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Dresden-Weißer Hirsch: Post in den Konsum? Parkhaus ins Parkhotel?

Händler-Bürger-Debatte Dresden-Weißer Hirsch: Post in den Konsum? Parkhaus ins Parkhotel?

Rund 60 Händler und interessierte Bewohner des Weißen Hirschs folgten am Donnerstagabend der Einladung der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, im Wintergarten des Parkhotels die These eines Ladensterbens zu diskutieren.

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Stadträtin Christiane Filius-Jehne (Bündnis 90/Grüne) diskutierte im Parkhotel mit Anwohnern über das Ladensterben auf dem Weißen Hirsch.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Rund 60 Händler und interessierte Bewohner des Weißen Hirschs folgten am Donnerstagabend der Einladung der Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, im Wintergarten des Parkhotels die These eines Ladensterbens anlässlich des Schließens von Post- und Sparkassenfiliale (DNN berichteten) zu diskutieren. Moderiert wurde die Veranstaltung von Christiane Filius-Jehne, Vorsitzender der Stadtratsfraktion und langjähriger Anwohnerin.

Filius-Jehne betont, sie wolle versuchen, die Zusammengehörigkeit der Händler zu schweißen und gleichzeitig das Bewusstsein der Anwohner für eine notwendige Unterstützung der lokalen Geschäfte zu schärfen. Sie sei im mütterlichen Buchhandel groß geworden und bedauere, dass von den 2006 bestehenden 52 Geschäften nur noch 38 geblieben seien. „Natürlich hat sich seit der Wende einiges getan, ein breites Spektrum an Einkaufsmöglichkeiten ist entstanden und auch das ständige Kommen und Gehen von zahlreichen Händlern auf dem Weißen Hirsch ist nichts Neues.“, meint die Grünen-Politikerin. Jedoch berge ein Fehlen von Post und Sparkasse erhebliche Nachteile für Anwohner und Geschäftsleute in sich.

Jürgen Müller, alt eingesessener Feinkosthändler, sieht im Ladensterben ein überschätztes Problem. Die Läden mit neuen Ideen und langer Tradition wie der Seinige würden viele Kunden anziehen. Er sagt: „52 Geschäfte sind für einen derart kleinen Stadtteil eben zu viel. Das Hauptproblem ist nach wie vor die Parkplatzsituation.“ Zwar sei ein neuer zentraler Parkplatz vorhanden, dieser werde aufgrund einer Schranke jedoch kaum angenommen. Friseurin Beate Dietrich pflichtet ihm bei, die Situation sei katastrophal. „Wie kann ich als Händler 7000 Euro für zwei Parkplätze ausgeben, die ich nicht habe?“ Die allgemeine Empörung im Saal ist groß. Dr. Michael Böttger und Dr. Detlef Streitenberger vom Verschönerungsverein werfen ein, man sei heute Abend doch hier, um Lösungen zu finden. Sich über alles aufregen, das könne jeder. Das Parkhotel plane ein neues Parkhaus mit 80 bis 100 Plätzen. Und der neue Parkplatz müsse einfach mehr genutzt werden.

Die Postfiliale an der Plattleite soll Ende August die Pforten schließen. Filius-Jehne setzt sich als Ziel, die Post auf dem Hirsch zu halten. Sie sei mit dem Konsum intensiv ins Gespräch gekommen. „Der Konsum prüft derzeit, ob er die Post übernimmt.“ Dr. Streitenberger fügt hinzu, dass die Schließungen aufgrund der Postprivatisierung ein bundespolitisches Problem sei. Die finanzielle Unterstützung für Postfilialen hätte das Unternehmen in den letzten Jahren auf das Mindeste reduziert. Ein Verlustgeschäft sei vorprogrammiert. Bei der Sparkasse sehe das anders aus, meinen viele Anwesende, da diese zu einem großen Teil von der Stadt finanziert werde. Eine ehemalige Stadträtin erklärt: „Der Geldautomat der Sparkasse kann durch direkten Einfluss der Stadtverwaltung erhalten bleiben.“ Ein Briefkasten für Kontoauszüge, wie er bei der Commerzbank üblich ist, lehnt die Sparkasse aus Sicherheitsgründen ab. Diese Begründung akzeptieren die Anwohner jedoch nicht, sie sammeln Unterschriften.

Von Karl Witzel

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