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Dresden-Gorbitz hat die „Bibliothek des Jahres“

Auszeichnung Dresden-Gorbitz hat die „Bibliothek des Jahres“

Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist die Dresdner „Bibliothek des Jahres 2016“. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, mitgeteilt.

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Almuth Weiß leitet die Gorbitzer Bibliothek. Die Kinder der Outlaw-Kita vom Limbacher Weg sangen und zeichneten für sie und ihre Kolleginnen.

Quelle: Foto: Anja Schneider

Dresden. Die Stadtteilbibliothek Gorbitz ist die Dresdner „Bibliothek des Jahres 2016“. Das hat Arend Flemming, der Direktor der Städtischen Bibliotheken, mitgeteilt. Die Veranstaltungs-Angebote der Leihbücherei am Merianplatz gelten als vorbildlich – „gerade hier in Gorbitz hat es sensationelle Steigerungen gegeben.“

Die Bibliothekarinnen engagieren sich seit Jahren für die Leseförderung von Gorbitzer Kindern, speziell auch von Jungen und Mädchen aus Flüchtlings- und armen Familien im Stadtteil, lobte Fachdirektor Roman Rabe. Sie hätten sich einem bedenklichen Prozess „sozialer Entmischung“ in Gorbitz gestellt, der in den 1990ern eingesetzt hatte.

Denn viele bildungsfreudige Familien sind seit 1990 aus „der Platte“ weggezogen, der Anteil der Stütze-Empfänger ist gestiegen. Generell hat sich der Stadtteil entvölkert: Lebten hier gegen Ende der DDR noch um die 38 000 Menschen im Neubaugebiet, sind es heute etwa 40 Prozent weniger. Ein Viertel bis ein Drittel der Familien hängt am Hartz-IV-Tropf. Das muss kein Hindernis für Lesefreuden sein, kann es aber: „Manche ,Bibliotheks-Karriere’ endet für Kinder rasch, weil die Eltern nicht auf die Leihfristen achten“, hat die Gorbitzer Bibliotheksleiterin Almuth Weiß immer wieder beobachtet. „In einer Familie, die von Hartz IV lebt, können die dann fälligen Säumnisgebühren ein ernstes Problem werden.“ Sprich: Die Eltern wollen dann nicht mehr, dass Sohn oder Tochter in die Bibliothek geht. Trotz vieler Widrigkeiten habe sich die Bibliothek Gorbitz als Ort der Begegnung im Stadtteil etabliert, habe auch neue Angebote für Flüchtlingskinder aufgebaut, betonte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Die Linke).

Dabei verfügt die Bibliothek Gorbitz heute nur noch über recht wenig Ressourcen: Mit 300 Quadratmetern Fläche und rund 15.000 Medien gehört sie zu den kleineren Knoten im Stadtnetz. Am 16. April 1986 wurde sie für das damals stark wachsende Gorbitzer Neubaugebiet am Leutewitzer Ring gegründet. 1997 zog die Bibliothek ins Sachsenforum um, musste wegen schrumpfender Leserschaft jedoch dort 2012 in kleinere Räume umziehen.

Von Heiko Weckbrodt

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