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100 Millionen Euro Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer

Dresden boomt 100 Millionen Euro Mehreinnahmen bei der Gewerbesteuer

Dresden boomt. Die Gewerbesteuereinnahmen klettern in schwindelerregende Höhen, die Zahl der Arbeitsplätze wächst unaufhaltsam. Ein Ende des Booms ist nicht in Sicht, glaubt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP).

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„Dresden bleibt!“ Der Flughafen in Klotzsche ist ein wichtiges Argument für die Ansiedlung von internationalen Unternehmen und peilt in diesem Jahr die Marke von 1,8 Millionen Fluggästen an.
 

Quelle: Foto: Anja Schneider

Dresden. 2017 war für Dresden das wirtschaftlich erfolgreichste Jahr seit der Wende. Das erklärte jetzt Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Seien von 2010 bis 2016 pro Jahr im Durchschnitt 4200 neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der Stadt entstanden, so sei die Zahl 2017 auf über 7000 geklettert – ein Plus von zwei Prozent. „Es war das sensationellste Jahr bei den Steuereinnahmen“, zog Hilbert Bilanz: Die Stadt habe 100 Millionen Euro mehr als im Haushalt geplant eingenommen.

Schon 2016 flossen 50 Millionen Euro mehr als erwartet in die Stadtkasse. „Damals haben wir gesagt, dass es sich um Einmaleffekte handelt. Jetzt sind es wieder Einmaleffekte, aber andere“, erklärte der OB. Gedanken, wie man 100 Millionen Euro sinnvoll ausgeben kann, müsse er sich aber nicht machen: „Das Geld geht zu einem großen Teil in die kommunale Verteilungsmasse in Sachsen ein.“ Die wirtschaftlich erfolgreiche Landeshauptstadt werde ab 2019 weniger Zuwendungen vom Freistaat erhalten.

Wird der Boom weitergehen? Mit Bosch und Philipp Morris siedeln sich zwei international aufgestellte Konzerne in Dresden an. Die Stadt hatte im „knallharten Wettbewerb“, so Hilbert, Standorte wie Singapur und New York hinter sich lassen können. Die Ansiedlungen seien Wachstumstreiber und würden weitere Unternehmen der Zulieferindustrie nach Dresden ziehen. „Wir werden in den nächsten Jahren deutlich stärker wachsen“, glaubt der OB.

Die Stadt werde die Technische Universität intensiv dabei unterstützen, den Exzellenz-Status zu verteidigen. Im Verbund mit einer Vielzahl von Top-Instituten könne sich Dresden als innovativer Hub national und international platzieren. Ziel sei es, internationale Player an den Standort zu holen und die Themen der Zukunft wie automatisiertes vernetztes Fahren zu bearbeiten. Ende Februar werde er zur Leitmesse der Mobilfunk- und Kommunikationsbranche nach Barcelona reisen, um eine Kooperation mit einem großen Telekommunikationsanbieter abzuschließen, kündigte Hilbert an.

Ein starkes Argument bei Gesprächen über Unternehmensansiedlungen ist der Flughafen, erklärte Markus Kopp, Vorstand der Mitteldeutschen Flughafen AG. „Ohne den Airport in Klotzsche wären Bosch und Philipp Morris nicht gekommen.“ Ohne die professionelle Arbeit der städtischen Wirtschaftsförderung auch nicht, wie er in persönlichen Gesprächen erfahren habe, so Kopp. Über Gerüchte, der Dresdner Flughafen werde in absehbarer Zeit geschlossen, könne er nur müde lächeln. „Dresden bleibt!“, versicherte er. Für 2018 strebe Klotzsche ein Passagieraufkommen von 1,8 Millionen an. Im vergangenen Jahr wurden 1,7 Millionen Passagiere am Flughafen gezählt. „Eine Sättigung am Markt ist bei zwei Millionen erreicht“, so der Vorstand.

Holger Zastrow, Vorsitzender der Stadtratsfraktion FDP/Freie Bürger, lobte den OB für seine Wirtschaftspolitik. Dresden verfüge über so viele Mittel wie noch nie. „Es ist aber ärgerlich, dass wir das Geld nicht ausgeben können, weil die Planverfahren so lange dauern oder wir keine Baufirmen finden.“ Früher habe das Geld gefehlt, jetzt gebe es Geld fast im Überfluss, aber keine Möglichkeit, es auszugeben. „Es ist ärgerlich, dass mehrere 100 Millionen Euro nicht verbautes Geld auf der Bank liegen. Damit könnte die Lebenssituation der Menschen verbessert werden“, so Zastrow.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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