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Lokales Doku „Die Mission der Lifeline“ feiert in Dresden Preview
Dresden Lokales Doku „Die Mission der Lifeline“ feiert in Dresden Preview
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15:58 25.10.2018
Regisseur Markus Weinberg und „Mission Lifeline“-Erfinder Axel Steier. Quelle: Martika Haugk
Dresden

Im Filmtheater Schauburg durften am Mittwochabend geladene Gäste die ersten Kritiker des Dokumentarfilms „Die Mission der Lifeline“ von Markus Weinberg sein. Über zwei Jahre hinweg hat der Videojournalist die Hilfsorganisation um Axel Steier und seine Crew nicht nur in Dresden, sondern auch auf Missionen im Mittelmeer begleitet. Die Erlebnisse und Eindrücke dieser Zeit verarbeitet der Regisseur nun in einer Doku. Den Zuschauern bot sich ein intimer Einblick in die Welt der Seenotretter.

„Die Mission der Lifeline“ spiegelt geradezu perfekt die rasante Entwicklung der Hilfsorganisation von einem kleinen Dresdner Verein hin zu einem bedeutsamen Akteur der internationalen Seenotrettung. Das führte auch dazu, dass „Mission Lifeline“ und ähnliche Hilfsorganisationen immer wieder zur Zielscheibe nationalistischer Politik werden, zum Beispiel im Falle der eine Woche andauernden Irrfahrt mit mehreren Geretteten vor dem maltesischen Hafen, weil sich keine europäische Regierung dazu bereit erklären wollte, das Schiff der „Mission Lifeline“ anlegen zu lassen.

Die mit 234 Flüchtlingen an Bord vor Malta kreuzende „Lifeline“ der Dresdner Seenotrettungsorganisation Mission Lifeline hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Quelle: Hermine Poschmann/Mission Lifeline

Ebenfalls ein Problem: Weiter steigende Kosten für die ohnehin kostspieligen Rettungsaktionen im Mittelmeer, die den auf Spenden angewiesenen Verein stark belasten. Dennoch wird Mission Lifeline so lange wie möglich helfen, auch unter erschwerten Bedingungen, verspricht Axel Steier in einer Diskussionsrunde nach der Vorführung. Zudem gab der Initiator der „Mission Lifeline“ preis, dass die Vorbereitungen für die mittlerweile siebte Mission laufen und der Verein ein neues Boot gekauft hat.

Menschlichkeit lasse sich nicht verhandeln, hört man immer wieder aus den Aussagen der Besatzung und Unterstützer der „Mission Lifeline“ heraus. Der Film zeigt unterdessen Rettungsaktionen, die dem Zuschauer hautnah vorführen, wie die Realität im Mittelmeer aussieht. „Wir wollen Menschen für das Thema sensibilisieren und ihnen vermitteln, dass wir gemeinsam nach Lösungsansätzen suchen müssen anstatt uns immer weiter abzuschotten und vor den realen Zuständen zu fliehen“, appelliert Markus Weinberg, der mit „Die Mission der Lifeline“ sein erstes großes Filmprojekt einer sehr aktuellen Problematik gewidmet hat.

Während die Seenotretter versuchen, der Situation auf dem Mittelmeer Herr zu werden, demonstrieren in Dresden weiterhin hunderte Menschen auf Pegida-Kundgebungen gegen die aktuelle Flüchtlingspolitik. Im Film wechseln die Ausschnitte oft zwischen diesen zwei Welten – der des Rettungsschiffs auf dem Mittelmeer mit den Geretteten und der der besorgten Bürger auf den Demonstrationszügen. Größer könnte die Kluft fast nicht sein.

Die Dokumentation will neuen Mut schenken und einen Beitrag dazu leisten, den Menschen die Realität auf dem Mittelmeer näher zu bringen. Vielleicht auch, ihre Sicht auf die Dinge zu ändern. Der maßgeblich durch Crowdfunding finanzierte und in Zusammenarbeit mit der Dresdner Produktionsfirma Ravir Film produzierte Streifen soll im Idealfall demnächst auf Filmfestivals in und außerhalb von Deutschland zu sehen sein.

Von Martika Haugk

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