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Lokales Dresden-Löbtau bekommt neuen Boulevard
Dresden Lokales Dresden-Löbtau bekommt neuen Boulevard
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Da macht sich trotz Regen Freude breit: Raoul Schmidt-Lamontain, Eva-Maria Stange, Stefan Brangs und Andreas Hemmersbach schwenken Förderbescheide und Pläne.  Quelle: Foto: Anja Schneider
Dresden

 Nach schier ewigen Diskussionen um Für, Wider und Finanzen ist das Geld für die „Zentralhaltestelle Kesselsdorfer Straße“ jetzt beisammen: Nachdem das Land nun 3,1 Millionen Euro Zuschuss zugesagt hat, wollen Stadt und Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) im Frühjahr 2018 die Arbeiter losschicken, um die Einmündung der Kesselsdorfer in die Tharandter Straße völlig umzugestalten.

Läuft alles nach Plan, entstehen dort bis Ende 2018 eine großzügig überdachte Zentralhaltestelle für Busse und Bahnen und ein autofreier Fußgänger-Boulevard. Die Automobile werden dann dauerhaft über die Wernerstraße umgeleitet. Insgesamt kostet das Projekt rund zehn Millionen Euro, avisierte DVB-Technikvorstand Andreas Hemmersbach.

„Wir wollen damit das Eingangstor zu Löbtau städtebaulich aufwerten“, betonte Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Bündnisgrüne). „Löbtau ist wieder ,in’ und es ziehen viele junge Leute her, vor allem viele Studenten.“ Gerade für diese Klientel ist die direkte Straßenbahn-Verbindung zur Uni sehr wichtig. Die Zentralhaltestelle soll für sie der zentrale Einsprungpunkt in die neue Uni-Linie („Stadtbahn 2020“) sein, die über den Zelleschen Weg und den Wasaplatz zur S-Bahn-Haltepunkt Strehlen führen wird, wenn keine weiteren Planungspannen wie bei der Oskarstraße (DNN berichteten) passieren. „Das war eine einmalige Sache“, gab sich Verkehrs-Staatssekretär Stefan Brangs zuversichtlich, als er am Freitagmittag die Förderbescheide übergab. Bei der Zentralhaltstelle werde es sicher keine solchen Genehmigungsprobleme und Baustopps geben.

Behält Brangs damit recht, können die Vorbereitungen im September 2017 und die eigentliche Umgestaltung im Frühjahr 2018 starten. Die Entwürfe sehen vor, einen 300 Meter langen Abschnitt an der Mündung der „Kesselsdorfer“ so umzubauen, dass Fahrgäste fortan schnell und unfallsicher zwischen Bussen und Straßenbahnen umsteigen können. Außerdem entstehen neue Radwege und das Ambiente eines Fußgänger-Boulevards.

Schon heute steigen an der „Kesselsdorfer“ täglich knapp 29 000 Passagieren um. In Zukunft rechnen die Planer mit noch mehr Nachfrage: „Löbtau hat in den vergangenen zehn, 15 Jahren eine ganz neue Bedeutung erlangt“, sagte DVB-Vorstand Andreas Hemmersbach. „Die Verjüngung des Viertels und die Zuwanderung sind noch im Gange.“ Die Löbtauer SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange sieht das ähnlich: „In der Gegend wurden zuletzt viele Häuser saniert, sind Parks und Spielplätze entstanden. Der Stadtteil hat sehr an Wohnqualität gewonnen.“ Das habe den Zuzug junger Familien sehr gefördert – und ein Ende dieses Aufschwungs sei nicht in Sicht.

Von Heiko Weckbrodt