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Lokales Dresden baut 1. Carbonbetonhaus
Dresden Lokales Dresden baut 1. Carbonbetonhaus
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15:31 05.10.2016
Dieser Pavillon in Kahla in Thüringen zeigt, welche filigranen Architekturen mit aus Dresdner Carbonbeton möglich werden. Quelle: Ulrich van Stipriaan TU Dresden
Dresden

Die Bauingenieure der TU wollen in Dresden das weltweit erste Carbonbeton-Haus bauen. Das haben die Bauexperten auf der ImmobilienmesseExpo Real“ in München angekündigt. Damit wollen sie den Beweis antreten, dass ihr kohlenstofffaser-verstärkter Leichtbaustoff praxistauglich ist und neue architektonische Konstruktionsprinzipien möglich macht.

Das „C-Cube“ entsteht voraussichtlich 2019 am oder auf dem Uni-Campus. Ab 2020 soll die Uni das zweigeschossige Leichtbau-Haus als Bürogebäude und Versuchsstand nutzen können. Das TU-geführte Konsortium “C³ – Carbon Concrete Composite“ kalkuliert mit Kosten von reichlich fünf Millionen Euro. Knapp vier Millionen Euro wollen sie vom Bundesforschungsministerium als Förderung für innovative Baukonzepte einwerben.

„Das C-Cube soll die Eigenschaften von Carbonbeton veranschaulichen und ein Musterbeispiel für filigranes, leichtes und schlankes Bauen sein“, betonte C³-Vorstandvorsitzender Prof. Manfred Curbach, der das Institut für Massivbau an der TU Dresden leitet.

Denn anders als beim Stahlbeton wird Carbonbeton nicht mit rostanfälligem schweren Stahl verstärkt, sondern mit vernetzten Kohlenstoff-Fasern. Das Baumaterial ist dadurch einerseits langlebiger, erlaubt aber auch neue Bauweisen mit dünneren Wänden. Laut TU ist die Carbon-Variante viermal leichter und sechsmal tragfähiger als Stahlbeton – und inzwischen auch nicht mehr teurer, wenn man die Materialersparnis einrechnet. Setzt sich der Carbonbeton durch, könnten in der regionalen Bauindustrie 1000 bis 3000 neue Jobs in der nächsten Dekade entstehen, schätzen die C³-Experten.

Die Zukunft des Bauens dominiert auch andere Exponate, mit denen sich Dresden auf der „Expo Real“ präsentiert. Dazu gehören beispielsweise die dünnen, biegsamen und durchsichtigen Organik-Solarfolien von Heliatek. Mit denen wollen die Sachsen ganze Wolkenkratzer-Fassaden überziehen. Die Vision: Durch diese großflächige Verkleidung sollen Hochhäuser in Zukunft soviel Sonnenergie tanken können, dass sie keine Stromzufuhr von außen mehr brauchen.

Dresden will auf der Baumesse aber auch Wohnbau-Investoren anlocken: Durch Zuzug und Baby-Boom wachsen die Einwohnerschaft und damit auch der Wohnraumbedarf. “Aktuell liegt der Bedarf bei 2500 Wohnungen pro Jahr“, informierte Bau-Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnisgrüne).

Von Heiko Weckbrodt

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