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Dresden erhält eine Bahnhofsmission – Fokus auch auf Drogenszene

Am Hauptbahnhof Dresden erhält eine Bahnhofsmission – Fokus auch auf Drogenszene

Nach vielen Jahren Abwesenheit soll Dresden wieder eine Bahnhofsmission erhalten. Wenn der Sozialausschuss im März die Fördermittel bestätigt, könnte die Einrichtung im Hauptbahnhof Mitte des Jahres ihre Pforten öffnen. Sie soll ihren Fokus auch auf die Drogenszene am Wiener Platz richten.

In Leipzig betreibt die Caritas die Bahnhofsmission.

Quelle: Andreas Doering

Dresden. Nach jahrzehntelanger Abwesenheit soll Dresden am Hauptbahnhof wieder eine Bahnhofsmission erhalten. Dafür hat sich nach Informationen des städtischen Sozialamtes ein Trägerverbund gebildet, dem der Caritasverband für Dresden, das Diakonische Werk Stadtmission Dresden, der Evangelisch-Lutherische Kirchenbezirk Dresden Mitte und das Dekanat des Bistums Dresden Meißen angehören. Die Geschäftsführung der Bahnhofsmission soll bei der Caritas liegen.

Nach dem Projektvorschlag des Trägerverbundes soll sich die Dresdner Bahnhofsmission an den allgemeinen Leitlinien für Bahnhofsmissionen orientieren und ihre Türen für alle Menschen in Notsituationen offenhalten. „Die Bahnhofsmission wirkt als Informations- und Vermittlungszentrale im Hilfesystem der Stadt Dresden“, so das Sozialamt. Konkrete Angebote seien Aufenthalt und Raum zu Ausruhen, Gespräche, Beratung und Weitervermittlung an Fachstellen der sozialen Arbeit und Behörden, aber auch Überlebenshilfe, Krisenintervention sowie Begleitung, Betreuung und Weitervermittlung von Reisenden. Sowohl Reisende, die auf dem Bahnhof „gestrandet“ sind, als auch Menschen in Krisensituationen können sich an die Bahnhofsmission wenden.

Trägerverbund verhandelt mit der Deutschen Bahn

Nach den Vorstellungen der Sozialverwaltung soll die Bahnhofsmission auch ein aktuelles Problem in den Fokus rücken. „Die Stadt wirbt für eine Verbindung zur Drogenintervention und -prävention auf dem Wiener Platz“, heißt es aus dem Sozialamt. Die entsprechenden Gespräche würden derzeit laufen. Auf dem Wiener Platz hatte sich im vergangenen Jahr eine mehr oder weniger offene Drogenszene etabliert.

Wann die Bahnhofsmission ihre Pforten öffnen kann, hänge von der Finanzierung ab. Die Einrichtung könne sich nicht selbst tragen und sei auf städtische Zuwendungen angewiesen. Der Sozialausschuss des Stadtrats könne die Mittel frühestens auf seiner Sitzung am 28. März bereitstellen. Dann dürfte der städtische Haushalt für die Jahre 2017/2018, in dem die Gelder für die Bahnhofsmission eingestellt sind, von der Landesdirektion Sachsen bestätigt sein. „Eine Eröffnung der Bahnhofsmission wäre somit realistisch zur Jahresmitte 2017 denkbar“, schätzt das Sozialamt.

Die Deutsche Bahn AG werde die benötigten Räume auf dem Hauptbahnhof zur Verfügung stellen. Dazu führe der Trägerverbund bereits die Verhandlungen. Die Personalkosten der hauptamtlichen Mitarbeiter sollen über die Fachförderrichtlinie des Sozialamtes finanziert werden.

Die Bundesgeschäftsführerin der Bahnhofsmissionen, Gisela Sauter-Ackermann, hatte einen Ausbau des Netzes an Bahnhofsmissionen gefordert und einen Mangel besonders an wichtigen Verkehrsknotenpunkten im Osten beklagt. „Wir haben die große Hoffnung, dass wir in Dresden eine Einrichtung eröffnen können. Wir wollen den Menschen geben, was sie brauchen.“ In Sachsen gibt es in Chemnitz, Görlitz und Leipzig Bahnhofsmissionen.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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