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Lokales Dresden: Ist das "Hotel Stadt Leipzig" noch zu retten?
Dresden Lokales Dresden: Ist das "Hotel Stadt Leipzig" noch zu retten?
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18:16 09.09.2015
Torsten Kulke von der Gesellschaft Historischer Neumarkt fürchtet, dass das "Hotel Stadt Leipzig" in der Heinrichstraße den nächsten Winter nicht übersteht. Er fordert, dass der Investor schnellstmöglich ein Notdach anbringt, denn derzeit regnet es in das denkmalgeschützte Gebäude hinein. Quelle: Christian Juppe

"Wenn nicht schnell etwas passiert, ist Dresdens ältestes noch existierendes Hotelgebäude nicht mehr zu retten", sagt Kulke.

Dabei keimte zuletzt immer wieder Hoffnung auf, hatte sich doch mit der "Objektgesellschaft Hotel Stadt Leipzig" vor einigen Jahren ein neuer Eigentümer gefunden, der das Haus sanieren und im Inneren hochwertige Eigentumswohnungen einrichten will. Zum Hof zu war ein moderner Neubau geplant. Schon im Sommer 2012 hatte der Bauausschuss des Stadtrates den vorhabenbezogenen Bebauungsplan abgesegnet. Doch passiert ist bislang nichts. Von ein paar Notsicherungsarbeiten einmal abgesehen, die die Verantwortlichen im Rathaus angeordnet hatten.

"Inzwischen muss man leider sagen, dass die ganze Vorfreude verfrüht war", ärgert sich Kulke. "Der Investor lässt die Bausubstanz immer mehr verfallen und als ob dies nicht schlimm genug wäre, wurden an der Seite zur Heinrichstraße aus nicht nachvollziehbaren Gründen auch noch zwei komplette Obergeschosse und das Dach abgerissen." Auch die Mauerköpfe seien nur notdürftig gesichert und dürften laut Kulke den nächsten Winter nicht überstehen. Er fordert den Investor deshalb auf, schnellstmöglich ein Notdach anzubringen. "Vielleicht ist es ja schon zu spät und der Schwamm ist drin. Womöglich kann man aber das palaisartige Treppenhaus im Inneren und die Hotelzimmer noch vor eindringender Feuchtigkeit schützen", meint der Vorstand der Gesellschaft Historischer Neumarkt.

Der Eigentümer des "Hotels Stadt Leipzig" gab sich gestern gegenüber den DNN sehr verschlossen. Hinter der offiziell eingetragenen Objektgesellschaft steht das in Warschau ansässige Unternehmen "Griffin Real Estate". Der Projektverantwortliche Christian Friedl mochte sich am Telefon weder zum Zustand des Gebäudes äußern noch erklären, was bislang schief gelaufen ist oder wann die Sanierung endlich beginnen soll. "Halten Sie mal noch ein wenig die Füße still, wir melden uns", lautete Friedls Antwort auf unsere Fragen.

Der Görlitzer Bauplaner Andreas Kunkel hat sich nach DNN-Informationen schon vor einigen Monaten mit der "Griffin Real Estate" überworfen, ursprünglich sollte er die Sanierung vom "Hotel Stadt Leipzig" leiten. Wegen unüberbrückbarer Differenzen im Zuge der Planungen wurde auch dem Architekturbüro von Cathrin Seehars der Auftrag entzogen. Diese Konflikte reihen sich nahtlos in die traurige Geschichte der Ruine im Herzen der Inneren Neustadt ein. Seit 1985 steht das "Hotel Stadt Leipzig" leer und verfällt zusehends.

Pläne zur Rettung des markanten Eckhauses gab es danach immer wieder, doch stets lösten sie sich in Wohlgefallen auf. Mal ging ein Unternehmer pleite, mal zog sich ein Projektentwickler zurück, mal bekamen Investoren bei dem ambitionierten Vorhaben kalte Füße. Wie Baubürgermeister Jörn Marx (CDU) auf Anfrage mitteilte, steht die Stadt weiterhin mit der "Griffin Real Estate" in Kontakt, allerdings sei der eingereichte Bauantrag bislang noch nicht vollständig.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.09.2013

Christoph Stephan

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