Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Dresden erzielt Verkäufe weit über Verkehrswert
Dresden Lokales Dresden erzielt Verkäufe weit über Verkehrswert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 09.09.2015
32 Interessenten wollten diese Villa am Bischofsweg haben. Quelle: Christian Juppe
Anzeige

Doch Investoren machten einen großen Bogen um das villenartige Gebäude in einem guten Zustand. Grund: "Die Verkaufsverhandlungen scheiterten immer an den vorhandenen Gewerbemietverträgen, welche aufgrund der Mindestlaufzeit bis 2016 und des niedrigen Mietzinses langfristig keine Rendite ermöglichen", heißt es in einer Unterlage der Stadt.

Bei der sechsten Ausschreibung im vergangenen Jahr kam es zu einem Wettbieten: Zehn Investoren rissen sich um die einst unverkäufliche Immobilie, der meistbietende Interessent legte mit 620 000 Euro rund 160 000 Euro über Verkehrswert auf den Tisch. Das Gebäude soll weiter als Ärztehaus betrieben werden, ab 2016 wohl aber mit anderen Mieten.

Noch krasser ist der Unterschied zwischen Verkehrswert und Kaufpreis bei einem Garagengrundstück auf der Spenerstraße in Striesen. Das Mindestgebot für die 1175 Quadratmeter große Fläche lag bei 271 000 Euro. Zwölf Bieter meldeten sich, der Meistbietende zahlte sage und schreibe 900 000 Euro. "Der Bieter hat auf Nachfrage erklärt, das Grundstück in Kenntnis des Verkehrswertes zum gebotenen Preis erwerben zu wollen", heißt es in den Unterlagen der Stadt zu diesem Verkauf. Der Investor will ein Mehrfamilienhaus errichten. Zwar nicht um jeden Preis, aber um einen sehr hohen.

Immobilien werden den Verkäufern im Moment aus den Händen gerissen, selbst hoffnungslose Fälle werden von der Stadt jetzt weit über Verkehrswert verkauft. So verwundert es wenig, dass die ehemalige Kindertagesstätte am Bischofsweg 106 unglaubliche 32 Kaufinteressenten fand, die den Preis in die Höhe trieben. Der Verkehrswert für die sanierungsbedürftige Villa im Preußischen Viertel betrug 498 000 Euro, die Stadt erzielte knapp über eine Million Euro. Das Gebäude soll denkmalgerecht saniert werden, zugleich entsteht auf dem Grundstück ein weiteres Wohngebäude.

Auch am Neumarkt hat die Stadt im vergangenen Jahr noch ein gutes Geschäft gemacht: Das Quartier IV/3 wurde für 1,7 Milionen Euro an einen Investor aus Frankfurt/Main verkauft, der das "Frieseneck" errichten will. In den Büchern der Stadt stand das Grundstück mit einem Wert von 1,1 Millionen Euro. Schade, dass der städtische Grundbesitz endlich ist...

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.02.2014

Thomas Baumann-Hartwig

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Plakate mit der Aufschrift „Nazi-Aufmärsche stoppen“ sollen im Dresdner Zentrum zum Widerstand gegen Rechtsextremismus am Jahrestag der Zerstörung der Stadt aufrufen.

09.09.2015

Auf dem Semperopernball wird auch in diesem Jahr für das Kinderhilfswerk Unicef gesammelt. Seit 2006 können die Dresdner Ballbesucher über eine Tombola Gutes für Kinder in aller Welt tun.

09.09.2015

„Die Friedrichstadt kommt“, heißt es seit einigen Jahren in Dresden. Die einstige Dreckecke zwischen Elbe, Nossener Brücke, Flügelweg und Bahnhof Mitte mausert sich ganz langsam.

09.09.2015
Anzeige