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Dresden hat jetzt Shared Space

„Pieschner Melodien“ Dresden hat jetzt Shared Space

Die Kinder der Kita „Concordia“ waren die ersten, die den neuen Stadtraum in Pieschen in Beschlag nahmen. Mit ihren Tretmobilen enterten sie die rote Fahrbahn und kurvten ausgelassen umher. Was auf anderen Straßen nicht erlaubt wäre, ist auf den sogenannten „Pieschner Melodien“ sogar erwünscht. „Shared Space“ heißt das Zauberwort.

Die Kinder der Kita „Concordia“ waren die ersten, die den neuen Stadtraum in Pieschen in Beschlag nahmen.
 

Quelle: Stephan Lohse

Dresden.  Die Kinder der Kita „Concordia“ waren die ersten, die den neuen Stadtraum in Pieschen in Beschlag nahmen. Mit ihren Tretmobilen enterten sie die rote Fahrbahn und kurvten ausgelassen umher. Was auf anderen Straßen nicht erlaubt wäre, ist auf den sogenannten „Pieschner Melodien“ sogar erwünscht. „Shared Space“ heißt das Zauberwort.

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Shared Space bedeutet, dass sich alle Verkehrsteilnehmer die Fläche teilen. Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer sollen sich den Raum gleichberechtigt nutzen. In Pieschen wurde jetzt die Dresdner „Premiere“ eingeweiht.

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Shared Space bedeutet, dass sich alle Verkehrsteilnehmer die Fläche teilen. Fußgänger, Fahrradfahrer und Autofahrer sollen sich den Raum gleichberechtigt nutzen. Rein rechtlich ist die neue Verbindung zwischen Moritzburger Straße und Konkordienplatz eine „Spielstraße“. Die Strecke führt nicht gerade hindurch, sondern in vielen Windungen an Grünflächen vorbei, mittendrin steht eine Spielfläche mit zwei Trampolinen, einem Tischkicker und einer Tischtennisplatte. Auch an Stellplätze für Autos und Fahrradbügel wurde gedacht.

Die „Pieschener Melodien“, so der Projektname, sind Dresdens erster „Shared Space“. Darauf ist Ortsamtsleiter Christian Wintrich ein bisschen stolz. „Was lange währt, wird besonders gut“, sagte er zur Eröffnung und spielte damit auf die lange Planungszeit von am Ende 20 Jahren an. Er selbst habe zu Beginn auch eine „gewisse Abneigung“ gegen das Projekt verspürt, sei aber schnell Feuer und Flamme gewesen. „Pieschen war noch nie in seiner 725-jährigen Geschichte so schön, bunt und herausragend“, freute er sich.

2,8 Millionen Euro wurden investiert, um die einstige Brache zu einem Schmuckstück des Stadtteils zu machen. Mehr als die Hälfte davon waren Fördermittel. Drumherum soll in den kommenden Jahren ein neues Viertel mit rund 300 Wohnungen entstehen. Ortsamtsleiter Wintrich hofft, dass noch in diesem Jahr die Erschließungsarbeiten auf den ersten Baugrundstücken beginnen.

14 Baufelder gibt es, mindestens eines davon gehört der Stadt. Für die Woba sei es zu klein, sagt Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Er habe aber schon Pläne für die Fläche in Richtung Leipziger Straße, die er aber zunächst den Stadträten vorstellen will.

Auch Schmidt-Lamontain lobte am Mittwoch den Durchhaltewillen der Planer. Diese hätten einige Widerstände überwinden müssen, auch in der Verwaltung, so der Baubürgermeister. Zudem sei es ein ganzes Stück Arbeit gewesen, die „wilden Grundstückszuschnitte“ aufzulösen. Es habe lange gedauert, alles aufzulösen und die Flächen neu zu ordnen. Es hat sich aber gelohnt, ist er sich sicher. „Wir können hoffen, dass solche Ideen Schule machen.“

Drei neue Straßen

In den „Pieschner Melodien“ sind drei neue Straßen entstanden. Die Rosa-Steinhart-Straße erinnert an die 1943 ermordete Jüdin Rosa Steinhart aus Trachenberge. Der Hedwig-Langner-Weg nimmt Bezug auf die Gründerin des Spielwaren- und Seifengeschäft mit Puppenklinik auf der Bürgerstraße. Das 1894 eingerichtete Geschäft gab es bis 2015, am Ende in vierter Generation. Der Neudorfer Weg verweist auf die Geschichte des Viertels. Neudorf war eine vom 16. Jahrhundert bis 1866 bestehenden Siedlung von 50 Gehöften an der heutigen Moritzburger Straße.

Von S. Lohse

Dresden, Konkordienplatz 51.074946 13.725597
Dresden, Konkordienplatz
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