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Dresden-Neustadt: Demo gegen rechte Gewalt

„Lasst uns die Neustadt zurückholen!“ Dresden-Neustadt: Demo gegen rechte Gewalt

Etwa 180 überwiegend junge Linke sind am Sonntag durch die Dresdner Neustadt gezogen und haben gegen rechte Gewalt in ihrem Stadtteil protestiert. „Wir haben in der Neustadt ein Problem mit Rassismus und Neonazis“, so die Organisatoren, die im Szeneviertel leben.

Quelle: ttr

Dresden. Etwa 180 überwiegend junge Linke sind am Sonntagnachmittag durch die Dresdner Neustadt gezogen und haben gegen rechte Gewalt in ihrem Stadtteil protestiert. „Wir haben in der Neustadt ein Problem mit Rassismus und Neonazis“, so die Organisatoren, die selbst im Szeneviertel leben. „Das können und wollen wir nicht mehr tolerieren.“ Mit Anti-Neonazi-Sprechchören und lauter Musik forderten die Neustädter, Gesicht gegen Rechts zu zeigen und Solidarität zu üben.

Junge Neustädter protestierten gegen rechte Übergriffe in ihrem Viertel. Fotos: ttr

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Anlass der Demonstration soll der Angriff eines Rechtsradikalen auf vier junge Neustädter in der Nacht zum 10. Februar gewesen sein. Der Mann soll an der Ecke Alaun-/Böhmische Straße grundlos auf die Vier eingeschlagen und sie als „scheiß linke Zecken“ beschimpft haben, ehe er unerkannt flüchtete. Eine junge Frau habe Prellungen und Wunden im Gesicht erlitten und musste ambulant behandelt werden. „Es geht nicht, dass wir nicht mehr durch die Neustadt gehen und uns sicher fühlen können“, sagte das Opfer auf der Demonstration. „Lasst uns die Neustadt zurückholen!“

Die Polizei wollte diesen Überfall auf Nachfrage von DNN.de nicht bestätigen. Ihm sei kein solcher Fall bekannt, sagte ein Mitarbeiter des Lagezentrums, und ließ zugleich Unmut über die mangelnde Kommunikation der Demoveranstalter mit der Polizei durchblicken. Die Organisatoren hatten den sogenannten Stadtteilspaziergang nämlich erst nach Aufforderung der Polizei vor Ort spontan als Demonstration angezeigt. „Eigentlich wollten wir ja ohne bürokratischen Stress loslaufen und zeigen, dass das Viertel uns gehört“, sagte einer der Demonstranten – aber da spielten die Ordnungshüter nicht mit. Grünen-Stadtrat Johannes Lichdi stellte sich als Anmelder zur Verfügung. Nachdem die nötigen Ordner gefunden waren, hatte sich der Demotross samt Lautsprecherwagen mit einer reichlichen halben Stunde Verspätung auf die „Spazierroute“ über die Alaun-, Louisen- und Görlitzer Straße zum Alaunpark begeben. Zwölf Beamte begleiteten die Spontandemo. Bis auf teilweise Polizisten-beleidigende Sprechchöre verlief der „Spaziergang“ friedlich.

„Drohgebärde“ von Straßenbahn

Demonstranten vs. Straßenbahn in der Görlitzer Straße. Foto: ttr

Quelle:

Eine brenzlige Situation gab es allerdings auf der Görlitzer Straße in Höhe der Grundschule. Eine Straßenbahn der Linie 13 kam vom Alaunplatz und wollte in Richtung Bautzner Straße fahren – auf den Gleisen stand allerdings der Demotross. Die Polizisten stoppten weder die Bahn, um die Protestierer vorbeizuleiten, noch wiesen sie die Demonstranten an, die Fahrbahn zu räumen. Der Straßenbahnfahrer fuhr kurzerhand recht zügig frontal auf die Menschenmenge zu und hielt erst wenige Meter vor der Spitze des Demozuges. Heftige Wortgefechte und Schuldzuweisungen waren die Folge. Schließlich traten die „Spaziergänger“ beiseite und ließen die Bahn passieren.

„Wir werden das nicht auf sich beruhen lassen“, kündigte Demo-Anmelder Lichdi im Nachgang an. Man wolle Strafanzeige erstatten – sei es wegen Bedrohung, versuchter Körperverletzung oder eventuell Verstößen gegen das Straßenverkehrsrecht. Zudem sei die Polizei nicht ihrer Aufgabe nachgekommen, die Demonstration abzusichern.

ttr

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