbeansiedlungen sucht die Verwaltung Flächen. Das ist nicht einfach in einer wachsenden Stadt. Über die aktuelle Gewerbeflächenkonzeption wird kontrovers debattiert.

Flächen auf der Grünen Wiese sind knapp in einer wachsenden Stadt.
 

Quelle: Oliver Killig

Dresden. „Zweite Fortschreibung der Konzeption zur kurz- und mittelfristigen Entwicklung kommunaler Gewerbestandorte in der Landeshauptstadt Dresden“ heißt die Vorlage, die gegenwärtig in den Ortsbeiräten diskutiert wird und bald in den Ausschüssen des Stadtrats ankommt. So langatmig der Titel auch klingt, dahinter verbirgt sich Sprengstoff. In mehrfacher Hinsicht.

In der Vorlage stellt die Stadtverwaltung dar, welche Grundstücke in den nächsten Jahren als Gewerbeflächen entwickelt werden sollen. In einer wachsenden Stadt ist nichts knapper als Fläche. Das Schulverwaltungsamt will neue Schulen bauen, für den sozialen Wohnungsbau werden händeringend Grundstücke gesucht, Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnis 90/Die Grünen) muss bald 1300 Verwaltungsmitarbeitern neue Büros beschaffen, es werden neue Sportstätten und Spielplätze gebraucht, dazu natürlich neue Grünanlagen. Und nun auch noch Gewerbeflächen.

Für die Dresdner CDU eine Priorität, wie Kreisvorsitzender Christian Hartmann jetzt klarstellte. „Wir müssen auf die Einnahmequellen der Stadt schauen. Dresden ist nach wie vor von Transferleistungen abhängig, das kann nicht ewig so weitergehen“, postulierte er und vermisst in der Konzeption aus dem Geschäftsbereich von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) den großen Wurf. „15 Hektar neue Fläche reichen nicht“, findet der Christdemokrat.

Da ist er sich mit Torsten Schulze, wirtschaftspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, durchaus einig. „Mit dem vorgelegten Konzept zeigt die Verwaltung Aktivität“, lobt Schulze, doch die Versäumnisse der vergangenen Jahre könnten damit nicht aufgeholt werden. „Viele der genannten Grundstücke gehören der Stadt nicht und müssen erst gesichert werden. Die planerischen und genehmigungsrechtlichen Verfahren brauchen teilweise Jahre.“ Schulze vermisst die „strategische Substanz“ etwa bei der Ansiedlung von Unternehmen aus gleichen Branchen, die dann Synergieeffekte nutzen könnten. Und er ist sich sicher: „Wenn jetzt ein Großinvestor 10 Hektar Fläche benötigen würde, müssten wir ihn wegschicken. Das haben wir nicht im Angebot.“

Laut Robert Franke, Amtsleiter für Wirtschaftsförderung, verfügt die Stadt über zehn Grundstücke ab 5000 Quadratmeter Gewerbefläche. Für den Ankauf von Flächen für bereits beschlossene Gewerbegebiete wie dem Wissenschaftsstandort Ost in Reick stünden Mittel im Haushalt zur Verfügung. Für die weitere Flächenentwicklung müssten Schritt für Schritt die Mittel eingestellt werden. Die Bodenrichtwerte für Gewerbe seien im Vergleich zum Jahr 2015 um durchschnittlich sechs Prozent gestiegen.

Hinzu kommen – freundlich formuliert – Nutzungskonflikte: So weist das Konzept eine Brachfläche an der Harkortstraße in Pieschen als künftiges Gewerbegebiet aus. Dieses Grundstück hat aber auch Sportbürgermeister Peter Lames (SPD) als Standort für eine Schwimmhalle im Blick. In Johannstadt soll der BioTechPark um 1,5 Hektar erweitert werden. Dietrich Ewers, der die SPD im Ortsbeirat Altstadt vertritt, fürchtet um den Fortbestand des Wertstoffhofs der Stadtreinigung in der Hertelstraße. In der Washingtonstraße sind zwei Hektar Gewerbeflächen ausgeschrieben: Auf Grundstücken eines Hundesportvereins und einer Kleingartenanlage.

Nur drei Beispiele für sich anbahnende Konflikte. „Auftretende Nutzungskonflikte werden im Bauleitverfahren unter Benachteiligung der Betroffenen und Berücksichtigung der jeweiligen Belange behandelt. Die Abwägung von gegebenenfalls nicht ausgeräumten Nutzungskonflikten obliegt dann dem Stadtrat“, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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