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Lokales Dresden: Für die schmutzige Seite der Bunten Republik fehlen Lösungsvorschläge
Dresden Lokales Dresden: Für die schmutzige Seite der Bunten Republik fehlen Lösungsvorschläge
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17:53 09.09.2015
Zentausende drängten sich am Freitagaben durch die Straße der Dresdner Neustadt zur BRN. Müllberge blieben da nicht aus. Quelle: dpa

Denn die Standbetreiber, von denen viele kräftig Kasse machen, überlassen das Viertel nach den Festtagen stets wie eine riesige Müllhalde. Und zahlreiche Besucher, männliche in erster Linie, verwandeln die Äußere Neustadt parallel dazu in eine Kloake. Zwei Probleme, für das die Stadt und die Neustadtaktivisten von der Schwafelrunde bisher keine Lösung haben (DNN berichteten).

Mindestens 43.000 Euro wird die Stadtreinigung dem Rathaus für die morgendlichen Einsätze zur Müllbeseitigung in Rechnung stellen. Davon gingen gestern die Verantwortlichen im Rathaus aus. Sie hatten den Männern in Orange vor der Bunten Republik, einen ähnlich umfangreichen Auftrag erteilt wie im vergangenen Jahr, rechnen deshalb auch mit ähnlichen Kosten. Ganz im Sinne der Stadtverwaltung war dabei die Tatsache, dass die Standbetreiber ihren eigenen Müll in großen Plastiktüten am Straßenrand zum Abtransport bereit gelegt haben. Dass allerdings an den Ständen selbst kaum Abfallbehälter für die Besucher bereitgehalten wurden, war so nicht geplant.

Karl Schuricht, Mitarbeiter in der Pressestelle der Stadt, verwies dazu auf die Abfallwirtschaftssatzung der Stadt. Darin steht, dass die Standbetreiber eigentlich „zur Erfassung der aus dem Verkauf ihrer Waren anfallenden Abfälle Behälter aufzustellen“ haben. Der Müll auf den Straßen zeigte am Sonnabend-, Sonntag- und Montagmorgen aber, dass es entweder keine solchen Behälter gab, nicht genügend Behälter oder dass sie nicht gefunden wurden.

Dass zu dem Müll Unmengen leerer Getränkedosen gehörten, vor allem von billig verkauftem Bier, lässt sich laut Stadt wahrscheinlich nicht mit neuen Regeln ändern. Die Polizeiverordnung, die das Glasflaschenverbot bei der BRN regelt, sei auf Basis einer „abstrakten Gefahrenlage“ möglich, so das Rathaus. Die gehe von Glasscherben aus, nicht aber von Bierdosen. Und ein Pfandbechersystem könne die Stadt keinesfalls durchsetzen. „Dies ist eine typische Veranstalterangelegenheit“, so Schuricht, bei der BRN gebe es aber keinen Gesamtveranstalter.

Dass die Äußere Neustadt auch nach der BRN tagelang nach Urin stinkt, könnte künftig womöglich mit härterem Vorgehen gegen die so genannten Wildpinkler geändert werden. Aber: Wo kein Kläger, da kein Richter. Zwar könnten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes bis zu 50 Euro verlangen, wird ein „Wildpinkler“ bei seiner Notdurft erwischt. Allerdings gabs laut Auskunft aus dem Rathaus in diesem Jahr keine einzige Anzeige gegen solch einen Übeltäter. Genausowenig wie im vergangenen Jahr und wie 2011. Die Verantwortlichen in Dresden könnten sich bei diesem Thema ein Beispiel an Köln nehmen. Zu Weiberfastnacht wurden dort in diesem Jahr von eigens dafür eingesetzten Aufpassern 402 Karnevalisten beim „Wildpinkeln“ erwischt, meldete im Februar das Handelsblatt. 12 davon waren Frauen.

Christoph Springer

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