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Drehorgel-Schalk ist tot

Dresdner Original gestorben Drehorgel-Schalk ist tot

Der Drehorgelspieler vom Theaterplatz Jochen Schalk ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb er bereits am 12. Juli 77-jährig. Jochen Schalk war vor allem mit seiner Drehorgel namens „Katharina“ zu einem Dresdner Original geworden. Zahllose Dresdner und Touristen werden ihn in all den Jahren aufs Foto gebannt haben.

Der frühere Drehorgelspieler vom Theaterplatz Jochen Schalk ist tot.
 

Dresden. Der frühere Drehorgelspieler vom Theaterplatz Jochen Schalk ist tot. Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Mann mit Baskenmütze, Schal und Weste bereits am 12. Juli 77-jährig. Jochen Schalk war vor allem mit seiner Drehorgel namens „Katharina“ zu einem Dresdner Original geworden. Zahllose Dresdner und Touristen, die ihn zwischen Residenzschloss und Katholischer Hofkirche spielen sahen und hörten, werden ihn in all den Jahren aufs Foto gebannt haben.

Geboren wurde Jochen Schalk 1940 in Bad Salzufflen in Nordrhein-Westfalen. Die Eltern besaß einen großen Bauernhof. Dort wuchs er zusammen mit zwei älteren Brüdern und einer Schwester auf. Er absolvierte eine Ausbildung an einer höheren landwirtschaftlichen Schule. Als seine Eltern sich zur Ruhe setzten, heiratete er und übernahm den Hof, der allerdings nicht genug abwarf, um davon zu leben. Die Ehe, aus der zwei Kinder hervorgingen, hielt nicht.

Nach mehreren Gelegenheitsjobs siedelte Jochen Schalk 1995 nach Dresden über und verdiente seinen Lebensunterhalt als Drehorgelspieler. Im Juli 2012 dann legte er die Kurbel seiner „Katharina“ für immer aus der Hand. Damals hatte sich viel geändert für Jochen Schalk. Er trat ein spätes Erbe an, bekam einen Teil eines Bauernhofs im Westen Deutschlands zugeschrieben und kaufte davon Oldtimer – darunter einen Adenauer-Mercedes, einen schwarzen Luxusoldtimer, Baujahr 1961. Er chauffierte Kunden an besonderen Tagen, Hochzeiten zum Beispiel, durch Dresden. Das Ehepaar Biedenkopf beispielsweise ließ sich von ihm zum Opernball fahren. Schalk hatte auch den Namen seiner zweiten Frau Silvia Freifrau von Gravenreuth angenommen und hieß fortan Jochen Schalk Freiherr von Gravenreuth. Dann aber war er im Dezember vergangenen Jahres mit seinem „Adenauer“ auf dem Neumarkt zwischen „Hilton“ und Frauenkirche in einen Unfall verwickelt. Er verkaufte schließlich einen Teil seiner Luxuskarossen und gab seinen Chauffeurdienst auf. Bereits seit 2015 litt Jochen Schalk an Lungenkrebs. Langwierige Aufenthalte in Krankenhäuser folgten. Am 12. Juli starb das Dresdner Original in einer Klinik in Freital.

Die Urnenbeisetzung findet am kommenden Sonnabend, 19. August, 15.30 Uhr in der Naturruhe Friedewald, Bestattungswald Coswig statt.

Von Katrin Richter

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