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Disput um Globus-Einkaufszentrum gerät zum Glaubenskrieg

Disput um Globus-Einkaufszentrum gerät zum Glaubenskrieg

Dieser "Klopper" schädigt die gewachsene Einzelhandelsstruktur, findet Christiane Filius-Jehne (Grüne). Das ist eine einmalige Chance, eine riesige hässliche Brache saniert zu bekommen, hält Hans-Joachim Brauns (CDU) entgegen.

Von Ralf Redemund

Beide Aussagen kennzeichnen die Spannweite der Meinungen zum geplanten Globus-Projekt am alten Leipziger Bahnhof.

Heute entscheidet der Stadtrat im Kulturrathaus über das extrem umstrittene Großbauvorhaben. Der Ausgang ist ungewiss. Möglicherweise wird vertagt. Das beantragt die Linke mit dem Tenor, Globus-Projekt, Postgelände-Vorhaben und Albert-Tower noch einmal zusammen zu betrachten, wie Fraktions-Chef André Schollbach sagt.

Formal geht es nur um den Einstieg in die Planung, einen Aufstellungsbeschluss, der das Projekt nicht festschreiben, aber die Planung vorantreiben würde. Doch ist längst ein Glaubenskrieg um Globus im Gange. Angestammte Handels- und Unternehmerverbände verteufeln das Vorhaben als überdimensioniert, sprechen von 12 000 Quadratmetern zusätzlicher Verkaufsfläche, die den Pieschener Einzelhändlern bis zu 20 Prozent Umsatz kosten könnten.

Globus-Regionalleiter Enrico Wilde spricht hingegen von einem Leuchtturm-Projekt, einer Initialzündung für ein brach liegendes Gelände, das der jetzige Besitzer - die Leipziger Firma Quest Advice GmbH - von sich aus derzeit nicht weiter entwickeln würde. Globus werde nur ein Warenhaus mit 8800 Quadratmetern Fläche bauen, anders als die Elbepark-Zähler inklusive Kassenbereich und Wegen. Die reale Verkaufsfläche liege gar nur bei 5600 Quadratmetern, da es extra breite Gänge gebe. Nur die Errichtung des Marktes koste etwa 30 Millionen Euro. Globus werde aber weitere zehn Millionen Euro "Rettingsinvestitionen" in die kulturhistorischen Bahnhofsbauten stecken. So werde das Unternehmen die Bahnbögen öffnen und für die Kreativwirtschaft nutzbar machen. Zusätzlich soll es Wohnbebauung geben und eine Kulturspange zum Erholen. Außerdem sei eine Kita geplant. Mit der Volkssolidarität habe man Vorgespräche geführt. In den historischen Lokschuppen könnte Gastronomie einziehen. "Nur wir können dieses Paket leisten", ist sich Wilde sicher.

Globus sei kein anonymer Supermarkt-Konzern, sondern ein 180 Jahre altes Familienunternehmen. "Die Märkte haben stets eine eigene Fleischerei, eigene Bäckerei und Konditorei im Haus und produzieren frisch", sagt Wilde. Der Dresdner Globus werde bundesweit der erste seiner Art sein, der in einer Innenstadtlage liege, ein "Prototyp, wenn man so will". Bundesweit nehme Globus Platz 12 (2,3 Milliarden Euro Umsatz) ein. Nummer eins sei Edeka (42,7 Milliarden).

Allerdings werde der Verkehr um rund 5000 Kraftfahrzeuge zunehmen. Derzeit seien 24 000 pro Tag über die Leipziger und knapp 40 000 über die Hansastraße. Aber ein Zuwachs an Stausituationen sei deshalb nicht zu erwarten, glaubt Wilde.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.05.2012

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