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Lokales Dresden: Was auf dem Speiseplan stehen sollte, wie teuer das Schulessen wird und was ein Schulleiter mittags isst
Dresden Lokales Dresden: Was auf dem Speiseplan stehen sollte, wie teuer das Schulessen wird und was ein Schulleiter mittags isst
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17:50 09.09.2015
Hmmm, das schmeckt: Elisabeth (r.) und Clara aus der 6c der Hoga-Oberschule haben sich einen Salatteller bestellt - Elisabeth mit Schafskäse, ihre Freundin mit Putenstreifen. Quelle: Carola Fritzsche

Wieviele Schüler essen in diesem Jahr in der Schule mit?

Das lasse sich noch nicht sagen, weil die Zahl der Essenteilnehmer erst im Januar erfasst werde, teilt Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes, mit. Im vergangenen Schuljahr seien es knapp 20 000 Schüler gewesen - 74 Prozent der Grundschüler, 48 Prozent der Förderschüler, 44 Prozent der Gymnasiasten und nur 28 Prozent der Oberschüler.

Das Schulessen wird teurer in Dresden. Warum und um wieviel?

Als Ursachen nennt Schmidtgen steigende Warenkosten und die Einführung des Mindestlohnes ab 1. Januar 2015. Nach Informationen der Anbieter werde das Mittagessen zwischen 0,14 Euro und 0,70 Euro teurer. Am Gymnasium Klotzsche sind es nach Informationen von Schulleiter Frank Haubitz 40 Cent. Das Essen komme von Sodexo. Die drei Wahlessen kosten um die 2,50 Euro. 330 Schüler essen in Klotzsche mit - etwas mehr als ein Drittel. "Das Essen ist abwechslungsreicher geworden", findet Haubitz. Und es werde weniger weggeworfen. Was seine Mittagsmahlzeit angeht, ist der Schulleiter selbst allerdings nicht wirklich ein Vorbild. "Ich esse mittags nichts oder höchstens mal einen Schokoriegel, weil ich keine Zeit habe", gibt er zu. Dafür macht er sich abends einen schönen Salat. Und am Wochenende kocht er richtig. "Da gibt's Rouladen und auch gefüllte Paprika."

Wie bewertet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) die Qualität des Schulessens?

Die DGE hat im Auftrag des Bundeslandwirtschaftsministeriums Qualitätsstandards entwickelt. Die sind allerdings nicht verbindlich. Beispielsweise sollte maximal achtmal Fleisch im Monat auf dem Speiseplan stehen und mindestens viermal Seefisch sowie 20 Mal Gemüse und Salat. Die Caterer würden auf der einen Seite zu häufig Fleisch, Frittiertes und Süßes, auf der anderen Seite zu selten frisches Obst und Gemüse anbieten.

Wie schätzt das Schulverwaltungsamt den Zustand der Speiseräume in den Schulen ein?

"Der bauliche Zustand der Speiseräume ist - meist in Abhängigkeit vom Sanierungszustand des Schulgebäudes - sehr verschieden", so Schmidtgen. Grundsätzlich seien aber alle Speiseräume nutzbar.

Wer kontrolliert in welchen Abständen, ob die Speiseräume den hygienischen Vorschriften entsprechen?

Das Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt kontrolliert einmal im Jahr die Betreiber der Essenausgaben und Mensen. Die Mitarbeiter prüfen auch, ob die Betreiber die Auflagen erfüllen und übermitteln dem Schulverwaltungsamt das Ergebnis der Begehung. Das leite dann den "entsprechenden Handlungsbedarf für den Schulträger" ab, so Amtsleiter Schmidtgen.

Gibt es Vorschriften, wieviel Platz jeder Schüler beanspruchen darf?

"Nein", sagt Schmidtgen, "die notwendige Fläche pro Sitzplatz leiten wir aus Vorschriften wie der Arbeitsstättenverordnung und Vorgaben der Unfallkasse Sachsen zu den Tisch- und Stuhlabständen sowie der Bemessung der Fluchtwege ab." Das seien pro Sitzplatz zwischen 1,25 und 1,4 Quadratmeter.Dieser Wert entspreche auch der Empfehlung des früher gültigen Musterraumprogramms für Schulbau in Sachsen.

Werden bei Neubauten angemessen große Speiseräume eingeplant?

Geht es um neue Grundschulen, plant die Stadt mit 90 Prozent Essenteilnehmern, weil fast jedes Kind in den Hort geht. Bei Oberschulen und Gymnasien sind es 75 Prozent. Berechnungsgrundlage seien ein dreifacher Platzwechsel und 1,4 Quadratmeter Platz pro Schüler. "Wir versuchen, den Mensabereich möglichst flexibel nutzbar zu machen, so dass sich beispielsweise ein Mehrzweckraum abtrennen lässt", so Schmidtgen.

Wieviele Kinder aus armen Familien haben einen Antrag auf Erstattung des Geldes fürs Schulessen gestellt?

8387 Dresdner haben nach Informationen des Sozialamtes die Unterstützung über das Bildungspaket beantragt. Die Kosten für das Mittagessen würden abzüglich eines Eigenanteils von einem Euro pro Mittagessen in voller Höhe erstattet.

Wieviel hat die Stadt in diesem Jahr für die Erstattung des Essens ausgegeben?

Die Gesamtausgaben beliefen sich bis Ende Oktober auf 1,34 Millionen Euro.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2014

Katrin Richter

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