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Lokales Drei Tage Party am Elbhang
Dresden Lokales Drei Tage Party am Elbhang
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18:36 25.06.2017
 Gut gelaunt und leger: Ministerpräsident Stanislaw Tillich (CDU) steht hinter Luther. Scannen Sie das Bild und sehen Sie ein Video.  Quelle: Fotos (5): Anja Schneider
Dresden

 Martin Luther hatte alle Hände voll zu tun beim Rummel an den sonst so ruhigen Dresdner Elbhängen. Am Freitagabend ließ er zu Eröffnung des 27. Elbhangfests unter den Motto:“ Martins Most und Katharinas Äpfel“ weiße Tauben über der „Piazza La Dolce Vita“ im Loschwitzer Ortskern aufsteigen.

Martin Luther hatte alle Hände voll zu tun beim Rummel an den sonst so ruhigen Dresdner Elbhängen. Der strahlende Sonnenschein lockte viele Besucher zum 27. Elbhangfest, das in diesem Jahr mit dem Motto „Martins Most und Katharinas Äpfel“ im Zeichen der Reformation stand.

Dabei muss er sich an den Auslöser seiner Reformationsbewegung erinnert gefühlt haben, denn die Loschwitzer Ortsmitte glich, besonders bei romantischer Beleuchtung in den Abendstunden, einem römischen Platz, an dem einst die Priester ihrem Vergnügen statt der Arbeit nachgingen. Die Besucher des Elbhangfests taten es ihnen am vergangenen Wochenende gleich und saßen mit Weingläsern auf der Piazza oder schunkelten zu italienischen Klängen.

Auch Petrus zeigte sich dem bunten Treiben zwischen Loschwitz und Pillnitz wohlgesonnen. Angepasst an das Motto „Martins Most und Katharinas Äpfel“ gab es dieses Jahr zum ersten Mal zwei Weindörfer, in denen die Besucher in etwas ruhigerer Atmosphäre die Sonne genießen und regionale Weine und Most verkosten konnten.

Auf der Pillnitzer Straße - gesäumt von den Villen-Gärten, die in vollster Blüte standen – errichteten die Anwohner traditionellerweise wieder kleine Imbisse, die sich teilweise dem Motto anpassten. In der „Ablass-Bar“, konnte man sich beispielsweise durchs Cocktail schlürfen von seinen Sünden befreien. „Wir wollen dem Fest etwas zurück geben“, sagt René Alex, der mit Freunden frittierten Blumenkohl an der Straße verkaufte.

Angeführt von einem Fanfarenzug rollten „Luther und Katharina“ dem Festumzug am Samstagmorgen voran. Gefolgt von 21 Vereinen, Kirchgemeinden und Schülergruppen, die sich augenzwinkernd mit dem Thema „Reformation“ befassten. So bildeten eine mittelalterliche Burg, Gaukler Luthers Gefolge auf dem Weg nach Pillnitz.

Paukenschläge und lautes Johlen war den ganzen Sonnabend über am Blauen Wunder zu hören, mit denen das Drachenbootrennen auf sich aufmerksam machte. Auf das Boot traute sich keiner der verschiedenen Luther-Doppelgänger, die auf dem Festgelände unterwegs waren. Vielleicht waren sie auch einfach zu beschäftigt, mit den Besuchern für Selfies zu posieren.

Um 16 Uhr gaben Kinder der Elbe im Weindorf Pillnitz den Ton an. Mit Rolf Zuckowski sangen Schulkinder aus Hamburg, dem tschechischen Melnik und Dresden gemeinsam für die Besucher.

Hoch her ging auf dem BMX-Trail a in Hosterwitz, auf dem die Jugendlichen ihr Können bei actionreichen Sprüngen in der Luft präsentierten.

Die Abendsonne tauchte die Bühne am Wasser vor dem Schloss Pillnitz in goldenes Licht, das einen sehr schönen Rahmen für die Luthershow bildete. Philosophische Texte zum Paradies auf Erden, Szenen-Applaus für Rolf Zuckowski und seine der Elbe und der Wiedervereinigung gewidmeten Lieder. Zur Belustigung der nicht ortskundigen Künstler wurde auch das Publikum nicht müde, den an der Bühne vorbeifahrenden Schiffen stets aufs Neue zuzuwinken. Je später die Stunde, desto jünger wurde das Publikum. Auf den Straßen tanzten die Besucher und zum Höhepunkt des Abends fand auf den Wachwitzer Elbwiesen eine große Feuershow statt.

Das Klavier vom Wohnzimmer auf die Straße gestellt, Schubkarren in Startposition für ein Rennen, Breakdance und ein junger Mann, der aus seinem VW-Bus heraus rhythmische Gitarrenriffs erklingen ließ – auch am Sonntag herrschte fröhliche Stimmung auf den Straßen. Großen Applaus gab es auch für die Aufführung von „Carmina Burana“ mit zahlreichen Dresdner Stimmen am Sonntagabend auf der Weindorfbühne im Schlosspark von Pillnitz.

Heike Reichel, Geschäftsführerin des Festvereins, freute sich über die hohe Besucherzahl. „Schönes Wetter, tolle Veranstaltungen und keinen einzigen Polizeieinsatz“, zieht sie das Fazit des 27. Elbhangfests.

Im nächsten Jahr wird das Fest zwischen Loschwitz und Pillnitz seinen „Hang zur Technik“ unter Beweis stellen.

Von Tomke Giedigkeit

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