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Lokales Dresden hofft auf einen ruhigen 13. Februar
Dresden Lokales Dresden hofft auf einen ruhigen 13. Februar
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16:04 12.02.2016
Quelle: dpa
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Dresden

Es ist ruhig geworden um den 13. Februar in Dresden. Sorgte der Jahrestag der Zerstörung der Stadt in früheren Jahren schon weit im Voraus für Schlagzeilen, so ist die Aufregung nahezu verschwunden. Zwischen all den Pegida-Aufmärschen wird der 13. Februar zur Formalität.

Doch auch in diesem Jahr bewegt das Datum zahlreiche Dresdner. Zehn Veranstaltungen mit deutlich mehr als 10.000 Teilnehmenden werden nachmittags und abends erwartet. Hinzu kommen zahlreiche Gottesdienste, Andachten und Konzerte.

Zahlreiche Gedenkveranstaltungen

Am Samstagvormittag sind gleich fünf verschiedene Gedenkveranstaltungen geplant. Neben dem Heidefriedhof, wo die Zeremonie erstmals nicht von der Stadt, sondern vom Verein Denk Mal Fort e.V. koordiniert wird, sind auch auf dem St.-Pauli-Friedhof, am Güterbahnhof Neustadt, auf dem Äußeren Matthäusfriedhof und dem Urnenhain Tolkewitz Veranstaltungen geplant. Zu allen fünf Orten fahren ab 9.30 Uhr kostenlose Shuttlebusse von der Schulgasse am Rathaus ab.

Weiter sind zahlreiche Gottesdienste angekündigt. So ab 12 Uhr regelmäßig in der Frauenkirche, 19.30 Uhr in der Trinitatiskirche, 20.30 Uhr in der Kathedrale und 21.30 Uhr in der Weinbergkirche. Konzerte, wie 16 Uhr in der Kreuzkirche, und Sonderführungen im Militärhistorischen Museum gehören ebenfalls zum Veranstaltungsprogramm. Der Dresdner Gedenkweg startet 18.15 Uhr an der Synagoge. Auf dem Neumarkt beginnt bereits ab 15 Uhr eine Mahnwache, an die sich ab 22 Uhr die Nacht der Stille anschließt.

Stadt will über Erinnerungskultur sprechen

Erstmals gibt es keine offizielle Gedenkveranstaltung der Stadt. Man sei mit dem ritualisierten Ablauf auf dem Heidefriedhof nicht glücklich gewesen, erklärte Oberbürgermeister

Dirk Hilbert (FDP) vorab. Stattdessen veranstaltet Dresden nun im Haus an der Kreuzkirche eine Bürgerbegegnung, bei der es auch um die Frage der Erinnerungskultur gehen soll. Ab 13 Uhr sollen die Dresdner miteinander diskutieren. „Gemeinsam Erinnern für Frieden, Demokratie und Menschenrechte“ ist die Veranstaltung überschrieben. Zeitzeugen, Geflüchtete und viele andere sprechen darüber, was Erinnern und Gedenken für sie bedeuten. Auch Krieg, Gewalt und Unterdrückung werden dabei thematisiert.

Nazifrei und Menschenkette hoffen auf hohe Teilnehmerzahl

Mit der Täterrolle Dresdens befasst sich auch in diesem Jahr das Bündnis Dresden Nazifrei. Von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr geht es von der Südseite des Hauptbahnhofes über St. Petersburger Straße und Wilsdruffer Straße zum Theaterplatz. Erstmals hat der Mahngang, der sich mit Orten der NS-Herrschaft auseinandersetzt, mit dem Thema Euthanasie einen inhaltlichen Schwerpunkt.

Die größte Teilnehmerzahl dürfte am frühen Abend die Menschenkette erreichen, die sich 18 Uhr um die Altstadt schließen soll. „Die Menschenkette am 13. Februar steht für die Demokratie, Menschenwürde und Solidarität ein. Unter dem Motto ‚Erinnern und Handeln – Hand in Hand für unserer Stadt‘ sind wir aufgefordert aktiv zu werden“, so Joachim Klose, Moderator der AG 13. Februar. Die Route wurde leicht verändert und führt dieses Mal direkt über den Theaterplatz – auch als Reaktion auf die regelmäßigen Pegida-Aufmärsche vor der Semperoper. Trotz Wochenende und Winterferien hofft die AG wieder auf mehr als 10.000 Teilnehmer. Auch Dresdens große Sportvereine rufen zur Teilnahme auf.

Kaum Konfiktpotenzial

Die meisten Veranstaltungen bieten kaum Konfliktpotenzial. Zwar muss womöglich am Heidefriedhof als auch zum Glockenläuten um 21.45 Uhr auf dem Neumarkt mit Störern gerechnet werden, die Zeit großer Neonazi-Aufmärsche und entsprechender Proteste dagegen scheint vorbei. So weicht die NPD offenbar auf den 12. Februar und an den Stadtrand aus, selbst die Kundgebung der AfD am Mittag auf dem Altmarkt wird von Dresden Nazifrei ignoriert.

Die Polizei ist trotzdem in Alarmbereitschaft. Neun Hundertschaften hat Polizeichef Dieter Kroll bis zum Sonntag im Einsatz. Doch selbst das ist deutlich weniger als früher. Vor zwei Jahren hatte Kroll noch 28 Hundertschaften geordert.

Von Stephan Lohse

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