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Lokales Dresden Nazifrei legt Mahngang Täterspuren neu auf – Streit mit Stadt um Demo-Ziel
Dresden Lokales Dresden Nazifrei legt Mahngang Täterspuren neu auf – Streit mit Stadt um Demo-Ziel
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17:18 09.09.2015
Falk Neubert Quelle: Stephan Lohse
Am 13

Um das Ziel der dreistündigen Demo gibt es jedoch noch Streit.

Dresden Nazifrei hatte geplant, den Mahngang auf dem Neumarkt zu beenden. Das wurde von der Stadtverwaltung jedoch untersagt und stattdessen die Synagoge als Ziel vorgegeben. Nazifrei will sich dagegen jedoch wehren und hofft, wenigstens in die Nähe des Neumarkts zu dürfen, zum Beispiel zum Kundgebungsort der Jungen Gemeinde Jena-Stadtmitte rund um Lothar König, die ihre Kundgebung wahrscheinlich am Rand des Neumarkts abhalten darf. Aktuell geht der Streit so weit, dass das Ordnungsamt sogar die Verbreitung von Veranstaltungsflyern untersagt hat, da in diesen noch die Frauenkirche als Kundgebungsort aufgelistet ist.

Rückblick auf 2014:

In jedem Fall geht es von der Helmut-Schön-Allee über das Rathaus, den Dippoldiswalder Platz und den Postplatz bis zum Schlossplatz. Auf insgesamt sieben Zwischenkundgebungen wollen Redner die Teilnehmer auf Orte des NS-Regimes in Dresden aufmerksam machen. Zu den Sprechern gehören in diesem Jahr Künstler des Staatsschauspiels, Franz Sodann und Nora Goldenbogen, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Dresden.

Der Beginn des "Mahngang Täterspuren" am 13. Februar 2014 in Dresden. Quelle: Dominik Brüggemann
Ziel des Mahngangs ist, dem Gedenken an die Opfer ein Erinnern an die Täter gegenüber zu stellen. Die Demo ist dabei ein Angebot an diejenigen, denen die Menschenkette nicht reiche, oder die sich in der Menschenkette nicht aufgehoben fühlen, so Neubert. Es gehe um den Perspektivwechsel, zu zeigen, dass Dresden keine unschuldige Kulturstadt war, sondern ein fester Punkt im Nazi-Regime.

So geht es in diesem Jahr unter anderem zum Rathaus, um zu zeigen, dass der 1933 ins Amt gekommene Dresdner Oberbürgermeister Zöller noch im gleichen Jahr die erste Ausstellung „Entartete Kunst“ eröffnete. Auch das Taschenbergpalais als Sitz von Wehrmachtsdienststellen und das Ständehaus als Erinnerung an die Auflösung des Sächsischen Landtags gehören zu den Orten der Täter. Wie ambivalent die Stadtgeschichte ist, zeige auch die Frauenkirche: Der Ort, der heute als Symbol der Versöhnung gilt, sei im Dritten Reich unter Friedrich Coch in Verruf geraten. Der damalige Pfarrer sei maßgeblich an der Gleichschaltung der evangelischen Kirche in Sachsen beteiligt gewesen.

In einer ersten Fassung schreiben wir fälschlich, dass Peter Sodann zu den Rednern gehören wird. Richtig ist, dass sein Sohn Franz Sodann auf dem Mahngang sprechen soll.

Stephan Lohse

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