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Lokales Dresden hält Ostrale trotz Chemnitz-Plänen die Tür offen
Dresden Lokales Dresden hält Ostrale trotz Chemnitz-Plänen die Tür offen
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11:29 21.05.2018
Die Ostrale ist bislang Dresdens größte Ausstellung für zeitgenössische Kunst – hier ein Bild aus dem vergangenen Jahr. Quelle: Anja Schneider
Dresden

Trotz möglicher Umzugspläne der Ostrale nach Chemnitz (DNN berichteten) will die Dresdner Stadtverwaltung den Ausstellungsmachern die Tür nicht gänzlich zuschlagen. „Die Landeshauptstadt Dresden steht nach wie vor für Gespräche mit den Verantwortlich der Ostrale zur Verfügung“, wurde eine entsprechende DNN-Anfrage von der Landeshauptstadt beantwortet. Auch das Angebot der Messe als Interimsstandort 2019 „hat weiterhin Bestand“.

Die Ostrale, Dresdens große Ausstellung für zeitgenössische Kunst (die bis 2017 jährlich stattfand), hatte die Fühler nach Chemnitz ausgestreckt. Das bestätigten sowohl die Ostrale selbst als auch die Stadtverwaltung Chemnitz. Hintergrund für diesen Schritt sind unter anderem die anhaltenden Querelen um die Zukunft der Futterställe im Dresdner Ostragehege, wo die Ostrale bislang ihren Austragungsort fand.

Kurz nachdem Ende Januar bekannt geworden war, dass eine Konzeptstudie für die Sanierung der Futterställe 13,75 Millionen Euro vorsieht, wurde die Idee publik, stattdessen den sogenannten Schweinedom im Ostragehege zu sanieren, für etwa 18 Millionen Euro. Ob diese Zahl eine Schätzung ist oder auch ihr eine Studie zugrundeliegt, ist unklar.

Die Linksfraktion im Dresdner Stadtrat äußerte ihr Bedauern zum möglichen Weggang der Ostrale und sah auch einen Schuldigen. „Die Gründung der Kommission zur Entwicklung des Ostrageheges unter Leitung von Oberbürgermeister Dirk Hilbert kam leider viel zu spät, nur zögerlich nahm er sich der Problematik an“, teilte Stadträtin Anja Apel mit. Die Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke) hätte dadurch keine Chance, die erforderlichen Millionen zur Sanierung der Futterställe aufzubringen. „Ein finanziell tragbares Konzept gab es bisher nicht.“

Sollte dieser Satz zutreffen, wäre das desaströs. Fast zwei Jahre ist es mittlerweile her, dass die Stadtspitze ein Bekenntnis pro Ostrale ausgesprochen hatte. Seither aber kam kaum etwas nach. Und am Freitag blieb eine Frage der DNN an die Stadt, welche Fördermöglichkeiten bei der Finanzierung der Futterställe-Sanierung über Bund, EU oder Stiftungen schon erwogen wurden, unbeantwortet. Es sei niemand mehr zu erreichen gewesen, der die Frage korrekt beantworten könne, hieß es.

Einen Tag zuvor hatte Christa Müller, kulturpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, bereits ihren Unmut zum Thema geäußert. Sie machte darauf aufmerksam, dass sich gegenwärtig ein Antrag ihrer Fraktion zur Sanierung der Futterställe in interfraktioneller Abstimmung befinde. Den Ostrale-Machern, die Ende März schon ein erstes Papier mit Chemnitz ausgehandelt haben sollen, warf sie „unaufrichtiges Verhalten“ vor.

So oder so: Der Stadtrat in Chemnitz wird sich wohl in vier Wochen mit dem Thema Ostrale beschäftigen. Für den 20. Juni ist eine Stadtratssitzung geplant. Ein Umzug der Ostrale nach Chemnitz würde jedenfalls die dortige Bewerbung um Europas Kulturhauptstadt für 2025 stärken – wie sie sie im Falle Dresdens schwächte.

Von Torsten Klaus

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