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Dresden erhält ein Zentrum für Baukultur

Am 8. Juni ist die Eröffnung geplant Dresden erhält ein Zentrum für Baukultur

Baukultur ist in Dresden in aller Munde – oft wird trefflich über Bauvorhaben gestritten. Am 8. Juni öffnet das Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast seine Pforten. Es will ein Forum für Meinungsvielfalt auf der fachlichen Ebene sein und Bildungsarbeit leisten, kündigte der Leiter Matthias von Rüdiger an.

Erhält das Zentrum für Baukultur Sachsen: der Kulturpalast.

Quelle: ANJA SCHNEIDER

Dresden. Die Räume im Erdgeschoss des Kulturpalastes an der Galeriestraße sind noch Baustelle. Handwerker verlegen Kabel und Rohre, Trockenbauer ziehen Wände hoch. Die Zeit drängt: Am 8. Juni soll hier das Zentrum für Baukultur Sachsen eröffnen. Am 9. Juni ist das erste Symposium „Gespräche zur Baukultur“ geplant, am 10. Juni soll es einen Tag der offenen Tür geben. Die erste Ausstellung „Sächsische Beiträge zum Tag der Architektur 2017“ wird am 15. Juni eröffnet.

Es war im Juni 2015, erinnert sich Matthias von Rüdiger, der Leiter des Zentrums für Baukultur Sachsen, da sei im Bund der Architekten die Idee für das zentrum geboren worden. „Wir haben nach einer Baustellenbesichtigung diskutiert und überlegt, wie wir uns in die Debatten über Baukultur einbringen können“, erinnert sich der 64-jährige pensionierte Leitende Baudirektor, der im Sächsischen Staatsbetrieb Immobilien- und Baumanagement tätig war. „Wir müssen raus aus den Spezialzirkeln und Elfenbeintürmen“, sei eine Schlussfolgerung gewesen.

Das Zentrum ist eine Einrichtung der Stiftung Sächsischer Architekten und soll ein Forum für die Diskussion sein, ein Dach für Akteure wie die Architektenkammer Sachsen, den Deutschen Werkbund, den Bund deutscher Architekten, das Institut für ökologische Raumentwicklung, die Fakultät Architektur der TU Dresden, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden, die Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig, „Zeitgenossen – Initiative für zeitgenössische Baukultur“ und die Bauabteilung der Evangelischen Landeskirche.

Diese Akteure gestalten das Programm des Zentrums und können in den Räumen auftreten. Sie können Redner einladen oder Ausstellungen anbieten, die Technische Universität etwa erhält Raum für die Präsentation der Diplomarbeiten ihrer Studenten. „Das Zentrum hat eine Programmkommission, in die jeder Akteur einen Sprecher entsendet“, erklärt von Rüdiger, wie das Jahresprogramm des Zentrums entsteht.

Der Leiter will sich insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit widmen und das Kultusministerium sowie die Schulen für gemeinsame Programme gewinnen. „Architektur kommt im Unterricht viel zu kurz. Wir arbeiten an außerschulischen Angeboten, mit denen dieses Defizit ausgeglichen werden könnte.“ Er wolle den Schulleitern Konzepte anbieten, kündigt von Rüdiger an.

Da das Zentrum für Baukultur eine sächsische Institution werden soll, sind auch Veranstaltungen „Zentrum on Tour“ geplant, etwa Ausstellungen und Diskussionen – natürlich in den Großstädten Chemnitz und Leipzig, aber auch in Plauen oder Hoyerswerda. „Wir müssen unbedingt in die Fläche gehen“, so von Rüdiger.

Für das Anliegen des Zentrums gebe es keinen besseren Platz als den Kulturpalast. „Wir verstehen uns als Koordinator, Informationsbörse und Drehescheibe für alle. Dafür ist dieser Standort ideal.“ 155 Quadratmeter hat das Zentrum für Baukultur Sachsen im Kulturpalast zur Verfügung, die Nachbarn sind das Abonnentenbüro der Dresdner Philharmonie und das Kulturhauptstadtbüro der Stadtverwaltung.

„Auf keinen Fall wollen wir uns vor einen parteipolitischen Karren spannen lassen“, sagt von Rüdiger. Es gehe um Meinungsvielfalt auf der fachlichen Ebene und weniger um einzelne Bauvorhaben als vielmehr um Fragen wie: „Wie entsteht Stadt? Was ist ein Platz? Wie lässt sich Verweilqualität schaffen?“ Das Zentrum soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass sich jeder Interessent einbringen könne in die Debatte um Baukultur. „Wir alle sind verantwortlich für die Gestaltung unserer Umwelt.“

Von Thomas Baumann-Hartwig

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