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Lokales Doppelter Ärger über Umgang mit Unischule
Dresden Lokales Doppelter Ärger über Umgang mit Unischule
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16:13 23.05.2018
Quelle: dpa
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Dresden

 Der Umgang mit der Unischule sorgt gleich mehrfach für Ärger bei Eltern in der Stadt: Mütter und Väter angemeldeter Kinder für die Unischule zeigen sich „sehr enttäuscht, dass der Start der Schule um ein Jahr verschoben wurde“. Das teilte eine Elterinitiative jetzt mit.

Es gebe einen eindeutigen Beschluss des Stadtrates für dieses Schulprojekt am Standort Johannstadt, die Verwaltung sei „aber in unseren Augen nicht willens“ gewesen, diesen umzusetzen. Die Eltern erwarten deshalb, dass sich nun Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) als Leiter der Stadtverwaltung in die Sache einschaltet.

Mitte April war der Plan, die Unischule zum Beginn des Schuljahres 2018/19 an der Pfotenhauerstraße am Standort der 101. Oberschule zu starten, von der Steuerungsgruppe für diesen Modellversuch gestoppt worden. Die Vertreter aus Stadtverwaltung, sächsischem Kultusministerium und Technischer Universität Dresden (TUD) entschieden sich für eine Verschiebung. Die Anmeldezahlen waren gering und am Standort gab es erhebliche Verdrängungsängste.

„Blamabel für die Stadt“

Die Unischule stelle „keine theoretische Spielerei im Elfenbeinturm der Wissenschaft“ dar, sondern sei ein dringend nötiger lebendiger Versuch, Schule auf Basis aktueller Erkenntnisse der Bildungsforschung weiter zu denken und zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln und zu erproben, heißt es in der Erklärung der enttäuschten Eltern.

Durch inklusive Ansätze würden dabei alle Bevölkerungsgruppen Dresdens einbezogen. „Der derzeitige Umgang mit diesem innovativen Leuchtturmprojekt ist blamabel für eine Stadt, die sich gerne mit Wissenschaft und Kunst schmückt, die eine offene, vorwärtsgewandte Stadt sein will.“

Auch im neuen Vorschlag, „die Schule an den Stadtrand zu verdrängen“, sehen die Eltern „einen Versuch der Marginalisierung und Verhinderung“. Diese Schule, für die eigens ein stadtweiter Schulbezirk beschlossen wurde, gehöre an einen zentralen Ort Dresdens. „Wir plädieren an den Stadtrat und das Schulverwaltungsamt, weiter nach einem solchen Ort zu suchen“, erklärte die Initiative. Ein schnell zu errichtender Containerbau auf der Cockerwiese wäre in ihren Augen geeignet. Mütter und Väter fordern zudem eine Öffnung der Anmeldung im kommenden Jahr für diejenigen Schüler, die durch den verzögerten Start nicht wie geplant in diesem Sommer an die Unischule wechseln können.

Petition für Start der 150. Oberschule

Damit bezieht sich die Elterninitiative auf den Vorschlag der Verwaltung, die Unischule nun in einem Gebäude an der Cämmerswalder Straße anzusiedeln. Dieser Standort wird bislang als Auslagerungsstandort genutzt. Zudem war dort für das Schuljahr 2018/19 der Start der 150. Oberschule geplant, die später an einen neuen Schulstandort an der Freiberger Straße angesiedelt werden soll. Für diese Oberschule gab es jedoch lediglich acht Anmeldungen. So legt die Stadt die Gründung vorerst auf Eis und will die Unischule an der Cämmerswalder starten.

Auch das ruft betroffene Eltern auf den Plan. Katja Steinborn, Mutter zweier Kinder, fordert die Gründung der 150. Oberschule wie geplant zum August 2018. Die Stadt habe viel zu spät für Anmeldungen an der neuen Schule geworben und über das offene Konzept des Schulleiters mit reform-pädagogischen Elementen nur unzureichend informiert. Darin liege der Hauptgrund für die geringen Anmeldezahlen. Mit einer Online-Petition auf der Plattform openpetition will Steinborn um den Start kämpfen. Sie ist sich der geringen Aussichten ihre Initiative bewusst. Aber sie will ein Zeichen setzen für einen Wandel im sächsischen Schulsystem und neue Konzepte.

Petition unter: https://www.openpetition.de/petition/online/start-der-150-oberschule-in-dresden-wie-geplant-zum-schuljahr-2018-19

Von Ingolf Pleil

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