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Dresden braucht 40 neue Schulsporthallen

Bildung Dresden braucht 40 neue Schulsporthallen

Lange hat die 103. Grundschule in der Dresdner Neustadt auf eine neue Turnhalle warten müssen. Jetzt konnten Schüler und Lehrer die Anlage in Besitz nehmen. Die Freude ist groß - aber die Stadt hat noch viel zu tun.

Mit Musik und Bewegung feierten die Grundschüler die neue Sporthalle.
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Elisabeth hat die ganze Geschichte um die Turnhalle der 103. Grundschule miterlebt. „In der 1. Klasse regnete es in die Turnhalle rein und überall standen Eimer“, erzählte die Viertklässlerin gestern Vormittag bei der feierlichen Eröffnung der neuen Halle an der Hohnsteiner Straße. Später hatte sie Sportunterricht an anderen Schulen oder überhaupt nicht mehr.

„Mit leuchtenden Augen“ hätten alle Anfang das Jahres die Halle betreten, schilderte Schulleiterin Constanze Hänsel die Freude über den Neubau, mit dem schon mehrere ihrer Vorgänger beschäftigt waren. Die Grundschule habe damit eine große Aufwertung erfahren. „Wie Sie gesehen haben, kann man noch etwas mehr tun“, fügt sie hinzu und meint damit Bildungsbürgermeister Hartmut Vorjohann, der auf dem Weg zur Feierstunde die alte Plattenbauschule aus DDR-Zeiten durchqueren musste.

Die neue Halle sei für die Grundschule ein großer Schritt, für Dresden aber ein relativ kleiner, erklärt der CDU-Politiker in Abwandlung eine berühmten Astronauten-Zitats. Die Stadt brauche noch mindestens 40 weitere neue Sporthallen, 150 Millionen Euro würden dafür nötig sein, meinte Vorjohann und zweifelte gleich selbst daran, dass das reichen wird. Für Schulen insgesamt müssten in Dresden in den nächsten Jahren sogar eine Milliarden Euro in die Hand genommen werden. Deshalb platziert der Bürgermeister auch bei dieser Gelegenheit seine Aufforderung an alle Betroffenen, Druck zu machen, damit das Geld auch wirklich in der Bildung investiert wird, wie es sich immer alle wünschen. Niemand sollte sich darauf verlassen, dass dies ein Selbstläufer sei. „Es ist genügend Geld da, die Frage ist nur, wie verteilen wir es?“ Viele würden von dem Kuchen etwas abbekommen wollen. „Bleiben Sie dran“, sagte Vorjohann und wollte seinen Appell sicher nicht nur an die Eltern und Lehrer in der Turnhalle gerichtet wissen. „In einem Jahr spätestens hören Sie wieder von mir“, erklärte Schulleiterin Hänsel. „Jetzt wollen wir nicht umziehen, sondern erstmal unsere neue Halle nutzen.“

Die 103

Die 103. Grundschule hat eine neue Turnhalle.

Quelle: Dietrich Flechtner

Für Kultusminister Christian Piwarz (CDU) war die Feierstunde, die von den Schülern mit Musik und Bewegung umrahmt wurde, ein „eher angenehmer Termin“. In anderen Fällen werde derzeit über die Verbesserung der Bedingungen an den Schulen und Aufwertung des Lehrerberufs diskutiert. „Da sind wir hart dabei und ich hoffe, dass wir zu einem guten Ende kommen“, sagte der Minister. In Sachsen werde häufig über Naturwissenschaften diskutiert, über Studium und Berufsausbildung. „Mir kommt dabei oft zu kurz, darauf zu schauen, wo das alles herkommt“, fügte Piwarz hinzu und verwies auf Krippe, Kindergarten und Grundschulen. „Deshalb ist mir wichtig, dass wir die Grundschulen und die Arbeit der Lehrer hier stärker ins Bewusstsein der Gesellschaft rücken.“

Bessere Bedingungen bietet die neue Halle allemal. Die alte aus dem Jahr 1975 war nicht mehr sanierungsfähig. Das tonnenförmige Gebilde, wie es aus DDR-Zeiten heraus vielerorts die Plattenbau-Schulen vom Typ Dresden ziert, erfüllte keine heutigen Normen: zu wenig Platz, nicht behindertengerecht und verschlissene Sanitäreinrichtungen. Um den Schulsport für die rund 400 Schüler absichern zu können, war ein Ersatzneubau erforderlich. Insgesamt knapp 22 Monate wurde gebaut.

Der zweigeschossige Neubau besteht aus einer Einfeldhalle mit Geräte- und Funktionsräumen. IAuch das gesamte Außengelände mit Pausenhof und Außensportanlagen wurde neu gestaltet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 3,7 Millionen Euro und wurden aus Eigenmitteln der Landeshauptstadt finanziert. 22 Monate wurde gebaut. Die Bedingungen heutzutage sind kompliziert, Auftraggeber zu Bittstellern geworden. Wenn es irgendwo hakt, kommt der ganze Bauablauf ins Trudeln, weil Firmen nicht mehr darauf warten, bis sie anfangen können, sondern zu ihrem nächsten Auftrag weiterziehen.

Die kleine Elisabeth zeigte sich gestern großzügig. „Mein kleiner Bruder ist hier in der 1. Klasse, ich freue mich, dass er jetzt die neue Halle nutzen kann.“

Von Ingolf Pleil

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