Menü
Dresdner Neueste Nachrichten | Ihre Zeitung aus Dresden
Anmelden
Lokales Wissenschaftlerin schickt Sperma auf die Reise durch den Körper
Dresden Lokales Wissenschaftlerin schickt Sperma auf die Reise durch den Körper
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:20 14.02.2018
Quelle: Archiv
Dresden

 Noch forscht Dr. Veronika Magdanz mit tierischem Sperma, doch ihre Vision ist klar: Spermien als Diagnosewerkzeuge in der Humanmedizin. Denn für Magdanz tragen die kleinen Schwimmer nicht nur das Wunder des Lebens in sich, sondern auch jede Menge diagnostisches und therapeutisches Potenzial. Im Rahmen ihrer Open Topic Postdoc Position hat sie die Möglichkeit, unabhängig von ihrer fachlichen Ausrichtung ein eigenständiges Forschungsprojekt zu bearbeiten. Gemeinsam mit 17 anderen internationalen Nachwuchswissenschaftlern treibt sie ihre Arbeit im Sinne des Zukunftskonzeptes an der Technischen Universität Dresden voran.

Spermien auf Abwegen

Bei Laborarbeiten an Mikromotoren begeisterte sie sich für die kleinen leistungsfähigen Transportmittel: „Sie können sich sehr schnell fortbewegen und dabei auch Mikropartikel oder Mikroröhrchen transportieren“, erinnert sich die Wissenschaftlerin an ihre ersten Berührungen mit der Mikroschwimmerforschung während ihrer Doktorarbeit am Dresdner Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung. Damit die Spermien ihre Transportaufgaben auch übernehmen können, erhalten sie Hüllen aus intelligentem Material. Dieses kann beispielsweise auf Temperaturunterschiede oder Umgebungsbedingungen reagieren.

Schutz vor angreifendem Immunsystem

Magdanz erklärt, dass die Materialien auf bestimmte Bedingungen programmiert werden können, die in der zu untersuchenden Region normal wären. „Reagieren sie ungewöhnlich, könnten wir so Auffälligkeiten diagnostizieren“, erklärt die Forscherin. Beispielsweise könnten sie im Uterus der Frau eingesetzt werden, um die Quelle einer eventuellen Unfruchtbarkeit zu erkennen. Die mikroskopisch kleinen Röhrchen, in denen die Spermien unterwegs wären, könnten diese gleichzeitig schützen. Denn wenn sich das Sperma außerhalb ihrer üblichen Umgebungen aufhält, kann es vom Immunsystem angegriffen werden. Das könnten die Hüllen verhindern.

Sperma gegen Krebs

 Auch in der Krebstherapie hat Magdanz bereits Versuche durchgeführt, allerdings bisher nur in der Petrischale. Sie untersuchte mit ihrem Team, wie Spermien Gegenmittel zu Tumoren transportieren könnten. Der Versuch mit einem Spermaroboter gelang, doch Magdanz bleibt realistisch: „In der Praxis bräuchte es viele Roboter für eine Krebstherapie – wir stehen vor großen Herausforderungen“.

Zukünftige Technologien notwendig

Generell liegt ein klinischer Einsatz dieser Methoden noch in weiter Ferne. „Wir sind derzeit dabei, das Material zu optimieren. Bis es eingesetzt werden kann, ist es noch ein weiter weg“, prognostiziert Magdanz. Denn das Losschicken der Spermien ist die eine Sache, die Beobachtung eine ganz andere: „Mal angenommen, ich kann ferngesteuerte Spermien in den Körper einbringen: Dann habe ich immer noch keine Technologie, um sie sichtbar zu machen und zu verfolgen“, weiß die Forscherin und hofft auf weitere technologische Fortschritte aus anderen Fachgebieten.

Von Lisa-Marie Leuteritz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Vortragsreihe „Quo vadis Fernsehturm“ geht in die vierte Runde. Initiator des Abends ist der Verein Fernsehturm Dresden e.V., welcher für eine Wiedereröffnung des Fernsehturms wirbt.

13.02.2018

Ist Sachsen „verrückt“? – In einem neuen Videopodcast  des Dresdner Vereins  Straßengezwitscher wird über die politische und gesellschaftliche Kultur in Sachsen diskutiert.

13.02.2018

Für die Ausstellung im Senioren-Begegnungszentrum „Impuls“ sucht das Deutschen Rote Kreuz (DRK) nach Bildern zum Thema „Märchen und Sagengestalten“. Am 28. Februar soll die Beteiligungsausstellung im Rahmen der offenen Galerie in Pieschen eröffnen. Bis zum 23. Februar können sich Hobby-Künstler mit ihren Werken mit einem Maximalmaß von 50 x 70 Zentimetern bewerben.

13.02.2018