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Lokales Dresden bekommt eine Kinderbeauftragte
Dresden Lokales Dresden bekommt eine Kinderbeauftragte
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16:22 11.03.2018
Rathaus Dresden. Quelle: Stephan Lohse
Dresden

Die Stadt bekommt wieder eine Kinderbeauftragte. Mit überwältigender Mehrheit folgte der Jugendhilfeausschuss jetzt einem Vorschlag von Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP). Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat.

Damit könnte nunmehr eine lange Hängepartie enden: Schon im April 2005 hatte der Stadtrat beschlossene, dass Dresden einen Kinderbeauftragten erhalten soll. Schließlich nahm zum 1. März 2007 mit Steffi Heinze tatsächlich jemand diese Aufgabe in Angriff. Sie wollte sich dafür stark machen, dass die Stimmen von Kindern in der Verwaltung und in der Politik gehört und berücksichtigt werden. Das ging nicht besonders lange gut. Gerade einmal vier Monate später warf sie die Brocken wieder hin. „Viele verbinden mit der Kinderbeauftragten nur ein repräsentatives Amt. Dies war und ist aber nicht meine Vorstellung gewesen“, erklärte sie.

Die Stelle hatte wohl zum Verhandlungspaket gehört, um den Linken den Verkauf der Dresdner Woba schmackhaft zu machen. Später fehlte dann der politische Wille, das Amt mit Leben zu erfüllen. So blieb der Posten nach zwei Versuchen für Jahre verwaist.

Vor einem Jahr gab es erste richtungweisende Beschlüsse für einen Neustart im Jugendhilfeausschuss. Der Kinderbeauftragte soll so in die Verwaltung hineinwirken, dass die Mitarbeiter von sich aus bei Entscheidungen auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen achten. Innerhalb eines halben Jahres sollte der OB die Stelle besetzen – allerdings nach Klärung des Aufgabenprofils. Da nahm noch einige Zeit in Anspruch. So startete im November 2017 das Kinder- und Jugendbüro, das mit dem Kinderbeauftragten eng zusammenarbeiten soll. Der Posten wurde aber erst Ende November/Anfang Dezember 2017 ausgeschrieben. Im 2. oder 3. Quartal soll die Besetzung erfolgen, hieß es im Ausschreibungstext.

Dafür hat der Jugendhilfeausschuss nun die letzten vorbereitenden Weichen gestellt. Aus 43 Bewerbungen hatten Verwaltung und Ausschussvertreter letztlich eine Vorauswahl getroffen. Oberbürgermeister präsentierte daraufhin am Donnerstagabend seinen Vorschlag dem Ausschuss. Dem Vernehmen nach handelt es sich um Anke Lietzmann. Sie ist keine Unbekannte in der Stadt. Bis September vergangenen Jahres war sie im Jugendzentrum AZ Conni tätig, bis 30. November gehörte sie selbst jahrelang dem Jugendhilfeausschuss an. Sie kennt die Materie aus dem Effeff. Kinder und Jugendliche dürften in ihr eine engagierte Vertreterin haben.

In nichtöffentlicher Sitzung gab es im Ausschuss ein klares Ergebnis: Einstimmig stimmten Vertreter von FDP, CDU, SPD, Grünen, Linken und AfD sowie der freien Träger der Jugendhilfe in der Stadt für die Kandidatin. Die endgültige Entscheidung liegt nun beim Stadtrat. Er könnte die Besetzung am 22. März beschließen. Dann hätte Dresden nach mehr als einem Jahrzehnt wieder eine Kinderbeauftragte.

Von Ingolf Pleil

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