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Lokales Dresden hofft auf 11.000 Teilnehmer bei Menschenkette – Diskussion über Sinn der Veranstaltung
Dresden Lokales Dresden hofft auf 11.000 Teilnehmer bei Menschenkette – Diskussion über Sinn der Veranstaltung
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23:40 09.09.2015
Die Menschenkette in Dresden am 13. Februar 2012. Quelle: dpa
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Zahlreiche Vereine rufen zur Teilnahme auf. Außer der AfD unterstützen auch alle Dresdner Stadtratsfraktionen die Veranstaltung. Angemeldet wurde die Menschenkette einmal mehr von Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität Dresden.

„Wir wollen gemeinsam mit unseren Teams und Anhängern ein Zeichen setzen. Es geht darum, die Erinnerung an diesen Tag in der Geschichte unserer Stadt nicht verblassen zu lassen“, sagt Monarchs-Präsident Sören Glöckner, dessen Verein genau wie der DSC, die Eislöwen und Dynamo Dresden die Aktion unterstützt. „Toleranz und Respekt sind Begriffe, die nicht nur auf, sondern besonders auch neben dem Spielfeld eine bedeutende Rolle spielen. Die Menschenkette ist ein wichtiges Symbol gegen Diskriminierung und Fremdenhass“, sagt Eislöwen-Kapitän Hugo Boisvert.

Neben den Sportvereinen, die sich wieder am Dr.-Külz-Ring einreihen wollen, sind auch zahlreiche Politiker dabei. Bundespräsident Jochaim Gauck steht genauso in der Menge wie Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) Sachsens SPD-Chef Martin Dulig und zahlreiche andere Politiker aus Land und Bund. Um die Politiker herum könnte es dabei sehr bunt werden. Das Bündnis "Dresden für alle" rief die Menschen auf, in Warnwesten zur Menschenkette zu kommen. Wie Gelben oder organgenen Warnwesten sind akteull das Protestsymbol gegen Pegida und für Weltoffenheit.

Die Menschenkette steht jedoch auch in der Kritik. Nachdem Neonazis im Vorjahr ein Foto veröffentlichten, das sie zusammen mit Helma Orosz in der Menschenkette zeigt, haben die Rechtsextremen auch dieses Jahr angekündigt, sich in das gegen sie gerichtete Symbol einzureihen. Der Vorwurf von Dresden Nazifrei, in diesem Jahr sei daraufhin jedes politische Symbol in der Menschenkette untersagt, wies die Stadtverwaltung zurück. Zumindest das Ordnungsamt habe hier nichts untersagt.

Dresden Nazifrei sprach der Menschenkette nach den Vorfällen von 2014 jede Legitimation ab. Es verhindere Nazis nicht, es binde sie sogar ein. Ein Zeichen gegen Rechts sei die Menschenkette nicht mehr. Via Sächsischer Zeitung hatte auch der Dresdner Grünen-Fraktionschef Thomas Löser vorgeschlagen, die Aktionen weiterzuentwickeln. Die Zeit für die Menschenkette als Form der Reaktion sei vorbei.

Joachim Klose, Moderator der AG 13. Februar, verteidigt die Menschenkette jedoch: „In Zeiten der politischen Polarisierung unserer Stadt wird dieser Ausdruck unseres Gemeinsinns über alle trennenden Grenzen hinweg wichtiger als je zuvor", teilte Klose mit.

Route der Menschenkette 2015: Rathaus - Dippoldiswalder Platz, Rathaus - Synagoge, Synagoge - Carolaplatz/Brückenkopf Carolabrücke, Brückenkopf Carolaplatz/Carolabrücke - Brückenkopf Augustusbrücke / Blockhaus, Brückenkopf Augustusbrücke / Blockhaus - Schloßplatz/Theaterplatz, Schloßplatz/Theaterplatz - Postplatz, Postplatz - Dippoldiswalder Platz und neu: Schloßplatz - Brühlsche Terrasse - Hasenberg - Synagoge

Ab 17.15 Uhr sollen sich die Dresdner nach einer kurzen Begrüßung durch Oberbürgermeisterin Helma Orosz, Bundespräsident Joachim Gauck sowie TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen entlang der Route verteilen. 18 Uhr soll sich die Menschenkette schließen.

sl

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