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Dresden: 590.000 Euro für umfangreichere Betreuung von Schlaganfallpatienten

Medizin, die zu den Menschen kommt Dresden: 590.000 Euro für umfangreichere Betreuung von Schlaganfallpatienten

„Wenn der Patient das Krankenhaus verlässt, fällt er in ein tiefes, dreckiges Loch“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Uniklinikums. Dieses Loch mittels Telemedizin zuzuschütten, haben sich das Uniklinikum, die TU Dresden und die Carus Consilium Sachsen GmbH jetzt zur Aufgabe gemacht. Da kommen 590 000 Euro Fördermittel gerade recht.

Heike Urban ist eine von zwei Schlaganfalllotsen am Uniklinikum, die sich um die Betreuung der Betroffenen kümmern.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  „Wenn der Patient das Krankenhaus verlässt, fällt er in ein tiefes, dreckiges Loch“, sagt Wilfried Winzer, Kaufmännischer Vorstand des Dresdner Uniklinikums. Dieses Loch mittels Telemedizin zuzuschütten, haben sich das Uniklinikum, die TU Dresden und die Carus Consilium Sachsen GmbH jetzt zur Aufgabe gemacht – und zwar konkret bei der umfangreichen Betreuung von Schlaganfallpatienten. Da kommen 590 000 Euro Fördermittel vom Sächsischen Sozialministerium gerade recht.

Im Regierungsbezirk Dresden erleiden jährlich etwa 4500 Patienten einen Schlaganfall oder eine Durchblutungsstörung im Gehirn – das hat nicht nur individuelle Folgen für die Betroffenen, sondern auch gesundheitsökonomische. „Die Krankheit wird zunehmend an Bedeutung gewinnen. Deshalb bedarf es effektiver Ideen“, so Dr. med. Jessica Barlinn von der Klinik für Neurologie. „Ohne Versorgungsnetzwerk wird der demografische Wandel nicht zu händeln sein“, stimmt auch Prof. Dr. Werner Esswein, Wirtschaftsinformatiker an der TU, zu. Erkannt hat man das Problem bereits, gehandelt auch.

Mitte 2015 ist die Plattform CCS-Telehealth Ostsachsen für das Schlaganfall Ostsachsen-Netzwerk in Betrieb gegangen, das die internet- und kommunikationsgestützte Versorgung der Betroffenen sicherstellt. Zwei Lotsen am Uniklinikum – Heike Urban und Uwe Helbig – betreuen dabei mit regelmäßigen Kontakten für ein Jahr bis zu 240 Patienten auch nach der Entlassung. Bisher sind allerdings weder Haus- noch Fachärzte oder weiter behandelnde Fachgruppen wie Logopäden, Pflegekräfte oder Physiotherapeuten an das telemedizinische Netzwerk angebunden. Das soll sich jetzt dank der Fördermittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) ändern.

Die fließen in das Projekt „Integration der ambulanten Nachsorge in das Schlaganfallnetzwerk Ostsachsen“, das damit erstmals die gesamte Versorgungskette – von der integrierten, technologisch unterstützten Akutversorgung bis zur ambulanten Nachsorge – umfasst. „Insbesondere in den ländlichen Räumen wird sich die Versorgungssituation nachhaltig verbessern. Spitzenmedizin kommt ab sofort zu den Menschen und nicht umgekehrt“, ist sich Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand des Uniklinikums, sicher. Voraussetzung dafür aber ist, dass sich Fach- und Hausärzte auf das Projekt einlassen und insbesondere technisch aufrüsten. Denn die Computerlandschaft in Sachsens Praxen sei teils noch sehr „archaisch“, wie es Winzer ausdrückt.

Von Christin Grödel

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