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Lokales Johannstadt entwickelt sich zum Standort für Spitzenforschung
Dresden Lokales Johannstadt entwickelt sich zum Standort für Spitzenforschung
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15:51 17.11.2018
Prof. Yixin Zhang, Direktor des Zentrums für Innovationskompetenz B CUBE, zeigt einen der Räume, in dem Mikroalgen gezüchtet werden. Quelle: Foto: Dietrich Flechtner
Dresden

Die eigentliche Herausforderung, sagt Martin Krause, Projektleiter für das neue Laborzentrum am Tatzberg 41, sei die Frage der Kommunikation gewesen. Der Architekt vom Büro Wörner Traxler Richter verweist auf die unterschiedlichen Konzepte der Mieter. Der eine setze auf ein Großraumlabor und Großraumbüros. Der andere dagegen auf eine große Teeküche als Ort der Kommunikation. Da beide Mieter an ähnlichen Themen arbeiten, bietet ihnen das Foyer Raum für den Austausch. Selbst unter der Treppe wurden Sitzflächen eingebaut. Vorteil: So stößt sich niemand den Kopf ein.

Am Freitag konnten die Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) und des Zentrums für Innovationskompetenz B Cube der Technischen Universität Dresden das neue Gebäude einweihen. 41 Millionen Euro hat der Neubau gekostet, wie Sachsens Finanzminister Matthias Haß (CDU) erklärte. Der Freistaat habe sich mit 11,3 Millionen Euro beteiligt, der Löwenanteil sei aus Fördertöpfen der Europäischen Union geflossen. 32 Millionen Euro habe Sachsen in diesem Jahr in Dresden in Forschung und Wissenschaft investiert, so Haß. „Wir unterstützen die Exzellenzuniversität und den Wissenschaftsstandort.“

Johannstadt entwickle sich zu einem Standort für Spitzenforschung. „Wir haben hier ein Cluster, das seinesgleichen sucht, mit Wissenschaftlern aus der ganzen Welt“, so der Minister. Das demonstriere die Weltoffenheit von Dresden und Sachsen.

Spitzenforschung sei auch ein Weg, Dummheit und Ignoranz in die Schranken zu weisen, erklärte Pierluigi Nicotera, der Vorstandsvorsitzende des DZNE. Er verwies auf die großen Synergien zum benachbarten Universitätsklinikum sowie zum Bioinnovationszentrum und zum Zentrum für regenerative Therapien in unmittelbarer Nähe.

Hans Müller-Steinhagen, Rektor der Technischen Universität, bedankte sich für den Neubau, gab dem Finanzminister aber auch mit auf den Weg: „Die Hälfte der Gebäude auf unserem Hauptcampus ist seit 1990 noch nicht komplett saniert worden. Die Gebäude genügen entweder nicht mehr den Anforderungen oder sie müssen aus Sicherheitsgründen leergezogen werden“, mahnte der Rektor. Er bat um zeitnahe Umsetzung von Baumaßnahmen, die die Universität nicht in fünf oder zehn Jahren benötige, sondern „eigentlich übermorgen“.

375 Wissenschaftler werden einmal in dem Gebäude arbeiten. Professor Stefan Diez, Direktor des B Cube, freut sich darüber, mit seinen 75 Mitarbeitern aus Räumen über Fitnessstudio und Supermarkt in Johannstadt in den Neubau ziehen zu können. Und DZNE-Direktor Professor Gerd Kempermann demonstrierte eindrucksvoll mit einem verknoteten Seil, worum es bei der regenerativen Medizin geht: „Die klassische Medizin versucht zu reparieren, zu heilen. Wir wollen verhindern, dass Zustände gar nicht erst eintreten,die geheilt werden müssen.“

Großraumlabor und -büros gibt es im DZNE, während das B Cube auf die kommunikative Großraumteeküche setzt.

Von Thomas Baumann-Hartwig

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