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Dresden erhält eine Gernika-Straße

Oberbürgermeister Dirk Hilbert stimmt für Grünen-Vorschlag Dresden erhält eine Gernika-Straße

Seit 2012 wurde darüber debattiert, am Donnerstagabend hat es die rot-grün-rote Stadtratsmehrheit entscheiden: Die 1937 von der deutschen „Legion Condor“ zerstörte baskische Stadt wird mit einer Straße in Dresden geehrt. Die CDU sieht den Beschluss kritisch.

Gernika war 2015 Thema im theater junge generation.

Quelle: Klaus Gigga

Dresden. Dresden erhält eine Gernika-Straße. Das hat der Stadtrat am Donnerstagabend mit den Stimmen von Linken, Grünen und SPD beschlossen. Auch Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) stimmte für den Antrag der Grünen, der von CDU, FDP/Freie Bürger und AfD abgelehnt wurde. Die Straße gibt es noch nicht, sie wird erst noch zwischen Theaterstraße, Malergäßchen und Schweriner Straße neu entstehen.

„Ich freue mich sehr, dass unsere seit 2012 verfolgte Initiative nun endlich umgesetzt wurde“, erklärte Christiane Filius-Jehne, Fraktionsvorsitzende der Grünen. Die Stadt Dresden mit ihrem Selbstverständnis als Kunst- und Kulturstadt könne durch die Benennung der Gernika-Straße einen wichtigen Mosaikstein in der lokalen Erinnerungskultur schaffen und damit den Wunsch nach Frieden als Gemeinsamkeit im europäischen Kontext weiter bekräftigen. Nun müsse ein würdiger protokollarischer Rahmen gefunden werden, um dem Oberbürgermeister der Stadt Gernika offiziell dieses Zeichen der Verbundenheit zukommen zu lassen“, erklärte Filius-Jehne.

Sebastian Kieslich, kulturpolitischer Sprecher des CDU-Kreisverbandes, sagte: „Mit dem Beschluss, ein Gässchen am Postplatz in Gernika zu benennen, demonstrieren Linke, Grüne und SPD nur ihre Mehrheit im Stadtrat. Mit einer Erinnerungskultur, die sich mit der Geschichte der Stadt auseinandersetzt, hat das aber wenig zu tun.“ Dresden habe bei den Bombenangriffen auf Gernika 1937 keine Rolle gespielt. Die Straße in Dresden danach zu benennen sei unangebracht und führe in der städtischen Erinnerungskultur zu Beliebigkeit.

Holger Hase, Vorsitzender des Vereins Denk Mal Fort, erklärte, Erinnerungspolitik sei nicht dazu geeignet, politische Macht zu demonstrieren. „Ich hätte mit eine breite Debatte gewünscht.“ Der Verein lade zum 80. Jahrestag der Bombardierung der baskischen Stadt durch die deutsche „Legion Condor“ am 26. April zu einer Podiumsdiskussion ins Stadtmuseum ein. „Trotz des Beschlusses geht die Diskussion weiter.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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