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Diskussion um die Glasfronten der Schwimmhalle Freiberger Straße

Paradies für Spanner? Diskussion um die Glasfronten der Schwimmhalle Freiberger Straße

Die Diskussion um die großzügigen Glasfronten am Schwimmhallenneubau Freiberger Straße geht weiter. Nun werden zwei Folien getestet. Aber fühlen sich die Leute tatsächlich beobachtet? Im Gespräch mit Besuchern offenbaren sich zwei Seiten.

Die Diskussion um die großzügigen Glasfronten am Schwimmhallenneubau Freiberger Straße geht weiter.

Quelle: Lisa Albrecht

Dresden. Der Schwimmlehrer steht vor einer Gruppe Kindergartenkinder und zeigt etwas, die Kleinen sitzen eng nebeneinander. Solche Szenen lassen sich als Passant wie nebenbei an der Freiberger Straße beobachten. Deshalb plant die Dresdner Bäder GmbH, die großzügigen Fensterfronten etwa mannshoch mit einer Folie zu bekleben. Sprecherin Dörte Gregor erklärt warum: Sportvereine und Eltern seien auf den Betreiber zugegangen und hatten ihn um einen Sichtschutz gebeten.

Das kann eine ältere Besucherin nicht nachvollziehen. Von ihr schaue nur der Kopf aus dem Wasser, sie fühle sich durch die Fenster nicht beobachtet. Eine andere Besucherin sagt, dass die Diskussion für sie unverständlich sei. Schließlich sei sie ja nicht ganz nackt und halte sich größtenteils im Wasser auf. Am Strand fühle man sich auch nicht gestört, wenn man in Badekleidung angeschaut werde.

Katrin Rödiger ist oft Zuschauerin bei der Schwimmstunde ihres Kindes. Sie sieht allerdings einen Unterschied zu dem Baden am Strand und im Schwimmbad. Am Strand begäben sich ja alle freiwillig in die Situation, halb bekleidet vor den Augen Fremder herum zu laufen. In der Halle würde sie sich aber beobachtet fühlen. Den Plan, einen Sichtschutz anzubringen, findet sie deshalb gut. Es stört sie, wenn voll bekleidete Menschen von außen hineinschauen, man komme sich dann so „beglotzt“ vor, wie bei einer „Fleischbeschau“.

Als die Halle neu eröffnet wurde, war sie allerdings auch neugierig und hat sich von der Straße aus die Halle genau angeschaut. Es hatte sie interessiert, wie das Becken aussah. Allerdings kann sie sich auch vorstellen, dass für einige Neugierige nicht das Gebäudeinnere das Interessanteste ist.

Ein anderer Besucher genießt die Sonne, die an schönen Tagen von außen durch das Glas scheint. Eine Folie findet er deshalb nicht gut, es würde dann vielleicht so sein, wie in einem Aquarium zu schwimmen. Ein junges Mädchen dagegen findet es in Ordnung, eine Folie anzubringen, wenn sich die Leute dann sicherer fühlten. Sie ist allerdings erstaunt – wer sollte denn schon hineinschauen? Sie jedenfalls sei beim Schwimmen mit sich selbst beschäftigt.

Zurzeit werden an der Glasfront zwei mögliche Folienlayouts in klein getestet. Beide bestehen aus kleinteiligen, dunklen Ornamenten, die das Glas nicht vollständig bedecken. Das sei unauffällig und würde trotzdem Sichtschutz gewährleisten, ist sich Dörte Gregor sicher. Zu den entstehenden Kosten ist dem Bäderbetrieb noch nichts bekannt, die hängen vom gewählten Layout ab. Ziel sei es aber, bis Ostern die Folie angebracht zu haben.

Von Lisa Albrecht

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