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Lokales Dresden gedenkt der Reichspogromnacht vor 80 Jahren
Dresden Lokales Dresden gedenkt der Reichspogromnacht vor 80 Jahren
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11:24 09.11.2018
Teilnehmer mit einer jüdischen Kopfbedeckung für Männer, der Kippa, gedenken auch dieses Jahr vor der Semper-Synagoge in Dresden. Quelle: Oliver Killig/dpa
Dresden

Am Freitag, 9. November, ist der 80. Jahrestag der Reichspogromnacht. In der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 brannten jüdische Synagogen in ganz Deutschland – auch in Dresden. Die Nationalsozialisten gingen zur offenen Gewalt gegen Juden über: Jüdische Geschäfte und Wohnungen wurden zerstört, jüdische Bürger misshandelt. Dabei wurden wissenschaftlichen Schätzungen zufolge mehr als 1 300 Menschen getötet und mindestens 1 400 Synagogen in Deutschland stark beschädigt beziehungsweise zerstört. In Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft finden verschiedene Veranstaltungen in Dresden statt.

Freitag, 9. November:

14 Uhr: Im Heinz-Joachim-Aris-Saal der Neuen Synagoge Dresden, Hasenberg 1, findet eine Gedenkveranstaltung statt. Es sprechen Nora Goldenbogen, die Vorsitzende des Landesverbandes Sachsen der Jüdischen Gemeinden, und Oberbürgermeister Dirk Hilbert. Zudem stellen Schüler aus verschiedenen Schulen Berichte von Zeitzeugen vor und erzählen darüber, was das Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren für sie in der Gegenwart bedeutet. Der Synagogenchor Dresden umrahmt die Gedenkveranstaltung musikalisch.

17.30 Uhr: Der SPD-Ortsverein Dresden-Pieschen beteiligt sich am Putzen der Stolpersteine. Dazu findet ein Rundgang zu einigen Stolpersteinen in Pieschen und Trachenberge statt. Bei den verschiedenen Stationen werden Blumen niedergelegt und das Leben und Wirken der Opfer mit Redebeiträgen gewürdigt. Start ist an den Stolpersteinen von Rosa und Walter Steinhart am Trachenberger Platz, Trachenberger Straße 23.

18 Uhr: Die Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange (SPD) und der SPD-Ortsverein Dresden-West laden am Freitag zur Mahnwache auf der Stollestraße 41 in Dresden-Löbtau ein. Am ehemaligen Wohnhaus des Widerstandskämpfers Arthur Weineck soll seinem Kampf gegen die NS-Diktatur gedacht werden.

18 Uhr: Das Deutsche Hygiene Museum, Lingnerplatz 1, lädt zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion. Andreas Eberhardt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, spricht zum Thema „Wie wir uns erinnern werden“. Dazu möchte er auf Ergebnisse einer repräsentativen Erhebung zur Erinnerungskultur eingehen, Möglichkeiten digitaler Strategien vorstellen und Ideen für eine Kultur des Erinnerns in einer heterogener werdenden Gesellschaft entwickeln. Die Veranstaltung gehört zum Begleitprogramm der Ausstellung „Rassismus“. Der Eintritt ist frei.

19.30 Uhr: Auch die Kirchgemeinde Gruna-Seidnitz erinnert mit einer Gedenkveranstaltung an die Novemberpogrome. In der Thomaskirche, Bodenbacher Straße 21, kommen neben jüdischen Gebeten und Musik auch Texte des israelischen Schriftstellers Aharon Appelfeld zur Sprache.

Sonntag, 11. November:

11 Uhr: Der diesjährige „Weg der Erinnerung“ greift die Ereignisse auf, die mit den Novemberpogromen in Dresden einhergingen. Die Teilnehmenden begeben sich mit dem Fahrrad auf die Spuren jüdischen Lebens in der Stadt und erkunden, was die Nacht vom 9. November 1938 und der folgende Tag des Pogroms für Folgen hatte. Treffpunkt ist vor der Gedenktafel an der Kreuzkirche Dresden, An der Kreuzkirche 6.

Montag, 12. November:

19 Uhr: In der Jüdischen Gemeinde, Hasenberg 1, findet eine öffentliche Filmvorführung des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) statt. Die Dokumentation mit dem Titel „Die Versteigerer – Profiteure des Holocaust“ zeigt die Systematik hinter den Verkäufen des Eigentums jüdischer Bürger an die deutsche Bevölkerung. Es geht vor allem um die Alltagsgegenstände deportierter Juden, die meist unmittelbar nach deren Deportationen öffentlich versteigert wurden. Anschließend möchten Macher und Historiker dazu mit dem Publikum ins Gespräch kommen. Der Eintritt ist frei. Der Beitrag ist zudem am Dienstag, 13. November, um 22.05 Uhr im MDR-Fernsehen zu sehen.

Von Annafried Schmidt

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