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Dr. Andreas Jenke erhält sächsische Aids-Medaille

Dresdner Hausarzt mit Zusatzqualifikation Dr. Andreas Jenke erhält sächsische Aids-Medaille

Als erster niedergelassene Mediziner in Dresden behandelt Dr. Andreas Jenke nicht nur laufende Nasen und schmerzende Gelenke. 2013 erhielt er die Genehmigung zur spezialisierten Versorgung von an Aids erkrankten Patienten. Für sein Engagement wird der 46-Jährige mit der sächsischen Aids-Medaille ausgezeichnet.

In seiner Praxis behandelt Dr. Andreas Jenke als erster niedergelassene Hausarzt auch HIV-Infizierte und an Aids-Erkrankte. Dafür wird er am Dienstag ausgezeichnet.
 

Quelle: Anja Schneider

Dresden.  Hausarzt mit Zusatzqualifikation: Als erster niedergelassener Mediziner in Dresden behandelt Dr. Andreas Jenke an der Königsbrücker Straße nicht nur laufende Nasen und schmerzende Gelenke. 2013 erhielt er zudem die Genehmigung zur spezialisierten Versorgung von HIV-positiven beziehungsweise an Aids erkrankten Patienten. Für sein Engagement wird der 46-Jährige am Dienstag mit der sächsischen Aids-Medaille ausgezeichnet.

Aber der Reihe nach: Dr. Andreas Jenke absolvierte seine Facharztausbildung für Innere Medizin am Uniklinikum und eröffnete 2007 seine Praxis an der Königsbrücker Straße. Die Themen HIV oder Aids beschäftigten ihn bis zu jener Zeit eher am Rande. Bis sich die Fragen häuften. Fragen von Patienten, ob der Hausarzt nicht auch ihre HIV-Behandlung übernehmen könnte. „In anderen Städten wie Berlin oder Leipzig ist das gang und gäbe. In Dresden hingegen mussten sich die Betroffenen an spezialisierte Praxen wenden“, sagt Dr. Jenke.

Bis zum Jahr 2013. Nebenbei eignete sich der 46-Jährige das entsprechende Wissen an. „Man braucht Erfahrung bei der Behandlung HIV-Infizierter, mit ihren Medikamenten und eventuellen Komplikationen. Dieses Wissen muss man sich erarbeiten“, so der Hausarzt. Die Kassenärztliche Vereinigung erteilte schließlich die Genehmigung. Dass diese Entscheidung die richtige war, zeigte der Zuspruch der kommenden Monate: „Der Bedarf einer Hausarztpraxis mit dem Schwerpunkt HIV/Aids war groß.“ Im Schnitt behandeln Dr. Jenke und sein Team pro Woche einen neuen Erkrankten mit der Diagnose HIV oder Aids. Zehn bis 20 Prozent seiner Patienten sind davon betroffen. Tendenz steigend.

Das gilt auch für die Zahl der Neuerkrankungen insgesamt – und das trotz unermüdlicher Aufklärungsarbeit von Seiten der Politik. „Die Krankheit hat ihren Schrecken verloren, es ist Normalität ins Schlafzimmer zurückgekehrt“, erklärt Dr. Jenke. Zwar lässt sich eine HIV-Infektion mittlerweile gut behandeln, anzustreben aber sei sie keineswegs.

Das größte Problem sieht der 46-Jährige in der Stigmatisierung der Betroffenen. Oft hätten sie außerhalb des Behandlungszimmers niemanden, mit dem sie über ihre Erkrankung sprechen können. „Das ist ein großer Druck, der auf ihnen lastet. Der Weg von der Ab- zur Ausgrenzung ist kurz. Wir müssen Aufklärungsarbeit leisten, damit sich niemand fürchten muss, dass seine Infektion bekannt wird“, sagt er. Und: „Wenn die Auszeichnung dazu einen Beitrag leistet, freue ich mich.“

Wirklich gerechnet hat er mit der Ehrung allerdings nicht: „Wir machen doch nur unsere Arbeit.“ Die aber läuft diskret über die Bühne, niemand soll sich überwinden müssen, in die Praxis zu kommen. „Wir stellen uns auf die Seite der Patienten und schauen, was man verbessern kann, um ihnen ein normales Leben zu ermöglichen. Das ist unser Anspruch“, sagt Dr. Jenke.

Mit Erfolg. Am Dienstag erhält er für diese Arbeit die sächsische Aids-Medaille aus den Händen von Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (CDU). Die Verleihung findet im Restaurant des Travestie-Revue-Theaters „Carte Blanche“ statt.

Von Christin Grödel

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